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Teltow-Fläming Gräfendorf: Bastelgruppe in kalten Räumen
Lokales Teltow-Fläming Gräfendorf: Bastelgruppe in kalten Räumen
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00:16 15.03.2016
Wenn jemand Hilfe braucht, ist Karin Ackermann zur Stelle. „Der Hase sieht doch schon gut aus“, ermuntert sie zum Weiterbasteln. Quelle: Uwe Klemens
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Gräfendorf

Kalt ist es im Gräfendorfer Gemeindehaus. So kalt, dass die Senioren, die sich hier früher immer zum Kartenspielen trafen, bereits vor drei Jahren das Handtuch geworfen haben und in die geheizte Imbissstube umgezogen sind.

Durchgehalten trotz der Kälte haben Erika Woischke, Karin Ackermann und „ihre“ Kinder der Bastelgruppe. Seit 2009 treffen sie sich hier jeden Montagnachmittag zum gemeinsamen Kreativsein. Würden die beiden Seniorinnen dies nicht tun, säßen die Kinder wohl auf der Straße. Beim Neujahrsempfang ihrer Gemeinde Niederer Fläming wurden die beiden für ihr Engagement geehrt.

Gemeinsames Backen im Gemeindehaus. Quelle: Uwe Klemens

„Eine gemeinsame Reibefläche“ nannte Bürgermeister David Kaluza (parteilos) bei diesem Anlass das, was Erika Woischke und Karin Ackermann seit langem bewegt. Denn die Hoffnung auf mehr Unterstützung durch die Gemeindeverwaltung bleibt seit Jahren unerfüllt. Dabei denken die beiden Frauen nicht an eine super Ausstattung, sondern schlicht an eine Heizung, damit sie in der Winter- und Übergangszeit nicht mit dicken Pullovern, Winterjacke und klammen Fingern zu Schere, Buntstift und Pinsel greifen müssen.

Sie vermissen auch Unterstützung beim Kauf des Bastelmaterials. Daher haben sie nicht nur einmal darüber nachgedacht, „alles hinzuschmeißen“, wie Erika Woischke traurig schildert, „aber so lange es geht, wollen wir für unsere Kinder die Möglichkeit hier erhalten.“

Nur manchmal hat das Betteln bei den Eltern um Knöpfe, Wolle, Pappreste und Papier Erfolg. Auch mit den 50 Cent pro Kind für einen Nachmittag tun sich einige Eltern der zwölf Jungen und Mädchen schwer. Kekse, Saft oder die Zutaten für einen kleinen Kuchen spendieren die beiden Betreuerinnen ohnehin aus der eigenen Tasche.

Historisches

Gräfendorf wurde erstmals Anfang des 13. Jahrhunderts erwähnt und war seit dem Mittelalter im Besitz derer von Thümen, später bis 1945 im Besitz von Franz Stein.


Ab 1891 ist der Ort Kirchendorf mit Rittergut und Schäferei.

Das barocke Gutsschloss wurde im Zusammenhang mit der Bodenreform abgerissen. Ein Überrest blieb erhalten und beherbergt heute den Gemeinderaum und die Feuerwehr.

Dass ihnen die Gräfendorferinnen Gerlinde Sasse und Birgit Richter an den Kindernachmittagen oft zur Seite stehen, sehen sie mit Dankbarkeit. Die beiden gehören zur Bastelgruppe der Frauen, die sich im Anschluss an die Kindergruppe trifft. Was gebastelt wird, verkaufen die Frauen auf Basaren oder stellen es der Gemeinde zur Ausschmückung von Festveranstaltungen zur Verfügung. Vom schmalen Erlös kaufen sie dann Bastelmaterial für die Kinder.

Wenn sich heute Nachmittag die Gräfendorfer Frauen zur Frauentagsfeier treffen, können sie die Ergebnisse der jüngsten Bastelnachmittag bewundern. „Was genau das sein wird, bleibt bis dahin geheim“, sagt Erika Woischke. Auch Osterhasen, grüne Wiesen und bunte Eier haben in der Kreativwerkstatt derzeit Hochkonjunktur.

„Es macht Spaß, aber es ist doof, dass es immer so kalt ist“, sagt Lena Tobinsky, die seit sechs Jahren mit dabei ist und inzwischen zu den Großen gehört. „Am schönsten ist, dass wir hier etwas zusammen machen können“, beschreibt ihr Freundin Aimée Dania Lemcke, warum sie mit dabei ist. Zusammen mit Leon Schirrmeister haben sie sich beim letzten Treff als Wackelbäcker ausprobiert.

Von Uwe Klemens

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