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Großbeeren mit Pendlerstrecke allein gelassen

Osdorfer Straße Großbeeren mit Pendlerstrecke allein gelassen

Die Osdorfer Straße ist formal nur eine kleine Gemeindestraße, doch sie belastet den Haushalt der Kommune Großbeeren erheblich. Denn in der Realität ist sie eine wichtige Pendlerstrecke zwischen Berlin und der B101. Die Gemeinde würde sie deswegen gern an das Land oder den Kreis abgeben – doch das wird offenbar schwierig.

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Die Osdorfer Straße ist hochfrequentierte Pendlerstrecke von und nach Berlin, eng + unübersichtlich

Quelle: Abromeit

Heinersdorf. Wie und vor allem wann kann Großbeeren eines seiner drängendsten Verkehrsprobleme lösen: Den Ausbau oder die Umwidmung der viel zu engen und viel zu unübersichtlichen Pendlerstrecke Osdorfer Straße? Vielleicht gibt es ab heute den ersehnten Silberstreif am Horizont für diese wenigen Kilometer zwischen Berlin und dem Ortsteil Heinersdorf, den täglich mehr als 10 000 Fahrzeuge nutzen: In Schönefeld trifft sich die Arbeitsgruppe 3 des Dialogforums Flughafen-Umfeld. Sie ist für Verkehrsfragen zuständig und soll bis zum Jahresende empfehlen, welche drei Verkehrsprobleme im Umfeld von Schönefeld am wichtigsten sind. 18 Empfehlungen werden diskutiert, darunter auch der Ausbau der Osdorfer Straße.

Mehr als 10 000 Fahrzeuge am Tag

Strecken, die von mehr als 10 000 Fahrzeugen täglich befahren werden, sind selten Gemeindestraßen. Großbeeren hat mit der Osdorfer Straße so eine Ausnahme. Die Verbindung zur Bundeshauptstadt im Ortsteil Heinersdorf ist nicht nur zu eng und zu unübersichtlich. Für den relativ kleinen Ort Großbeeren mit seinen knapp 9000 Einwohnern ist diese Pendlerstrecke finanziell eine Riesenherausforderung, die Unterhaltung verschlingt überproportional viel des Straßenbudgets. Und das seit Inbetriebnahme der neuen B 101 im Jahre 2002. Denn die Osdorfer Straße ist Ausweichstrecke für die letzten Kilometer Bundesstraße zwischen Autobahnsüdring und Stadtgrenze Berlin.

Höherstufung offenbar vom Tisch

Die Höherstufung dieser Gemeindestraße in eine Kreis- oder Landesstraße ist aber so gut wie vom Tisch. Beim Kreis berief man sich stets aufs Landesstraßengesetz und meinte, der Verkehrsweg sei Landesstraße. Beim Land sieht man das völlig anders. Das erklärte jetzt auch Cornelia Mitschka, Pressesprecherin des Landesbetriebs Straßenwesen, noch einmal gegenüber der MAZ. „Nach Rücksprache mit dem Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft teilen wir mit, dass nicht die Absicht besteht, die Osdorfer Straße zur Landesstraße aufzustufen“, so Mitschka.

Gemeinde will nicht klagen

Wer Recht hat, müsste juristisch geklärt werden, doch für eine Klage hat niemand Zeit, Lust oder Geld. Deshalb bleibt statt der Umwidmung nur, die Kommune mit der Straße nicht allein zu lassen. Das sieht man selbst beim Land so. Mitschka schreibt dazu: „Die Gemeinde hat aber die Möglichkeit, für Erhaltungsmaßnahmen an der Gemeindestraße finanzielle Mittel aus dem Entflechtungsgesetz zu beantragen.“ Im Rathaus von Großbeeren wartet man nun sehnsüchtig auf solch ein schon lange in Aussicht gestelltes Signal. „Das heißt konkret, dass uns das Land in ein Förderprogramm mit wenigstens 50-prozentiger Förderung aufnimmt, besser wären natürlich 75 Prozent Fördergeld“, so Bürgermeister Carl Ahlgrimm (parteilos).

Hoffen auf Hilfe aus Berlin

Ahlgrimm und Detlef Gärtner, Beigeordneter des Kreises Teltow-Fläming, hoffen außerdem auf Hilfe aus Berlin: In Lichterfelde geht es zurzeit um ein Wohngebiet auf dem ehemaligen amerikanischen Militär-Übungsgelände. Der Investor muss auch Infrastrukturfragen im Umfeld klären. Dazu gehört die Osdorfer Straße. „Aber unabhängig davon“, sagte Gärtner der MAZ, „drängen wir auch im Nachbarschaftsforum mit Berlin-Steglitz darauf, den Ausbau dieser Straße irgendwie hinzubekommen.“ Darin leitet Gärtner die Arbeitsgruppe Süd, zu der neben den Kreisen Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald auch Kommunen wie Potsdam, Großbeeren, Ludwigsfelde und Königs Wusterhausen gehören.

Von Jutta Abromeit

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