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Grabschmuck für anonyme Gräber verboten

Jüterbog Grabschmuck für anonyme Gräber verboten

Liebevoll haben Hinterbliebene am Totensonntag auf dem Südfriedhof die Gräber ihrer Lieben geschmückt. Einen Tag später war die Fläche der halbanonymen Gräberanlage schon wieder abgeräumt. Der Grund hierfür ist in der Friedhofssatzung nachzulesen.

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An das Gebot, Blumengrüße separat abzulegen, halten sich nur die wenigsten, wie Günter Schugard vom Abtasten her weiß.

Quelle: Foto: Uwe Klemens

Jüterbog. Günter Schugard ist traurig und auch empört. Liebevoll hatte er am Totensonntag die Grabstelle seiner im Sommer verstorbenen Frau auf dem Jüterboger Südfriedhof geschmückt. Schon einen Tag später hatten Friedhofsmitarbeiter sämtliche Kränze und Blumengebinde des gesamten Gräberfeldes abgeräumt. Die Frage, ob man damit nicht wenigstens nach Totensonntag ein paar Tage warten könne, bewegt ihn noch immer.

Den Grund für das rabiat erscheinende Vorgehen des hierfür zuständigen Bauhofes findet man als Friedhofsbesucher auf einer kleinen Tafel am Rande des Friedhofsbereiches, der als so genannte „Halbanonyme Urnen- und Erdgemeinschaftsanlage“ ausgewiesen ist. Grabschmuck, so verrät der Text, ist hier nur am Tag des Begräbnisses in „angemessener Weise“ erlaubt. Wer eines Verstorbenen gedenken wolle, müsse dafür die neben dem Gräberfeld angelegte, im Halbrund gepflasterte Ablagefläche nutzen.

Das Kleingedruckte im Pachtvertrag

An das Grabschmuckverbot halten sich längst nicht alle, so die Erfahrung der Bauhofsmitarbeiter, obwohl die meisten sowohl das kleine Schildchen, als auch das Kleingedruckte im Pachtvertrag für die Grabstelle lesen können. Günter Schugard, der blind ist, kann das nicht.

„Fakt ist, wenn jemand stirbt, hat man andere Sorgen, als den Vertrag für Grabstelle in allen Details durchzuarbeiten“, zeigt sich Bauhofs-Leiter Heiko Ratsch verständnisvoll. Das Problem kennen er und seine Mitarbeiter schon seit Jahren.

Mehraufwand für Friedhofsmitarbeiter

Was erlaubt ist und was nicht, regelt auf dem Südfriedhof die Friedhofssatzung der Gemeinde Jüterbog. Ein wichtiges Kriterium zur Kalkulation für die Grabgebühr ist der erforderliche Pflegaufwand, der sich bei halbanonymen Gräberstätten auf das mehrmalige Mähen und das Abräumen verdorrter Blumengrüße von der vorgesehen Ablagefläche beschränkt. „Wenn der Kollege, der mähen soll, dann jedes Mal erst 300 Gräber abräumen muss, um mit dem Mäher drüber fahren zu können, steigt der Aufwand enorm“, rechnet Ratsch vor.

Der Rat, bei der Wahl der Grabstätte eben auch daran zu denken, kommt für den 75-jährigen Günter Schugard zu spät, sollte aber von allen in ähnlicher Situation beherzigt werden. Die Idee mit der separaten Ablagefläche für Grabschmuck kann eine würdige Alternative sein.

Von Uwe Klemens

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