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Großbeeren ist Modellkommune

Wohnungsbau Großbeeren ist Modellkommune

Großbeeren kann auf Hilfe von außen zählen: Der Zuzugsort ist jetzt Modellkommune für das Infrastruktur-Ministerium. Untersucht wird, wie Wachstumsgemeinden schnell wieder zu bezahlbarem Mietwohnungsbau kommen. Intern war der Gemeinderat darüber monatelang zerstritten.

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Caroline und Sebastian Gensert bauen an der Teltower Straße in Großbeeren ihrem Traumhaus, jeden Baufortschritt dokumentierten sie.

Quelle: Orth

Großbeeren. Die Nachricht kam vor wenigen Tagen per Mail ins Rathaus Großbeeren: Der Zuzugsort im Norden des Kreises Teltow-Fläming wird für das Infrastruktur- und Planungsministerium Modellkommune in Sachen Wohnungsbau. Das sagt Lutz Ritter, Bauamtsleiter und stellvertretender Bürgermeister der stark wachsenden Gemeinde, auf Nachfrage der MAZ.

Wie berichtet hatten sich die Gemeindevertreter monatelang wegen eines im November geplatzten Riesenvorhabens gestritten. Es geht um Wohnraumentwicklung auf dem rund 20 Hektar großen Areal An den Saufichten. Die Kuh vom Eis zu bekommen und wieder sachlich miteinander nach neuen Entwicklungswegen zu suchen, war dem Gemeinderat erst im März gelungen. Dabei ging es um die Aussicht, bei schnellem Antrag eine Studie erstellt zu bekommen.

Ministerium beauftragt Gutachter

Das Ministerium will Kommunen mit Fakten untersetzt Handlungsspielräume anbieten, etwa zum Steuern der Bodennutzung, für Wohnraumförderung und Einsatzmöglichkeiten des kommunalen Infrastrukturprogramms als Diskussionsgrundlage. Deshalb hatte das Infrastruktur-Ministerium einen Gutachter beauftragt, einiges detailliert zu untersuchen: Mit welchen Instrumenten können Kommunen wieder sozialen Wohnungsbau realisieren, was muss dazu in Bebauungsplänen festgeschrieben, in städtebaulichen Verträgen geregelt werden? Und mit welchen Strategien kann preisgünstiger Wohnraum geschaffen werden, wer muss dabei die Hoheit über die Angebotsplanung haben, wie müssen Vertrags- und Zwischenerwerbsmodelle geregelt sein?

Um das praxisnah zu prüfen, sollen in einigen Brandenburger Städten und Gemeinden Pilotprojekte angewendet und getestet werden. Zu denen gehört nun auch Großbeeren. Wie Bauamtsleiter Ritter sagt, sei es in einem ersten Telefonat mit dem zuständigen Ministeriumsmitarbeiter auch um die bisherigen Überlegungen der Gemeinde zur Entwicklung des Wohngebietes westlich der Teltower Straße gegangen. „Dieses Gebiet sei dafür sehr gut geeignet, hat man uns erklärt“, so Ritter.

Zusätzliche Arbeitsplätze im GVZ

Der Ort Großbeeren braucht neben dem privaten Wohnungsbau jährlich nicht nur einige wenige neue und bezahlbare Mietwohnungen, sondern dutzende. Die Gründe dafür sind vielfältig. Es ziehen zwar wie in anderen Orten ältere Menschen aus zu groß gewordenen Häusern und Wohnungen in kleinere; oder junge Leute verlassen die Wohnungen ihrer Eltern für ein selbstständiges Leben. Aber in Großbeeren gibt es sowohl aus dem Südkreis als auch aus Berlin und dem Umland jede Menge Berufspendler, die in Firmen des Güterverkehrszentrums beschäftigt sind und die ihre täglichen Anfahrtswege deutlich verkürzen wollen. Vor dem Hintergrund, dass im GVZ zusätzlich zu den bisherigen 8000 weitere 2000 bis 3000 neue Arbeitsplätze entstehen, muss der knapp 9000 Einwohner zählende Ort Wohnungen anbieten, sollen die Menschen nicht in Nachbarorte ziehen. Diesen Riesenbedarf kann die kommunale Wohnungsbaugesellschaft in ihrer derzeitigen Form mit ihren vier Mitarbeiterinnen nicht bewältigen. Deshalb ist man im Rathaus gespannt auf die Ergebnisse der Studie.

Lutz Ritter dämpft allerdings die Erwartungen: „Inwieweit die Studie für die Wohnbauflächenentwicklung der Gemeinde tatsächlich neue Erkenntnisse hervorbringt, lässt sich nach jetzigem Stand noch nicht beurteilen.“ Auch wann mit Ergebnissen zu rechnen ist, weiß er nicht. „Aber für die tägliche Verwaltungsarbeit wäre es in jedem Fall hilfreich, eine Handreichung zu bekommen, die die allgemeinen Instrumente zur Schaffung sozialen Wohnungsbaus einschließlich aktueller Rechtsprechung zusammengefasst und deren Umsetzungsmöglichkeiten darlegt“, so Ritter.

Von Jutta Abromeit

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