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Große Linde auf dem Boulevard gefällt

Luckenwalde Große Linde auf dem Boulevard gefällt

Immer noch werden in Luckenwalde Sturmschäden vom Wochenende beseitigt und Bäume weggeräumt. Laut Stadt war auf dem Boulevard die einzige Linde, die stehen bleiben sollte, nicht mehr zu retten. Sie wurde am Donnerstagmorgen gefällt. Bei anderen Fäll-Aktionen störten Hornissen die Feuerwehr.

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Von der einzigen Linde auf dem Boulevard, die stehen bleiben sollte, ist nur noch der Stumpf übrig.

Quelle: Elinor Wenke

Luckenwalde. Auch Tage nach dem Unwetter vom Sonntagabend fordern Sturm und Hagel in der Stadt Luckenwalde noch ihren Tribut. So wurde am Donnerstag in den frühen Morgenstunden eine Linde auf dem Luckenwalder Boulevard gefällt, weil sie nicht mehr standsicher war.

Ausgerechnet die letzte Linde gefällt

Das Brisante an der Situation: Der große Lindenbaum im Herzen der Fußgängerzone war das einzige Exemplar, das im Zuge der Sanierungsarbeiten stehen bleiben sollte. Das hatte die Untere Naturschutzbehörde entschieden. Alle anderen 46 Linden wurden schon oder werden noch gefällt und durch neue Bäume ersetzt, damit die aufwendige Umgestaltung des Boulevards vonstatten gehen kann. Einwohner und Umweltschützer hatten in der Vergangenheit mehrfach gegen die Komplett-Abholzung der 40 Jahre alten Bäume protestiert.

Doch laut Stadt war der Baum nicht mehr zu retten. „Die Sturmereignisse vom 28. August haben dazu geführt, dass der Baum nicht mehr standsicher war, dies wurde durch einen öffentlich bestellten und vereidigten Gutachter festgestellt“, teilt Sonja Dirauf von der Stadtverwaltung mit. Von dem Baum sei eine unmittelbare und konkrete Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgegangen, die es umgehend zu beseitigen galt, heißt es. „Der Gutachter stellte fest, dass kein anderes beziehungsweise kein milderes Mittel zur Gefahrenabwehr möglich ist“, so Sonja Dirauf weiter. Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises wurde darüber informiert.

In der Straße zum Freibad musste die Feuerwehr einen Baum von der Fahrbahn räumen und mit einem Hornissenschwarm kämpfen

In der Straße zum Freibad musste die Feuerwehr einen Baum von der Fahrbahn räumen und mit einem Hornissenschwarm kämpfen.

Quelle: Privat

Bereits am Mittwochabend wurde die Luckenwalder Feuerwehr kurz vor 20 Uhr in die Straße zum Freibad in die Nähe einer kleinen Brücke gerufen. Dort war laut Alarm ein großer Ast mitten auf die Straße gekracht und blockierte den Verkehr. „Ich war sehr überrascht“, sagt Einsatzleiter Silvio Pade, „denn der Ast war schon so groß wie ein ganzer Baum.“

Als die Kameraden den Überresten der Weide zu Leibe rücken wollten, ereilte sie eine weitere Überraschung. „In dem Baum befand sich ein Hornissennest“, berichtet Pade. Die aufgeschreckten Insekten reagierten ziemlich aggressiv, einem Feuerwehrmann wurde in den linken Unterarm gestochen, er bekam eine starke Schwellung.

Erfolglose Suche nach einem Imker

Da die Hornissen artengeschützte Tiere sind, mussten die Helfer ihren Einsatz erst einmal unterbrechen. „Wir haben versucht, einen Imker zu erreichen, aber erfolglos“, so Pade. Dann warteten die Feuerwehrleute ab. „Als es dunkler und kälter wurde, haben sich die Hornissen etwas beruhigt“, berichtet Pade. Er war mit insgesamt 14 Kameraden und drei Fahrzeugen vor Ort; auch ehrenamtliche Kräfte waren nachalarmiert worden. Der Einsatzleiter vermutet, dass der Baum ein nachträgliches Opfer des Sturmes war, dass aber auch die Hornissen ihrerseits der Weide zugesetzt hatten.

In voller Montur gelang es den Kameraden schließlich, vorsichtig und unbeschadet den Baum zu zerlegen. „Wir haben die Hornissen nicht vertrieben und kein Gift eingesetzt“, versichert Pade. Rund zwei Stunden war er mit seinen Leuten im Einsatz und konnte gegen 22 Uhr wieder abrücken. „Umgeknickte oder entwurzelte Bäume wegräumen müssen wir ja öfter, aber einen solchen Einsatz mit Hornissen habe ich vorher noch nicht erlebt“, sagt Silvio Pade.

Von Elinor Wenke

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