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Großbeeren Abschied für Hortleiterin Heidrun Petersen
Lokales Teltow-Fläming Großbeeren Abschied für Hortleiterin Heidrun Petersen
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01:16 02.07.2018
Jede Menge Geschenke und Erinnerungen von den Kollegen – Großbeerens Hortleiterin Heidrun Petersen ist gerührt. Quelle: Fotos: Jutta Abromeit (2)
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Großbeeren

Für Heidrun Petersen gab es am Freitag beim Schul- und Sommerfest der Otfried-Preußler-Schule Großbeeren jede Menge Blumen: Die 63-jährige Hortleiterin geht in den Ruhestand. Immer abwechselnd musste die Rangsdorferin lachen und weinen  – immerzu wollten sie Kollegen und Kinder, Eltern und Gemeindevertreter zum Abschied drücken.

Abschied nach 43 Jahren an Großbeerens Hort und Schule – viele wollen sie noch einmal drücken. Quelle: Jutta Abromeit

Heidrun Petersen – in ihrem Umfeld nur Heidi genannt – hatte 1975 als „Pilei“ (Pionierleiterin) und Unterstufenlehrerin an der Schule Großbeeren begonnen. 1980 wechselte sie zum Hort „Groß-Bärenkinder“, bis 1990 arbeitete sie dort an der Bahnhofstraße als Erzieherin.

Nach dem Mauerfall war sie es, die die heute grüngetünchte Baracke leitete: „Sieben Kollegen hatte ich damals und wir haben 140 Kinder betreut“, erzählt sie. Für dieses Maximum waren die Räume zugelassen. Doch seither wächst Großbeeren, zuletzt so rasant, dass der Ort mit früher weniger als 4000 Einwohnern nun bald die 9000 erreicht.

Fakten und Zahlen zum Hortbau

2005 darf Großbeeren mit Sondergenehmigung 196 statt 140 Kinder im Hort „Groß-Bärenkinder“ aufnehmen. 2009 beschließt der Gemeinderat den Neubau. 2011 versagt die Kommunalaufsicht die Kreditaufnahme zum Bau.

2013 gibt es grünes Licht, doch Ausschreibungen fruchten nicht. Die Kommune legt eine Million Euro drauf. Dann sind Baufirmen überlastet, die Eröffnung wird mehrfach verschoben.

Am 19. Februar öffnet das neue Domizil; nun leitet es Sandy Schmiedel.

„Zum Schluss waren wir 18 Kollegen und haben dort permanent mehr als 240 Kinder betreut“, erzählt die Hortleiterin. Den Umzug ins neue Domizil im Frühjahr erlebte sie krankheitsbedingt nicht mit; die neuen Räume mit bald 300 Kindern liebt auch sie inzwischen. Freitagmittag, eine Stunde vor dem Abschied auf der großen Schulbühne, holten die Kollegen sie im Büro ab: „Ich dachte, wir verabschieden unseren Praktikanten...“, sagte sie lachend. Und bekam dann viele Geschenke und Erinnerungen, auch ein für sie umgedichtetes Lied.

Mehr als 5000 Kinder hat sie mit betreut

Was gab es Schönes in all den Jahren? „Ach Gott, da hab’ ich doch nie drüber nachgedacht“, sagt sie. Erzählt aber dann: „Es ist schön, Kinder aufwachsen zu sehen, die Jahre später eigene Kinder in unseren Hort brachten.“ Das habe sie gern mitgestaltet. „Für unsere beiden eigenen Kinder war das schwieriger, die fanden diese Zeit erst mit der Mutter als Deutsch- und Mathelehrerin, dann als Hortnerin, nicht witzig.“

Ebenfalls nicht witzig war es für die Erzieher, in alten und immer enger werdenden Räumen klar zu kommen. Heidrun Petersen und ihre Kollegen schafften es. Übrigens ohne eine Eltern-Beschwerde an ihrer Arbeit. Und der neue Bürgermeister Tobias Borstel (SPD) hatte beim Abschied diese Zahl parat: „Insgesamt haben Sie mehr als 5000 Kinder betreut.“

Die Großbeerener Primarstufenleiterin Ines Brunner (l.) und Bürgermeister Tobias Borstel (SPD/2.v.l.) überreichen Hortleiterin Heidrun Petersen Blumen; rechts ihr Mann, Schulleiter Boris Petersen. Quelle: Jutta Abromeit

Ihr Mann, Schulleiter Boris Petersen, hatte sie am letzten Arbeitstag morgens zu Hause mit dem Satz verabschiedet: „War ja heute das letzte Mal, dass du mit dem Wecker aufstehen musstest.“ Auf die Frage an ihn, was er seiner Frau nun täglich auf den Erledigungszettel schreibt, bis auch er im Ruhestand ist, sagt er lachend: „Ich werde mich hüten.“

Seine Frau freut sich, nun mehr Zeit für drei Enkel und das Grundstück zu haben. Im neuen Hort „Groß-Bärenkinder“ direkt an der Schule will sie Kollegen noch besuchen und auch mal Enkel abholen. Und sie freut sich aufs Nähen: „Ich liebe das! Außerdem werde ich Krimis lesen, jede Menge.“

Von Jutta Abromeit

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