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Gruseliger Verdacht: Opa missbraucht Enkel

Dobbrikow Gruseliger Verdacht: Opa missbraucht Enkel

Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt gegen einen Großvater, der in Dobbrikow (Teltow-Fläming) seinen sechs Jahre alten Enkel sexuell missbraucht haben soll. Mit Informationen zu dem Fall halten sich die Ermittler zurück. Der Weiße Ring bestätigt, dass Missbrauchsfälle durch Großväter nicht selten sind.

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Missbrauch ist in Familien weiter verbreitet, als viele es wahrhaben wollen.

Quelle: dpa

Dobbrikow. In der vorigen Woche soll es in Dobbrikow (Teltow-Fläming) zum sexuellem Missbrauch gekommen sein. Beschuldigt wird ein Großvater, sich an seinem sechsjährige Enkel vergangen zu haben. Ob Täter oder Opfer aus dem kleinen Ort bei Luckenwalde stammen oder Urlauber sind, ist unklar.

Staatsanwaltschaft bestätigt MAZ-Information

Christoph Lange, Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam, bestätigte die MAZ-Information, dass ein derartiges Verfahren eingeleitet wurde. „Die Ermittlungen laufen. Die Tat ist noch relativ frisch. Deshalb wird erst sorgfältig geprüft. Das Ergebnis ist noch offen“, sagte Lange. In solche Fällen würde die Polizei vorsichtig zu Werke gehen, da es sich um ein sehr sensibles Thema handelt. „Das Opfer muss in kindgerechter Art und Weise verhört werden“, fügt Lange hinzu. Einzelheiten zu dem Fall und dazu, ob es bereits mehrere Übergriffe gegeben hatte, war von der Staatsanwaltschaft nicht zu erfahren.

Weißer Ring: Missbrauch in der Familie kommt oft vor

Laut Walter Meyer von der Opferberatung „Weißer Ring“ kommen solche Fälle leider recht häufig vor – allein die Vertreter vom Weißen Ring in Teltow-Fläming haben in den vergangenen fünf Jahren jeweils vier „Opa-Fälle“ betreut. „Alte Männer, die sexuell noch aktiv sein möchten oder müssen, gehen den Weg des geringsten Widerstandes. Für ein Bordell fehlen Mut, Geld oder Möglichkeit oder man traut sich nicht, weil die Angst besteht, gesehen zu werden“, weiß der Ex-Kriminalhauptkommissar, der seit 22 Jahren ehrenamtlich für den Weißen Ring arbeitet und regelmäßig Sprechstunden anbietet.

Präventionsprogramme helfen nicht

Im Vorfeld lassen sich seiner Ansicht nach solche Taten mit keinem Präventionsprogramm verhindern, besonders nicht, wenn der „liebe Opi“ so eine Tat lange vorbereitet hat; eventuell durch Sach- oder Geldspenden oder Versprechungen im Allgemeinen. „Eltern können nur auf Veränderungen bei ihren Kindern achten. Entweder das Kind will überhaupt nicht mehr zu Opa oder es will jetzt auf einmal besonders oft zu ihm, ohne einen Grund zu nennen“, fügt Meyer hinzu. Wenn Toilettengänge, Bad oder Dusche nur noch bei verschlossener Tür vorgenommen werden, sollten bei den Eltern die Alarmglocken schrillen. Schmerzen am oder im Unterleib ohne erkennbare Ursache können Zeichen für einen sexuellen Missbrauchs sein.

Studien: Jedes zehnte Kind wird missbraucht

Bundesweite Studien haben ergeben, dass mindestens jeder Zehnte in Kindheit oder Jugend sexuellen Missbrauch erlebt hat. Etwa ein Drittel der Betroffenen wurden von Tätern aus der Familie missbraucht. Vier von fünf Tätern sind Männer. Die meisten Täter kommen aus dem sogenannten außerfamiliären Nahbereich, etwa Verwandte oder Babysitter. Präzise Statistiken und repräsentative Untersuchungen darüber, wie viele Fälle sexuellen Missbrauchs es in welchen Bereichen gibt, fehlen weitgehend.

Erst vor drei Wochen war der Mörder von Elias (6) und Mohamed (4) verurteilt worden. Silvio S. kommt aus Kaltenborn und hatte die beiden Jungen entführt und missbraucht, ehe er sie tötete.

Info: Sprechstunde des Weißen Ringes Teltow-Fläming ist an jedem letzten Freitag im Monat, von 16 bis 18 Uhr im Kreishaus in Luckenwalde, Am Nuthe­fließ 2. Das bundesweite, Opfer-Telefon ist erreichbar unter  116 006.

Von Margrit Hahn

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