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Teltow-Fläming Grundwassersanierung bis 2015 - oder länger
Lokales Teltow-Fläming Grundwassersanierung bis 2015 - oder länger
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09:59 22.10.2013
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Jüterbog

28 Tonnen Schadstoffe sind in den zurückliegenden neun Jahren aus dem Boden rund um die Wäscherei auf dem Gelände der früheren Kaserne in Neues Lager gepumpt worden, 29 Tonnen werden es bis zum Jahresende sein. Wie lange es dauert, das Erdreich vollständig von den chemischen Altlasten zu befreien, kann heute noch niemand sagen, auf jeden Fall mehrere Jahre. Parallel zur Sanierung laufen die Untersuchungen weiter, bis 2015 sind die Arbeiten erst einmal geplant. Bisher belaufen sich die Kosten auf 3,6 Millionen Euro.

Die Grundwassersanierung am Standort Neues Lager stand am Donnerstag im Mittelpunkt des Bodenschutzforums der Industrie- und Handelskammer (IHK). Fachleute, Vertreter von Behörden und Planungsbüros sowie von Energieversorgungsunternehmen und Verkehrsbetrieben hörten im Wilhelm-Kempff-Saal des Kulturquartiers Mönchenkloster mehrere Vorträge, bevor sie vor Ort an einer Besichtigung der Anlage teilnahmen.

Im Herbst 2004 hatte die Brandenburgische Bodengesellschaft (BBG) den Probebetrieb an der Wäscherei Altes Lager aufgenommen. Seit 1918 wurde das Gelände militärisch genutzt, die Wehrmacht erweiterte die Anlagen 1933/34. Mehrere Jahrzehnte lang wurden an dem Standort Offiziersuniformen und Ausrüstungsteile chemisch gereinigt. Untersuchungen hatten ergeben, dass dadurch die Trinkwasserversorgung der Jüterboger gefährdet war. Das nächste Wasserwerk ist zwei Kilometer entfernt. Dabei gelangten auch große Mengen des giftigen und leicht brennbaren Lösungsmittels Trichlorethen (LCKW) in den Untergrund. Der belastete Bereich ist 15 Hektar groß. Die Reinigungsanlage sollte ursprünglich drei Jahre in Betrieb bleiben und Schadstoffe aus der Bodenluft und dem Grundwasser filtern. Eine neue Anlage ging 2011 in Betrieb. Die Erweiterung wurde nötig, weil Schadstoffrückstände im unteren, 50 Meter tiefen Grundwasserleiter festgestellt worden waren. Je länger die Lösungsmittel, die schwerer als Wasser sind, im Untergrund bleiben, desto tiefer dringen sie ein. An welchen Stellen genau, das sei schwierig zu ermitteln, so Bernd Isenberg von der BBG.

Zum Auftakt des IHK-Bodenschutzforums, das jährlich an einem anderen Ort stattfindet, hatte Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue darauf aufmerksam gemacht, wie schwierig es künftig wird, Altlasten in den Größenordnungen wie bisher fortzuführen. „Es wird ein deutlich steinigerer Weg“, sagte er.

Der Konversionsexperte Markus Hennen aus Jüterbog schilderte die Dimensionen der Überbleibsel militärischer Nutzung. Auch wenn ein großer Teil der Flächen, nämlich 93 Prozent, verkauft seien, bedeute dies nicht, dass sie auch verwertet sind. „Die Schäden sind dadurch nicht beseitigt, sie werden nur auf andere Schultern verteilt“, so Hennen.

In die Grundwassersanierung Neues Lager ist bisher eine halbe Million Euro Fördermittel der Europäischen Union geflossen. Diese Summe dürfte ab 2014, in der neuen Förderperiode, deutlich geringer ausfallen.

Von Martina Burghardt

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