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Großbeeren Logistik unter Druck – ein Ex-Diplomat zum Russland-Verhältnis
Lokales Teltow-Fläming Großbeeren Logistik unter Druck – ein Ex-Diplomat zum Russland-Verhältnis
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01:16 17.03.2019
Die Spedition Emons im GVZ Großbeeren bei der IHK-Auszeichnung als Top-Ausbildungsbetrieb 2016. Quelle: Foto: Jutta Abromeit
Ludwigsfelde

Über die deutsch-russischen Beziehungen soll am Dienstag ab 18 Uhr im Klubhaus Ludwigsfelde unter Regie der Konrad-Adenauer-Stiftung diskutiert werden. Erwartet wird dazu der ehemalige Botschafter der Bundesrepublik in Moskau, Ernst-Jörg von Studnitz.

Emons spricht von „erheblichen Verlusten“

Zu den Firmen in der Region, die unter den aktuellen EU-Sanktionen gegen Russland leiden, gehören Speditionen mit Osteuropa-Geschäft. Allein die mehrfach für gute Ausbildung geehrte Spedition Emons GmbH mit einem Standort im GVZ Großbeeren beklagt seit Einführung der Sanktionen wegen Russlands Vorgehen im Krim-Konflikt Verluste von inzwischen 40 Prozent.

Das sagt Dieter Müller, der Area-Manager Osteuropa am Emons-Standort in Himmelkron bei Bayreuth. „Wir haben mit diesen Sanktionen tatsächlich sehr deutliche Verluste. Aus unserer Sicht schaden diese Restriktionen eher uns Deutschen als Russland“, sagt er. Bei ihm liegen die Wirtschaftsdaten für die beiden deutschen Emons-Standorte Großbeeren und Bayreuth auf dem Tisch.

CDU-Mann Eichelbaum war Initiator

Auch über solche Auswirkungen wird am Dienstag in der Autobahn-Stadt Ludwigsfelde wohl diskutiert. Organisiert hat die Veranstaltung Danny Eichelbaum, CDU-Mann aus Jüterbog im Brandenburger Landtag.

CDU-Politiker Danny Eichelbaum (Präsident des Ringerverbandes Brandenburg) Quelle: Frank Neßler

Er erklärt, warum: „2019 ist ein besonderes Jahr. Vor 30 Jahren fiel die Mauer und vor 25 Jahren sind die sowjetischen Besatzungstruppen aus Deutschland abgezogen.“

Ostdeutschland und Teltow-Fläming hätten eine besondere Verbindung zu Russland, so Eichelbaum: „In Wünsdorf war der Sitz des Oberkommandos der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland, und in meiner Heimatstadt Jüterbog befand sich der größte Militärstandort der Sowjetarmee in der ehemaligen DDR.“

Frieden gehe nur mit Russland

In Jüterbog habe er 2018 Ernst-Jörg von Studnitz, den ehemaligen Botschafter in Moskau, kennengelernt. „Dessen Sohn wohnt mit seiner Familie in Jüterbog, und er war dort bereits bei einer Veranstaltung zum Thema ,Die Deutschen-russischen Beziehungen’.“ Eichelbaum habe sich gefreut, dass der Ex-Diplomat gleich zusagte, nach Ludwigsfelde zu kommen.

Zur Frage, ob Besucher wie häufig in deutschen Medien massive Russland-Kritik erwarten müssen, erklärt Eichelbaum, es gehe keineswegs um Konfrontation, sondern um Dialog. „Frieden in Europa und in der Welt kann es nur mit und nicht gegen Russland geben.“

Fakt sei, das 1974 schon der damalige bayerische Ministerpräsident Franz Joseph Strauß gesagt: „Es war immer eine gute Zeit für Europa, wenn Deutschland und Russland gute Beziehungen hatten, und es waren bittere Zeiten für Europa, wenn das nicht der Fall war.“

Sanktionen haben Wirkung bisher verfehlt

Zur gegenwärtigen Situation mit den Wirtschaftssanktionen gegen Russland sagt der Jüterboger: „Ich glaube, dass wir eine neue Debatte über das Thema benötigen.“ Denn die Wirtschaftssanktionen gegen Russland hätten die gewünschte politische Wirkung bisher nicht erreicht.

„Außerdem leiden auch die ostdeutsche Wirtschaft und die Landwirtschaft unter den Sanktionen, da der Handel mit bestimmten Produkten untersagt ist. Deshalb bin ich persönlich der Auffassung, dass politische Konflikte auch politisch, und nicht wirtschaftlich gelöst werden sollten.“

Eichelbaum selbst war übrigens noch nie in Russland, will das aber auf jeden Fall in den kommenden Jahren nachholen.

Von Jutta Abromeit

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