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Gröben lädt zum schönsten Gottesdienst

Kirchen in Teltow-Fläming Gröben lädt zum schönsten Gottesdienst

In dieser Kirche kommt beim Gottesdienst garantiert keine Langweile auf: Die Gröbener Dorfkirche beherbergt das älteste Kirchenbuch Brandenburgs, Fontane ging hier ein und aus und obwohl das Gotteshaus an Weihnachten 1908 niederbrannte, zählt es heute zu den schönsten Kirchen in Teltow-Fläming.

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Von außen eine normale Dorfkirche, von innen ein wahres Kleinod: die Kirche in Gröben.

Quelle: Josefine Sack

Gröben. Schon Theodor Fontane (1819–1898) schwärmte nach seinen Wanderungen durchs Brandenburgische von der „bemerkenswert hübschen“ Kirche in Gröben. Der in Neuruppin geborene Dichter reiste zwischen 1860 und 1881 mehrmals in das Dorf südwestlich von Berlin, um das wohl älteste erhaltene Kirchenbuch in Brandenburg einzusehen. Der Dichter konnte damals nicht ahnen, dass das Gotteshaus knapp ein Vierteljahrhundert später bis auf die Grundmauern niederbrennen würde. Die Brandkatastrophe ereignete sich am Heiligen Abend 1908.

Die opulenten Verzierungen stammen aus dem Pinsel von August Oetken

Die opulenten Verzierungen stammen aus dem Pinsel von August Oetken.

Quelle: Josefine Sack

Dennoch haben Fontanes bewundernde Worte für die Gröbener Dorfkirche bis heute nicht an Bedeutung verloren. Im Gegenteil: Das Gotteshaus ist nach seinem Wiederaufbau vermutlich sogar noch schöner geworden. Am kommenden Sonntag, den 24. April, können sich Besucher von dem Kleinod nur zwei Kilometer südlich der A10 selbst ein Bild machen. Denn dann lädt die evangelische Pfarrgemeinde Ahrensdorf zum Regionalgottesdienst in die Backsteinkirche ein.

Der Regionalgottesdienst findet immer woanders statt

Mit seinen vier Kirchen in Ahrensdorf, Siethen, Gröben und Nudow gehört die Gemeinde zur Region 2 des Kirchenkreises Zossen-Fläming. Diese umfasst außerdem die Kirchenbezirke Christinendorf-Glienick, Löwenbruch, Ludwigsfelde und Trebbin. Mehr als 20 Kirchen gibt es zwischen Ahrensdorf im Norden und Trebbin im Süden der sogenannten Kirchenregion 2, die derzeit rund 4400 Mitglieder hat. Damit die Gläubigen sich und ihre Kirchen einander besser kennenlernen, rief der Kirchenkreis vor 15 Jahren den Regionalgottesdienst ins Leben.

„Synergien schaffen“: Viele Gottesdienste finden monatlich statt

„Es geht darum, die Region zu entdecken. Die wenigsten kennen die Kirchen in ihrem Nachbardorf“, sagt Peter Collatz, Pfarrer des Kirchenbezirks Ahrensdorf. Zugleich schafft der Regionalgottesdienst „Synergien“, wie Collatz einräumt. In vielen Dorfkirchen finden Gottesdienste nur noch einmal im Monat statt – oder werden nicht vom Pfarrer selbst, sondern eigens ausgebildeten Lektoren abgehalten.

Anders als die meisten Kirchen in Teltow-Fläming ist die kulturhistorisch bedeutsame Dorfkirche in Gröben von April bis Oktober täglich geöffnet. „Das ist schon ungewöhnlich, das gibt es sonst nicht“, bestätigt Pfarrer Collatz.

Die farbenfrohen Ornamente haben bis heute kaum an Strahlkraft verloren

Die farbenfrohen Ornamente haben bis heute kaum an Strahlkraft verloren. Sie ähneln der Struktur eines riesigen Teppichs.

Quelle: Josefine Sack

Ein Blick ins Gästebuch, das am Eingang ausliegt, beweist: Die Besucher, die das Kircheninnere einmal betreten haben, sind begeistert von den farbenfrohen Ornamente, den kunstvollen Fresken an den Wänden und den rosettenartige Verzierungen im Chorraum. Die Ausmalungen schuf der Oldenburger Professor August Oetken (1868–1951). Von ihm stammen auch die berühmten Mosaike in der Elisabethkemenate auf der Wartburg bei Eisenach.

Sieht aus wie neu, ist aber mehr als 100 Jahre alt

Sieht aus wie neu, ist aber mehr als 100 Jahre alt: Wandmalerei in der Gröbener Dorfkriche.

Quelle: Josefine Sack

„Oetken hat auf nassem Putz gemalt“, erklärt Elisabeth Zahn, die so etwas wie die „gute Seele“ in der Pfarrgemeinde Ahrensdorf ist. Schon ein Jahr nach dem Brand wurde 1909 auf den Ruinen der alten die neue Kirche errichtet. Die Pläne hatte der Architekt Franz Heinrich Schwechten, Erbauer der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und des Anhalter Bahnhofs in Berlin, entworfen. „Die Kirche wollte ewig nicht trocknen, deshalb sind die Farben, tief in die Wände eingezogen“, sagt Zahn.

Der Blick zur Decke lohnt sich – auch während des Gottesdienstes

Bis heute haben die opulenten Verzierungen nicht an Leuchtkraft verloren. Die dichte Struktur der Malereien wirkt wie ein Teppich, der sich über den Köpfen der Kirchenbesucher ausbreitet. Teilnehmer des Gottesdienstes am nächsten Sonntag dürfen das Gesangsbuch daher ausnahmsweise mal aus der Hand legen und den Blick zur Decke richten – dort gibt es jede Menge Kunst zu entdecken.

Von Josefine Sack

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