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Großbeeren plant Tempo 30 im gesamten Ort

Plan für Lärmschutz Großbeeren plant Tempo 30 im gesamten Ort

In Großbeeren soll fast flächendeckend Tempo 30 eingeführt werden – jedenfalls, wenn der Lärmaktionsplan der Gemeinde so wie bisher vorgesehen umgesetzt wird. Er wurde nun im Bauausschuss zum ersten Mal diskutiert. Allerdings kann die Kommune die Geschwindigkeitsbeschränkungen nicht allein umsetzen.

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Quelle: Köster

Großbeeren. Im Zuge der EU-Lärmschutzrichtlinien könnte Großbeeren weitgehend zur Tempo-30-Zone werden. Einer entsprechenden Empfehlung stimmte der Bauausschuss am Montag zu.

Die Kommunen müssen die Lärmschutzrichtlinie umsetzen und den Lärm reduzieren, wie sie das machen, bleibt aber ihnen überlassen. Seit 2005 ist die von der Europäischen Union bereits 2002 beschlossene Umgebungslärmrichtlinie Bundesrecht. Sie wurde erarbeitet, um europaweit durch Lärm Betroffene zu schützen. Dabei sind die Gemeinden verpflichtet, auch einen Lärmaktionsplan aufzustellen.

2015 hatte Großbeeren deswegen eine Lärmkartierung vornehmen lassen. Ergebnis war, dass hauptsächlich die Ortsdurchgangsstraßen lärmintensiv sind. Gemeinsam mit der Ingenieurgesellschaft Hoffmann-Leichter wurden anschließend lärmmindernde Maßnahmen erarbeitet. Die Richtwerte lagen dabei bei 65 Dezibel am Tag und 55 Dezibel in der Nacht. Diese werden teilweise an den Durchgangsstraßen überschritten. Die Werte sind nicht alle gemessen worden, sondern aufgrund von Verkehrserhebungen errechnet worden.

Die Idee für die Verringerung des Lärmpegels im Ort besteht darin, das Tempolimit auf den Ortsdurchgangsstraßen von Großbeeren und Diedersdorf von 50 km/h auf 30 km/h zu reduzieren. Das betrifft in Großbeeren die Berliner Straße und Teile der Bahnhofsstraße sowie in Diedersdorf die L40.

Zudem soll nach diesen Plänen das Tempo auf der L76 nahe Birkenhain von derzeit 70 Stundenkilometern auf 50 reduziert werden, und auf der B101 bei Großbeeren ein Tempolimit von 80 km/h eingeführt werden. Bisher besteht dort eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 120 km/h. Zudem ist in den Plänen ein lärmarmer Fahrbahnbelag für die B101 vorgesehen, zum Schutz von Wohnsiedlungen, die nach den Plänen der Gemeinde bis 2020 dort entstehen sollen.

Ob diese Pläne insgesamt verwirklicht werden, hängt allerdings nicht nur von der Gemeinde Großbeeren ab. Da es sich bei den Straßen um Kreis- und Bundesstraßen handelt, und der Kreis für Tempolimits zuständig ist, muss die Gemeinde einen Antrag zur Umsetzung dieser Maßnahmen an die entsprechenden Behörden stellen.

Beim Landesstraßenbetrieb werden die Großbeerener Pläne zum Teil kritisch gesehen. Er bezieht sich in seiner Stellungnahme auf die Art der Berechnung, die für Mischgebiete andere Maßstäbe vorsehe, als für reine Wohngebiete, wie sie der Großbeerener Berechnung zu Grunde lag. Das wiederum sei Auslegungssache, entgegnet das Ingenieurbüro, das mit Blick auf den Schutz der Bevölkerung vor Lärm die Maßnahmen als gerechtfertigt verteidigt.

Besonders aber steht das uneingeschränkte Tempolimit von 30 km/h im Ortskern im Mittelpunkt der Kritik. Großbeeren wäre dann faktisch eine komplette 30er Zone. Der Landesbetrieb für Straßenwesen regt beispielsweise an, ein nächtliches Durchfahrverbot für Lkw, sowie eine zeitliche Begrenzung des Tempolimits auf nachts- oder tagsüber zu verhängen. Auch das Bauamt des Landkreises Teltow- Fläming favorisiert eine zeitliche Begrenzung von Tempo 30, und spricht sich lediglich für ein Tempolimit für Lkw aus. Dem gegenüber steht die Analyse der Ingenieurgesellschaft, die eine zeitliche Begrenzung eines 30er Tempolimits in einer schriftlichen Stellungnahme für „nicht wirkungsvoll“ einstuft.

Zugleich wird die geplante Verkehrsberuhigung mit Eröffnung des BER verknüpft. Es wird mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen von Berlin und Potsdam gerechnet. „Ein erwünschter Nebeneffekt wäre“, so Bürgermeister Carl Ahlgrimm (parteilos), „dass der Durchgangsverkehr das übergeordnete Straßennetz nutzt.“

Von Krischan Orth

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