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Große Feier mit Bussard und Handspindel

750 Jahre Stadtrecht Große Feier mit Bussard und Handspindel

Im Jahr 1265 wurde Dahme das erste Mal als Stadt erwähnt. 750 Jahre später wurde die Ernennung mit einem großen Fest gefeiert. Ein Mittelaltermarkt sorgte rund um die alte Ruine für eine ganz besondere Stimmung unter den Gästen. Für Unruhe sorgte hingegen ein Zwist zwischen den Stadtverordneten, die sich nicht einig über die Finanzierung der Feierlichkeiten sind.

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Gerd Perschke und sein Wüstenbussard erhielten viel Beifall bei den Aufführungen an der alten Ruine.

Quelle: Gertraud Behrendt

Dahme. 1265 ist Dahme als Stadt erstmals erwähnt worden. Dieses Datum gilt als sicher. Deshalb wurde am Wochenende auch 750 Jahre Stadtrecht gefeiert. Am Freitagabend spielte das „Theater 89“ vor dem Kavaliershaus. Von der edlen Ansicht waren alle begeistert. Dabei war der angestammte Platz vor der Schlossruine nur deshalb nicht verfügbar, weil dort schon die Bühnen für Samstag und Sonntag standen.

Dort wurde den Gästen einiges geboten: Ein Mittelaltermarkt vor der Ruine mit Dorfschmied Ulf Thiele aus Mörz bei Bad Belzig, der Holzwerkstatt von Thomas Rülicke aus Seehausen und vielen anderen. Ursula Deisinger aus Wittenberg zeigte, wie mit der Handspindel umgegangen wird. Sie ist perfekt, wenn alte Leinenwäsche auszubessern oder neue herzustellen ist. Für eine Gruppe beim gestrigen Festumzug hat sie die Hauben genäht.

Der Wüstenbussard Lugh und sein Falkner Gerd Perschke aus Chemnitz gehörten zu den Stars am Samstagnachmittag. Bei vielen Darbietungen flog der Greifvogel ganz dicht über die Köpfe der Zuschauer hinweg. Dabei zeigte er sein Können und das Vertrauen zu seinem Meister, der meist auf den dicken Lederhandschuh verzichtete. Am Zelt von Perschke, in dem auch Falken auf ihren Auftritt warteten, fragten viele den Falkner aus. Der war erstmals in Dahme und sagte: „Das Ambiente ist super hier mit der Schlossruine.“

In der Ruine boten die Lichtinstallationen von Jörn Hanitzsch hübsche Fotomotive und Museumsleiter Tilo Wolf führte Interessierte herum. Im dunklen Keller harrten die Kinder aus, um Besucher zu erschrecken. Hinter der Ruine spielten später „Kondor“ aus Brück und „Blues Garden“.

Zuvor unterhielten die „Rabenbrüder“ das Publikum in ihrer bewährten und lustigen Weise. „Wir machen uns für euch zum Klops, aber ihr müsst mitmachen“, forderte Ralf der Rabe die Zuschauer auf und erläuterte ganz genau, wie die Gäste denn zu klatschen hätten. Und er betonte auch, dass er nicht abgeneigt sei, von den Zuschauern auch etwas „Flüssiges“, in Form von Getränken, anzunehmen. Das beigebrachte Klatschen klappte.

Das Programm war von in Dahme ansässigen Firmen und Privatleuten finanziert worden. Und von einigen Mitgliedern in der Stadtverordnetenversammlung. Dies habe im Vorfeld zu einigen Verstimmungen geführt, war am Wochenende herauszuhören. Es hätten auch viele daher die Veranstaltung „boykottiert“, sagte ein Dahmenser, der namentlich nicht genannt werden wollte. Das war sehr schade. Immerhin gab es viel zu sehen, zu hören und zu erfahren. Die Stadt hatte sich wahrlich herausgeputzt angesichts des feierlichen Anlasses.

Auswärtige dürften von den Querelen im Vorfeld nichts bemerkt haben. Sie wurden überall umsorgt. Beispielsweise im Museum und im Rathaus. Frank Herhold aus dem Bauamt und Karin Emde aus dem Einwohnermeldeamt betreuten am Samstag die Leute, die einen Blick vom Rathausturm werfen wollten. Von dort war die Otto-Unverdorben-Oberschule zu sehen, in der ebenfalls die Gäste empfangen worden sind.

Abgeschlossen wurde die Stadtrechteparty am Sonntag dann mit einem großen Festumzug.

Von Gertraud Behrendt

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