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Großbeeren Kleinbeerener Paar soll Wohnung räumen
Lokales Teltow-Fläming Großbeeren Kleinbeerener Paar soll Wohnung räumen
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01:16 12.08.2018
Mieter Knut Mehlhase aus Kleinbeeren und Rechtsanwalt Holger Catenhusen vor dem Amtsgericht Zossen. Quelle: Jutta Abromeit
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Zossen

Seit 20 Jahren wohnen Evelyn und Knut Mehlhase auf dem früheren Rittergut Kleinbeeeren, die Drei-Zimmer-Wohnung im Nebengebäude sollte ihr Alterssitz sein. Doch seit Jahren gibt es Streit: Die Vermieterin will das marode Haus grundlegend sanieren und neue Wohnungen herrichten. Sie kündigte den Mehlhases zum 31.Juli.

Das Ehepaar weigert sich auszuziehen. Es wohnt preiswert, setzt dafür jedoch alles selbst instand, hat Gasheizung, Laminat und Küche gebaut oder einbauen lassen. Evelyn Mehlhase sagt: „Wir haben als Rentner kein Geld, woanders für ein paar hundert Euro Miete mehr zu wohnen. Und der Markt ist dicht. Wir finden hier in der Gegend gar nichts.“

Aus vier Wohnungen sollen sechs werden

Am Donnerstag trafen sich beide Parteien im Amtsgericht Zossen. Die Klägerin hatte das Grundstück mit Gutshaus Anfang 2017 von der GbR Kleinbeeren gekauft. Da war ein Mieter schon tot, Mehlhases sagen, er habe sich wegen der Querelen das Leben genommen. Die verfallene Rittergut-Ruine nebenan, einer der wenigen Renaissance-Bauten in Brandenburg, wurde wie berichtet als Wohnhaus neu aufgebaut.

Die neue Gutshaus-Eigentümerin will nun eine Summe im oberen sechsstelligen Bereich investieren und aus den bisher vier Wohnungen sechs machen. Mit der älteren Dame im Erdgeschoss einigte sie sich.

Auszieh-Summe würde maximal zwei Jahre reichen

Für die Mehlhases geht es vor Gericht um die Räumungsklage der Vermieterin. Die sieht sich an der angemessenen wirtschaftlichen Verwertung des Hauses gehindert. Ihr Anwalt Philipp Spiller erklärt, das Holz im Dachgeschoss sei laut Gutachten so von Insekten befallen, dass es massiv geschädigt ist, örtlich gebe es Holz zerstörenden Pilzbefall. Das alles sei nicht bei bewohnten Räumen zu sanieren.

Deshalb bietet die Vermieterin vor Gericht zuerst 10.000, später bis zu 20.000 Euro, wenn Mehlhases ausziehen. Das sei nicht angemessen, so deren Anwalt Holger Catenhusen: „Bei einem Mietunterschied zu jetzt von wenigstens 500 Euro pro Monat sind 10.000 Euro mit einer neuen Wohnung in ein bis zwei Jahren aufgebraucht.“ Derzeit zahlt das Rentnerpaar knapp 200 Euro Miete.

„Und nun soll ich für andere da raus?“

Evelyn Mehlhase ist empört. Sie hatte die Wohnung mit ihrem ersten Mann bezogen. Der starb; Jahre wohnte sie allein, bis sie den neuen Partner fand. Der ist Elektroinstallateur, beide brachten alles auf Vordermann. „Und nun soll ich für andere da raus?“

Ihr Mann hält der Vermieterin entgegen: „Sie haben ihre Arbeiter hochgeschickt und ohne Vorwarnung den Dachboden zerkloppt, und wir haben keine Dämmung mehr.“ Die Gegenseite, der Ehemann der Eigentümerin, kontert: „Und Sie haben die Polizei geholt und die Einfahrt versperrt.“

Verhandlungsdifferenz derzeit: 30.000 Euro

Nach einer Beratungspause erklärt Anwalt Catenhusen, das Paar würde für 50.000 Euro zum Jahresende ausziehen. Differenz zum Klägerangebot: 30.000 Euro. Der Richter appelliert an beide Seiten, ihre Positionen zu überdenken, sonst spreche er ein Urteil. Nun gibt es am 6. September an gleicher Stelle einen weiteren Gerichtstermin.

Von Jutta Abromeit

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