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Großbeeren Zuzugsort ist Bauland-Pilotkommune
Lokales Teltow-Fläming Großbeeren Zuzugsort ist Bauland-Pilotkommune
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01:16 15.02.2019
Lutz Ritter leitet das Bau- und Planungsamt der knapp 9000 Einwohner zählenden Gemeinde Großbeeren. Quelle: Foto: Gemeinde Grossbeeren/Laag
Großbeeren

Großbeeren ist seinem Ziel einen Schritt näher, bei den riesigen Wohnungsbauflächen die Investoren-Begehrlichkeiten und Gemeinde-Interessen unter einen Hut zu bekommen: Der Zuzugsort bekam jetzt als vierte Brandenburger Gemeinde unter 10.000 Einwohnern die Bestätigung, dass er Pilot-Kommune für das sogenannte Bauland-Modell ist. Das sagte Bau- und Planungsamtsleiter Lutz Ritter bei einem Pressegespräch.

Bauland-Modell heißt: Investoren, die von der Wertsteigerung beim Umwandeln von Ackerfläche in Bauland profitieren, werden an den Kosten für die soziale Infrastruktur neuer Wohngebiete beteiligt. Bundesweit arbeiten größere Städte bereits so, bekannt sind die Beispiele München und Berlin.

Auch möglich: Pflicht zur Wohnbauförderung

In Brandenburg arbeitet Potsdam danach. Per Vertrag wird ein Investor verpflichtet, sich zusätzlich zu den Erschließungskosten mindestens auch an den Kosten für den Bau von Kitas oder Schulen zu beteiligen.

Darüber hinaus ist es möglich, den Investor zu verpflichten, öffentliche Wohnbauförderung in Anspruch zu nehmen. Dann hat die Gemeinde die Chance, später bei den Mieten mitzureden.

Kommunalpolitischer Streit kann zu Ende sein

Für Großbeeren bedeutet dieses Modell, dass der Ort den größten kommunalpolitischen Streit der zurückliegenden Jahre hinter sich lassen kann. Der Kampf um die potenzielle Wohnbaufläche Nördliches Ruhlsdorfer Feld (ehemals Saufichten) mit ihren insgesamt 30 Hektar hatte vor drei Jahren zu dem Vorschlag des damaligen Bürgermeisters und der CDU geführt, 51 Prozent der gemeindeeigenen Wohnungsbaugesellschaft zu verkaufen.

 Das wollte ein Großteil der Gemeindevertreter keinesfalls und brachte das Vorhaben zum Scheitern. Dieser Streit hatte das Klima im Gemeinderat vergiftet und bis in den Bürgermeister-Wahlkampf 2018 ausgestrahlt.

Zwei große Baufelder sind möglich

Eine Lösung, wie der rasant wachsende Ort jedoch trotzdem genug Wohnraum in allen Größenordnungen schaffen kann, war bisher nicht zustande gekommen.

Jetzt geht es um 14 Hektar reine Wohnbau-Fläche im Ruhlsdorfer Feld und ein ähnlich großes Areal im Ortsteil Heinersdorf, dieses Baufeld heißt Heinersdorf Nord.

„Wie viel Hektar dort genau bebaut werden können, das steht noch nicht fest“, erklärt Lutz Ritter, dazu müsse erst klar sein, wie viel Fläche die Gemeinde aus dem dortigen Landschaftsschutzgebiet herausnehmen darf.

Termin im Umwelt-Ministerium

Als Voraussetzung für das Bauland-Modell muss eine Gemeinde neue Bebauungspläne auf den Weg bringen, bei bestätigten B-Plänen greift es nicht.

Großbeeren muss jedoch zuallererst eine andere Grundvoraussetzung schaffen: Die Gemeinde muss ihren seit 2015 im Entwurf vorliegenden Flächennutzungsplan (FNP) genehmigt bekommen. Dazu erklärt Bürgermeister Tobias Borstel (SPD): „Deshalb haben wir noch im ersten Quartal einen Termin im Umwelt-Ministerium.“

Erste Wohnungen in zwei bis drei Jahren

Auf die Frage, wann im Ruhlsdorfer Feld und in Heinersdorf die ersten Wohnungen tatsächlich gebaut werden können, sagt Borstel: „Realistisch frühestens in zwei bis drei Jahren.“

Er sagt aber auch: „Wenn das Bauland-Modell für Großbeeren klappt, dann können wir bei konservativer Herangehensweise mit 1000 Wohnungen in zehn bis 15 Jahren mit etwa zehn Millionen Euro als Entlastung für unsere Kita- und Schul-Bauten rechnen.“

Von Jutta Abromeit

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