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Großer Andrang im Asylheim in Wünsdorf

Tag der offenen Tür Großer Andrang im Asylheim in Wünsdorf

Groß war der Andrang in der Wünsdorfer Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge und Asylbewerber. Hunderte Besucher schauten sich dort am Tag der offenen Tür um. Angeboten wurden gruppenweise Führungen über das Außengelände und in Teilbereiche bereits fertig gestellter Gebäude. Ab Montag werden die ersten Flüchtlinge erwartet.

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Innenminister Karl-Heinz Schröter (Mitte) und Timon Marszalek (2.v.r.), Leiter der Wünsdorfer Erstaufnahmestelle, nahmen an der ersten Führung teil.

Quelle: Frank Pechhold

Wünsdorf. Hunderte Bürger schauten sich Donnerstag in der Wünsdorfer Erstaufnahmestelle um. „Mit diesem Andrang haben wir gerechnet“, zeigte sich Timon Marszalek zufrieden. Der Mitarbeiter des DRK-Kreisverbandes Fläming-Spreewald leitet die für bis zu 1700 Menschen geplante Asylunterkunft, die ab der kommenden Woche bezogen wird.

In der Menso konnten sich die Besucher bei den Mitarbeitern eine Couscouspfanne mit Cevapcici holen

In der Menso konnten sich die Besucher bei den Mitarbeitern eine Couscouspfanne mit Cevapcici holen.

Quelle: Frank Pechhold

Gruppenweise wurden die Besucher über Teile des Außengeländes und in bereits bezugsfertige Gebäude geführt. Unter den ersten Schaulustigen war der Zossener Stadtverordnete Hans-Jürgen Lueders (SPD). Er wollte „sehen, wie das alles hergerichtet worden ist.“ Im Fernsehen habe man berichtet, dass hier überwiegend Flüchtlingsfamilien und Frauen mit Kindern untergebracht werden sollen, so Lüders. „Ob das stimmt, weiß man ja nicht.“

Hock-Toiletten gehören zur Standardausstattung

Hock-Toiletten gehören zur Standardausstattung.

Quelle: Frank Pechhold

„Wir haben hier ein Familienhaus und auch ein Männerhaus“, sagte Matthias Kahl, Staatssekretär im Brandenburger Innenministerium. Aktuell seien 550 Plätze in festen und 440 Plätze in Containerunterkünften bezugsfertig. Im Familienhaus gibt es Räume mit jeweils drei Betten, Tisch, Schrank und Stühlen. Duschen, WCs mit Hock-Toiletten und ausgeleuchtete Fluchtwege zweigen von den Fluren ab. Dort weisen Schilder in deutscher, englischer, arabischer Sprache darauf hin, ob sich ein Spielzimmer, Gebetszimmer oder ein anderer Gemeinschaftsraum hinter der jeweiligen Tür verbirgt. „Das Kinderzimmer macht die ganze Atmosphäre in dem Gebäude bedeutend freundlicher“, sagte Besucherin Andrea Magdeburg.

Zwischenstopp an der Rettungstreppe des Familienhauses

Zwischenstopp an der Rettungstreppe des Familienhauses. Dann ging es auch für diese Gruppe weiter in die provisorische Mensa.

Quelle: Frank Pechhold

Am Ende des Rundgangs stand ein Besuch in der Mensa, die übergangsweise in Containern untergebracht ist. Erst im dritten Quartal 2017 soll die eigentliche Mensa in Betrieb gehen. So lange muss das Provisorium genügen. Dort arbeiten aktuell 13 Frauen in der Essenausgabe, die den Gästen Donnerstag Couscouspfanne mit Cevapcici und Kaffee servierten. „Mit so einem Tag der offenen Tür gehen viele Berührungsängste und Vorbehalte ein Stück weit zurück“, sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD). Er erlebe eine große Aufgeschlossenheit, aber auch eine gewisse Sorge unter den Besuchern. „Die Leute hier geben sich echt Mühe, den Besuchern ein klares Bild von der Einrichtung zu vermitteln. Sie sind ja auch nicht schuld an der Situation, die wir in Deutschland haben“, sagte Jean-Pascal Hohm, Landesvorsitzender der AfD-Nachfolgeorganisation Junge Alternative. „Mein Vater musste aus Polen nach Deutschland fliehen. Deshalb interessiert mich dieses Thema“, so die Wünsdorferin Petra Bannier. Natürlich bräuchten auch die hier ankommenden Flüchtlinge Hilfe. Aber wie wolle man das bei so vielen Menschen händeln? „Das bleibt für mich die große Frage.“

Von Frank Pechhold

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