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Teltow-Fläming Gusseiserner Obelisk vor 200 Jahren aufgestellt
Lokales Teltow-Fläming Gusseiserner Obelisk vor 200 Jahren aufgestellt
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00:19 05.08.2017
So in Patinagrün sieht der nach Entwürfen von Schinkel geschaffene Großbeerener Obelisk auf dem Kirchhof heute aus. Quelle: Fotos: Jutta Abromeit (2)
Großbeeren

In wenigen Tagen jährt sich zum 200. Mal der Tag, an dem in Großbeeren das erste Denkmal an die siegreiche Schlacht gegen die napoleonischen Truppen und die dabei Gefallenen aufgestellt wurde: Seit dem 23. August 1817 steht der nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel gestaltete Obelisk auf dem Kirchhof. Es folgten die Bülow-Pyramide und 1913, zum 100. Jahrestag der Schlacht von Großbeeren, der Gedenkturm, das weithin sichtbare Wahrzeichen der Gemeinde.

Es gibt fünf solcher baugleichen Obeliske, gestiftet von König Friedrich Wilhelm III. für Orte, deren Ereignisse dem Preußenkönig wichtig waren: Neben dem Großbeerener stehen sie mit jeweils ortsbezogenen goldenen Inschriften in Niedergörsdorf bei Dennewitz, in Großgörschen bei Leipzig, in Belgien drei Kilometer von Waterloo entfernt und in Russland bei Borodino. Außerdem gehört in diese Serie das deutlich größere und aufwendiger, ebenfalls von Schinkel geschaffene Denkmal auf dem Kreuzberg in Berlin. Dort wurden später „Freund und Feind gemeinsam begraben“, wie es in historischen Schriften heißt.

Auf der Tafel neben dem Obelisk sind wichtige Daten seiner 200-jährigen Geschichte zu lesen. Quelle: Jutta Abromeit

Das Problem all dieser gotisch geprägten Erinnerungsstücke an wichtige Schlachten der Befreiungskriege von napoleonischer Herrschaft: Sie waren aus Kostengründen lediglich aus Gusseisen gefertigt, nicht wie damals eigentlich üblich aus hochwertiger Bronze. Deshalb rosten diese Obelisken und müssen immer wieder erneuert oder restauriert werden.

Rund um den Großbeerener Obelisken hat sich in seinen 200 Jahren vieles geändert. Zwischen 1818 und 1820 wurde anstelle der Ruine einer mittelalterlichen Kirche, die im siebenjährigen Krieg 1760 zerstört worden war, eine neue gebaut, die heutige Schinkelkirche. Und Ortschronistin Regina Clausnitzer schrieb in einer ihren vielen Veröffentlichungen zu Großbeeren, dass der Obelisk 1853 vermutlich auf Anregung von einigen der damals reichlich existierenden Kriegervereine und der Dorfobrigkeit auf einen hohen Sockel gestellt wurde. Vielleicht, um ihn von der Landstraße aus, der späteren B 101, besser sehen zu können oder um einen Wert damit zu unterstreichen. Bei diesen Umbauarbeiten verunglückte ein Steinmetz tödlich; eine Grabplatte nur wenige Meter daneben erinnert an Carl August Schlicht.

Ohne Restaurierung gäbe es das Schinkel-Stück nicht mehr im Ort

1895 erhielt das gusseiserne Denkmal Beiwerk – zwei Kanonen. Sie wurden später gegen Attrappen ausgetauscht. Rundherum entstanden Häuser. Kurz nach der Wende ins 20. Jahrhundert wurde der Kirchhof nicht mehr als Friedhof genutzt. 1910 baute man nebenan die Schule.

Weil nicht nur der Großbeerener Obelisk rostete, sondern auch seine „Brüder“ in Dennewitz und Leipzig, ließ die DDR in den 1980er Jahren in aufwendigen und komplizierten Verfahren Nachgüsse von Originalteilen fertigen. „Zum Glück, muss man sagen, sonst gäbe es diesen bemerkenswerten Obelisken nach den Entwürfen vom berühmten Baumeister Schinkel heute nicht mehr hier im Ort“, sagt Regina Clausnitzer. Bei dieser Aktion erhielt der Obelisk sein ursprüngliches Aussehen zurück, der Sockel wurde entfernt, auf Kanonen und eine Kette um das Ensemble herum verzichtete man. Und Clausnitzer sagt: „Inzwischen ist der Obelisk wieder zu einem kleinen Besuchermagneten geworden. Das werden wir auch zum Siegesfest vom 24. bis 27. August wieder erleben.“

Von Jutta Abromeit

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