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Grundschule kurz vor der Zwangsschließung

Stadt Jüterbog in Zugzwang Grundschule kurz vor der Zwangsschließung

Zum Ferienende vergangene Woche stand die Linden-Grundschule in Jüterbog (Teltow-Fläming) kurz vor der Zwangsschließung. Fehlende Nachweise über die regelmäßige Prüfung elektrischer Geräte und der Löschwasser-Steigleitungen, fehlende Notbeleuchtung in Fluren und Treppenhäusern – das Mängel-Protokoll für Schule ist lang.

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Brandschutz-Mängel an der Jüterboger Linden-Grundschule.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog, Auflagen der Brandschau 2012 unbearbeitet. Der Brandschutz an der Jüterboger Linden-Grundschule ist unzulänglich. Dies ist das Ergebnis einer Brandschau in den Sommerferien, wie sie in öffentlichen Einrichtungen zur Routine gehört.

Betriebserlaubnis steht auf der Kippe

Üblicherweise werden dabei Mängel festgestellt und Auflagen zur raschen Beseitigung zu Protokoll gegeben. Doch im Fall der Lindenschule stand kurzfristig die Betriebserlaubnis auf der Kippe. Das geht aus dem Protokoll der Brandschau eineinhalb Wochen vor dem Start ins neue Schuljahr hervor, das der MAZ vorliegt.

Damals inspizierten Brandschutzbeauftragte des Landkreises, Feuerwehrleute, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der Schule gemeinsam das Schulgelände. Die Mängel, die sie dabei entdeckten, ließen zumindest den Fachleuten die Haare zu Berge stehen. Binnen einer Woche sollten die Mängel beseitigt werden, andererseits könne in der Schule kein Unterricht stattfinden.

 

Ein Grund für die Unzufriedenheit: Offenbar wurden Auflagen der vorangegangenen Brandschau im Jahr 2012 nicht erfüllt. Schon damals wurden unhaltbare Zustande und Auflagen zur Mängelbeseitigung im Protokoll vermerkt. Getan, so der Eindruck seitens des Landkreises, hatte sich seither zu wenig.

Der Auszug aus dem Protokoll zeigt die Mängelliste im Protokoll der Brandschau an der Linden-Grundschule

Der Auszug aus dem Protokoll zeigt die Mängelliste im Protokoll der Brandschau an der Linden-Grundschule.

Quelle: Uwe Klemens

Insgesamt 14 Unzulänglichkeiten innerhalb der Lindenschule attestiert die Behörde der Stadt, die Schulträger ist. Die vorgeschrieben Nachweise über die turnusmäßige Prüfung elektrischer Geräte und der Löschwasser-Steigleitungen fehlen ebenso wie die Notbeleuchtung in Fluren und Treppenhäusern. Zudem sind Notrufknöpfe zum Auslösen eines Alarms falsch gekennzeichnet, eine stromnetzunabhängige Alarmierungsanlage, die Schüler und Lehrer innerhalb des Schulhauses über eine Gefahrenlage informiert, gibt es ebenfalls nicht.

Hinzu kommen undichte oder nicht vorhandene Brandschutztüren, fehlende, hitzehemmende Verkleidungen von statischen Elementen und defekte Türentriegelungen. Dem Schulgebäude fehlt ein zweiter Flucht- und Rettungsweg aus dem Obergeschoss. Diverse Möbel verstellen aus Sicht des Brandschutzes die Fluchtwege.

Hintergrund

Die Brandschutzdienststelle des Kreises hat die Aufgabe, Brandverhütungsschauen durchzuführen in Anlagen mit erhöhter Brand- oder Explosionsgefährdung und in Einrichtungen mit vielen Menschen.

Dies trifft auf rund 700 derartige Objekte zu, unter anderem auf Schulen.


Im Jahr 2015 wurden 96 Brandschauen durchgeführt sowie 101 Stellungnahmen zu Bauvorhaben sowie 214 Stellungnahmen als Träger öffentlicher Belange erarbeitet.

Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue (parteilos) wiegelt in einer ersten Stellungnahme gegenüber der MAZ ab: „Ich kann Sie unterrichten, dass eine Nutzungsuntersagung derzeit nicht in Diskussion steht. Die Stadt bringt sukzessive in enger Abstimmung mit der Aufsicht führenden Landrätin alle Gebäude auf den aktuellen Stand.“ Es sollen hohe Brandschutz-Investitionen getätigt worden sein – welche, verrät Raue nicht. „Ich kann und möchte keine Details bekannt geben, um nicht unnötig Unruhe in der Öffentlichkeit zu erzeugen“, gibt er sich geheimniskrämerisch.

Tatsächlich hat der Kreis kurz vor Fristablauf die angedrohte Sofortschließung ausgesetzt. Die Stadt habe zwischenzeitlich nachgewiesen, heißt es aus der Landkreis-Pressestelle, welche Maßnahmen sie veranlasst oder geplant hat. Unter anderem wurde ein provisorischer Rettungsweg geschaffen.

Von Uwe Klemens

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