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Großlogistiker Kühne & Nagel ins GVZ umgezogen

Großbeeren Großlogistiker Kühne & Nagel ins GVZ umgezogen

Infrastrukturstaatssekretärin Ines Jesse hat das Logistikzentrum der Spedition Kühne und Nagel in Großbeeren besucht und sich über das Güterverkehrszentrum informiert. Sie will transkontinentale Verkehrswege der Hauptstadtregion weiter verknüpfen.

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Kühne & Nagel-Regionalleiter Alexander Hornung (l.) erklärt Staatssekretärin Ines Jesse Abläufe im neuen Logistik-Lager im GVZ.

Quelle: Jutta Abrometi

Großbeeren. Vor wenigen Tagen zog der Groß-Logistiker Kühne &Nagel (K & N) von Ludwigsfelde nach Großbeeren in sein neues Zentrallager Berlin im GVZ. Viele Lieferungen funktionieren schon von dort aus, „in kleinen Bereichen haben wir noch Baustellen“, erklärt Alexander Hornung, K & N-Regionalleiter Ost. Er ist zuständig für die Niederlassungen in allen neuen Bundesländern mit insgesamt 550 Mitarbeitern und rund 70 000 Quadratmetern reiner Logistikfläche. Von den 23 Kühne & Nagel-Jahren in Ludwigsfelde hatte Hornung 18 miterlebt.

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Das GVZ Berlin Süd , wie es offiziell heißt, gilt als ausverkauft. Derzeit arbeiten dort 9300 Menschen – Großbeerener und Pendler sowohl aus dem südlichen Umland als auch aus Berlin.

Sind alle Firmenareale im GVZ besetzt und haben alle avisierten Unternehmen ihr Gelände bebaut, wird mit 16 000 Arbeitsplätzen gerechnet.

Bisher flossen neben privatwirtschaftlichen Investitionen von Firmen nach den Worten von IPG-Geschäftsführer Rüdiger Hage 130 Millionen Euro öffentliches Geld ins GVZ. Die IPG ist Projektentwickler, Vorhabenträger ist nach wie vor die Gemeinde.

Am Donnerstag bekam er mit Ines Jesse, der neuen Staatssekretärin in Brandenburgs Infrastruktur-Ministerium, ersten hohen Politiker-Besuch Am Lilograben. Jesse ist seit gut 100 Tagen im Amt. Sie kommt aus der Kommunalpolitik und wollte vor allem „das erfolgreichste GVZ der Hauptstadtregion kennenlernen. „Ich wollte sehen, wie die Struktur funktioniert, wollte Unternehmen kennenlernen und sehen, wie die verschiedene Verkehrswege verknüpft sind“. Sichtlich beeindruckt verließ sie das Areal nach zwei Stunden. Da hatten ihr drei Männer auf einer Kleinbus-Fahrt Fakten präsentiert, Entwicklungen erklärt, das Umschlagterminal gezeigt und sie mit Firmen-Chefs bekannt gemacht: Bürgermeister Carl Ahlgrimm (parteilos), SPD-Landtagsmitglied Helmuth Barthel und Rüdiger Hage, Geschäftsführer der GVZ-Entwicklungsfirma IPG. Eine Station hieß Kühne & Nagel.

Dort erfuhr sie, dass auch diese Firma um Fachkräfte ringt. Regionalchef Hornung erklärte: „Wir motivieren unsere Mitarbeiter schon lange nicht mehr nur über Geld, sondern auch über andre Faktoren.“ So werde überlegt, neben den großzügigen und gut ausgestatteten Sozial- und Schulungsräumen auf dem Gelände im nächsten Jahr auch einen Kinderbetreuungsraum einzurichten.

Die Staatssekretärin wundert sich: „Haben Sie hier viele Frauen?“ Anders als an anderen Standorten arbeiteten in Großbeeren zur Hälfte Männer, zur Hälfte Frauen. „Und es gibt bei uns auch inzwischen eine Menge Männer, die drei Monate Elternzeit voll ausschöpfen.“ Außerdem, so Hornung, wolle das Unternehmen zur künftigen Mitarbeiter-Gewinnung ein Austauschprogramm mit der Großbeerener Schule initiieren: „Die Schüler schauen sich hier unsere Arbeit an, und die Mitarbeiter sehen in der Schule, wie heute unterrichtet wird.“

Beide Bereiche hätten in den zurückliegenden 20 Jahren Quantesprünge hinter sich, so Hornung. Seiner Firma stehen weitere Änderungen bevor: „Geht der BER in Betrieb, verlagern wir unsere Luftfracht von Tegel nach Schönefeld.“ Die Flughafen-Nähe war eines der wichtigsten Kriterien für die Kühne & Nagel-Entscheidung, ins GVZ zu gehen. Jesses Fazit: „Wir müssen Straße, Schiene und Wasserwege in der Hauptstadtregion mit ihren drei transeuropäischen Verkehrskorridoren weiter verknüpfen, um mehr Logistikknoten im Land auszubauen.“

Von Jutta Abromeit

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