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Teltow-Fläming Ein Denkmal, das keins mehr ist
Lokales Teltow-Fläming Ein Denkmal, das keins mehr ist
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08:40 05.01.2015
Jens Bunk vor seinem einst denkmalgeschützten Gebäude Markt 33. Unten ist die SPD eingezogen, oben wird bald der Saal eröffnet. Quelle: Reck
Luckenwalde

Wenn etwas wirklich Sichtbares im vergangenen Jahr in Luckenwalde passiert ist, dann die Sanierung des Gebäudes Markt 33 mitten in der Stadt. Daneben sehen die bereits kurz nach der Wende sanierten Häuser nun schon wieder richtig alt aus. Ein Grund dafür ist nicht nur die frische Farbe, mit der die Fassade gestrichen ist, sondern auch der Aufwand, der getrieben wurde, um dieses Haus so aussehen zu lassen. Wesentlichen Anteil daran hatten auch das Landesamt für Denkmalpflege und die Denkmalschutzbehörde des Kreises.

Immerhin hatte Jens Bunk als privater Bauherr einige Auflagen zu erfüllen, die ihn einiges gekostet haben. Seiner Meinung nach wurden die Auflagen sogar übererfüllt, denn die Fassade ist anhand historischer Bilder nach dem ursprünglichen Erscheinungsbild wieder hergestellt worden. "Dadurch wurde das Marktensemble des Sanierungsgebietes Zentrum wieder deutlich aufgewertet", sagt er nicht ohne Stolz.

Luckenwalde zeigt sich im großen Saal

  • Im Obergeschoss des Gebäudes Markt33, früher auch "Goldene 33" genannt, befindet sich ein 145 Quadratmeter großer Saal. Dieser steht kurz vor der Fertigstellung und kann nach Angaben des Hausherrn Jens Bunk bald für Veranstaltungen unterschiedlichster Art gemietet werden.
  • Eröffnet wird der Saal mit einer Ausstellung zur Stadtentwicklung Luckenwaldes mit dem Titel "Luckenwalde zeigt sich 2015".
  • Die Ausstellung selber wird am Donnerstag, dem 12. Februar, eröffnet und dauert mehr als drei Wochen. Sie endet am Sonntag, dem 8. März.
  • Anschließend sollen dort nach den Vorstellungen des Bauherrn öffentliche Veranstaltungen wie weitere Ausstellungen, Konzerte, Vortragsreihen und Tanzveranstaltungen stattfinden, aber auch Familienfeiern oder sonstige Privatveranstaltungen möglich sein.

Substanz reicht für Denkmal nicht mehr aus

Was Bunk nun aber wundert, ist, dass dieses Baudenkmal, das nach allen denkmalpflegerischen Gesichtspunkten saniert wurde, jetzt von der Denkmalliste des Landes Brandenburg gelöscht wurde. Der Grund: Die historische Substanz reicht nicht mehr aus, um als Denkmal zu gelten. Nicht, dass Bunk darüber besonders erzürnt wäre, weil er sich somit nicht mehr mit den Denkmalpflegern und -schützern auseinandersetzen muss, aber bedauerlich findet er es schon, "dass die sich noch nicht mal angesehen haben, was nach ihren Auflagen umgesetzt wurde."

Bauherr erzürnt über Gerüchte der Vorteilnahme

Was Bunk viel mehr ärgert, sind kursierende Gerüchte und Behauptungen, ihm sei das Gebäude sozusagen "zugeschustert" worden, womit er Fördermittel "eingestrichen" habe. Sichtbares Indiz für solche Vermutungen soll der Einzug des SPD-Parteibüros in das Ladenlokal im Erdgeschoss sein. Bunk, selber Mitglied der SPD, wehrt sich gegen den Vorwurf der Vorteilnahme: "Trotz öffentlicher und mehrjähriger Werbung für die Nutzung des Gebäudes habe ich nur drei interessierte Anfragen aus dem Bereich der Gastronomie für den Saal im Obergeschoss erhalten und nicht eine für die Büros im Erdgeschoss." Gerne hätte er auch an eine andere Partei oder an Gewerbetreibende vermietet. Dabei ist Bunk der Letzte, der es der SPD verübelt, an ihre "Brutstätte" zurückgekehrt zu sein. Denn in diesem Haus, das "Goldene 33" genannt wurde, befand sich einst die Konsumgenossenschaft der Luckenwalder Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung.

"Ich freue mich, dass ein so traditionsreiches Gebäude so gelungen renoviert wurde", sagt Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD). Natürlich sei auch hier Förderung aus Stadtsanierungsmitteln geflossen, "wie bei anderen Gebäuden auch". Dafür gebe es auch eine vertraglich fixierte Vereinbarung, wonach die Stadt den Saal im Obergeschoss drei Wochen im Jahr kostenlos nutzen darf.

Von Hartmut F. Reck

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