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Teltow-Fläming Goldener Oktober in Baruth und Zesch
Lokales Teltow-Fläming Goldener Oktober in Baruth und Zesch
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02:28 23.04.2018
Erntehelfer Achim Heinz aus Baruth füllt die Bütt auf, während Horst Heinisch die Trauben zerstampft, damit die Ernte auch hineinpasst. Quelle: Hartmut F. Reck
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Baruth/Zesch

Nebel lag am frühen Montagmorgen über dem Baruther Mühlenberg. Erst langsam verdrängten die wärmenden Strahlen der aufgehenden Sonne die Feuchtigkeit zwischen den Weinreben. Das Grün der Blätter leuchtete. Ein Tag wie geschaffen für die Weinlese.

Das dachten sich auch acht wackere Erntehelfer, die sich Montagfrüh um 7.30 Uhr zur dritten Weinlese in diesem Jahr auf dem Mühlenberg trafen. Ausgerüstet mit Gartenscheren und Eimern machten sie sich über die Helios- und Johanniter-Trauben her. Die Eimer füllten sich rasch, und auch die beiden Bütten, die großen Behälter, in die alle Trauben gefüllt wurden. Damit alle Trauben gut hineinpassen, musste Horst Heinisch vom Verein Iku (Institut zur Entwicklung des ländlichen Kulturraums) erstmals eine ganz traditionelle Form der Erntegutkomprimierung vornehmen, indem er in die Bütt stieg und die Trauben zerstampfte. Dieser Prozess findet später in der Weinpresse beim Winzer ohnehin statt.

Mehr als zufrieden war auch Ragna Haseloff mit dem Ernteergebnis. „Wir haben in diesem Jahr erstmals geschwefelt, das hielt den Pilz fern“, berichtete die Landschaftsarchitektin. Das ist schon Stoff für fortgeschrittene Freizeitwinzer. Und jedes Jahr steigen die Ernteerträge.

Beim ersten Leseeinsatz wurde nur die Rebsorte Solaris geerntet. Davon holten die Baruther Weinbauern 900 Kilogramm aus ihrem Berg heraus. Bei der zweiten Lese konzentrierten sie sich auf die noch recht neu angepflanzte Rebsorte Muscaris. Davon ernteten sie 280 Kilogramm.

„Wenn später mal die Erträge beim Muscaris höher sind, können wir daraus mit etwas Solaris sogar Winzersekt herstellen“, kündigte Heinisch an. Nach der gestrigen Lese gingen noch mal 675 Kilo Johanniter und Helios auf die Reise zum Weingut Hanke nach Jessen, wo der Baruther Wein seit dem Jahr 2009 schon zum siebenten Mal gekeltert wird.

In diesem „nördlichsten Weingut Deutschlands“ wird jetzt auch der Wein aus Zesch am See verarbeitet. Dort hatte sich der Verein zur Förderung des historischen Weinbaus in Zesch gegründet und es den Baruther Enthusiasten mit nicht weniger Engagement nachgemacht. In diesem Jahr nun wurde nach 71 Jahren zum ersten Mal wieder Wein gelesen.

Erste Lese in Zesch am See mit Petty Reinhard, Hiltrud Preuß und Monika Lens (v.l.). Quelle: Carsten Preuß

Im Mai 2013 waren 1000 Reben gepflanzt worden. Am Freitag konnte man 400 Kilogramm der beiden Rotweinsorten Regent und Acolon ernten. Dabei hatten die Hobbywinzer nach der Hitzeperiode im August Sorge, ob überhaupt etwas daraus wird, aber: „Das günstige Herbstwetter mit seinen warmen Tagen und kühlen Nächten hat den Reifeprozess der Trauben auf ideale Art und Weise gefördert“, berichtet Vereinsvorsitzender Carsten Preuß.

Das Ergebnis lasse sich sehen. So habe der Jessener Winzer Frank Hanke die ausgezeichnete Qualität der Zescher Trauben gelobt. In den nächsten Tagen soll die Ernte des Weißburgunders folgen. Damit wird eine uralte Tradition wieder ins Leben gerufen. So wurde der Zescher Weinberg erstmals 1595 schriftlich erwähnt. Hier hielt sich der Weinbau länger als anderswo in Brandenburg. 1944 fand die bis dahin letzte Weinlese statt.

Von Hartmut F. Reck

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