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Teltow-Fläming Gute Stimmung trotz Hitze
Lokales Teltow-Fläming Gute Stimmung trotz Hitze
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18:00 26.07.2018
Wegen der großen Hitze genießen die Bewohner und Mitarbeiter der Seniorenbetreuungseinrichtung Saalower Berg ein paar kühle Erfrischungen im Garten. Quelle: Foto: Antje Schuster
Dahmeland-Fläming

Die andauernden hochsommerlichen Temperaturen machen den Menschen in der Region zu schaffen. Besonders betroffen sind die, die im täglichen Leben auf Hilfe angewiesen sind, beispielsweise die Bewohner von Seniorenheimen.

Maßnahmen gegen die Hitze

Das Beste aus der Hitze gemacht, haben einige Bewohner und Mitarbeiter des DRK-Seniorenheims Saalower Berg in der Gemeinde Am Mellensee: Sie holten umgehend den Strandkorb und ein aufblasbares Schwimmbecken hervor und machten es sich gemeinsam in dem schattigen Garten gemütlich. Die Füße im Wasser, in der Hand ein Eis und auf dem Kopf einen Sonnenhut – so lässt es sich auch bei den tropischen Temperaturen aushalten.

„Wir haben uns ein paar Maßnahmen einfallen lassen, damit es allen gut geht“, erklärt Heimleiterin Christa Lehmann. Die Mitarbeiter im Heim sind angewiesen worden, ganz besonders darauf zu achten, dass jeder Bewohner genug trinkt und sich draußen nicht ohne Sonnenhut bewegt. Die Küche hat extra den Speiseplan angepasst, es gibt weniger deftige Fleischgerichte und dafür mehr Obst. Außerdem werden die Fenster gleich nach dem morgendlichen Lüften verdunkelt, damit die Sonne nicht zu intensiv hineinstrahlen kann.

Mitarbeiter sind hohen Belastungen ausgesetzt

Doch nicht nur die Bewohner haben unter der Hitze zu leiden, auch die Heim-Mitarbeiter sind einer hohen Belastung ausgesetzt. Im Heim Saalower Berg stehen deswegen überall Getränke parat, an denen sich auch die Mitarbeiter bedienen können. „Ein großes Lob geht an meine Kollegen, denn sie legen sich wirklich richtig ins Zeug“, sagt Christa Lehmann. „Gemeinsam schaffen wir es, der Hitze Herr zu werden.“

Das große Sommerfest im Heim Saalower Berg, das für den heutigen Freitag angesetzt war, muss aufgrund der hohen Temperaturen ausfallen. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest, ein neues Fest soll aber in diesem Sommer noch angesetzt werden.

Qualität der Pflege darf nicht unter Hitze leiden

Eine Sprecherin des ASB-Regionalverbandes Mittel-Brandenburg, der mehrere Pflegeheime im Dahmeland-Fläming betreibt, bestätigt auf MAZ-Anfrage, dass es bislang noch keine Vorfälle in ASB-Heimen gegeben hat, die auf die Hitze zurückzuführen sind. Die Pflege müsse sich der Hitze und ihrer Folgen anpassen und dürfe gleichzeitig nicht an Qualität verlieren, sagt sie. Die größte Herausforderung bestehe darin, den Bewohnern der Pflegeheime ausreichend Flüssigkeit zuzuführen.

Auch Bettina Nowakowski, Pflegedienstleiterin im Seniorenstift St. Josef in Luckenwalde kämpft mit ihrem Team gegen die Hitze. „Wir sind alle ein bisschen mehr belastet als sonst, aber die Stimmung ist nach wie vor gut“, sagt sie. Die Sommermaßnahmen scheinen auch in Luckenwalde zu funktionieren.

Trick mit Wackelpudding

Nowakowski verrät auch noch einen besonderen Trick: Als Nachtisch zum Essen reicht sie Wackelpudding, der besteht zu großen Teilen aus Wasser und ist gut für den Flüssigkeitshaushalt des Körpers an heißen Tagen. „So bekommt jeder etwas mehr zu Trinken, ohne dass man es merkt“, sagt sie.

Die Bewohner im Seniorenstift St. Josef kommen laut Nowakowski verhältnismäßig gut mit der Hitze klar. Mehr Sorgen macht sie sich um alte Menschen, die nicht in Heimen gepflegt werden, sondern alleine Zuhause wohnen.

Barmer installiert Fragen-Hotline

Sven Lange, Regionalgeschäftsführer der Barmer Krankenversicherung in Luckenwalde kennt das Problem: „Mit zunehmendem Alter lässt das Durstempfinden nach“, sagt er. Deshalb sei es wichtig, auch dann regelmäßig zu trinken, wenn man keinen Durst empfindet. „Gerade für Kinder, ältere Menschen und Kranke können die Temperaturen durchaus gefährlich werden“, sagt Lange.

Die Barmer hat seit gestern eine medizinische Telefon-Hotline eingerichtet, über die Ärzte alle gesundheitlichen Fragen zum Thema Hitze beantworten. Erreichbar ist die Hotline des „Barmer-Teledoktors“ noch bis zum 2. August montags bis samstags jeweils von 9 bis 21 Uhr unter: 0800/8484111. Die angegebene Telefonnummer ist kostenlos.

Was Sie bei heißem Wetter unbedingt beachten sollten

Mit Unterstützung durch Ärzte des Klinikums Dahme-Spreewald haben wir die fünf wichtigsten Tipps zusammengestellt, die bei hohen Temperaturen unbedingt zu beachten sind:

1. Trinken Sie viel. Vor allem Wasser, isotonische Getränke und ungesüßte Fruchtsäfte helfen. Getränke am besten nicht zu kalt genießen, weil der Körper das Getrunkene auf Körpertemperatur „aufwärmen“ muss. Alkohol, übermäßiger Kaffeekonsum oder Energydrinks belasten den Kreislauf zusätzlich.

2. Tragen Sie luftige Kleidung. Weite und helle Kleidung verhindert, dass sich Hitze am Körper staut. Ein leichter Hut schützt, bei Kindern unbedingt auch den Nacken bedecken.

3. Vermeiden Sie körperliche Belastung. Wer nicht muss, sollte keine schwere körperliche Arbeit verrichten. Schwere Arbeit möglichst in die Morgen- und Abendstunden verlegen.

4. Schützen Sie sich vor Sonne. Benutzen Sie Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor. Auf Kinder ist besonders zu achten, da ihre Haut empfindlicher ist. Vor allem zur Mittagszeit draußen nur im Schatten aufhalten.

5. Kinder und Ältere nicht im Auto warten lassen– auch nicht für kurze Zeit. Das Auto kann schnell zum Backofen werden.

Von Jonas Nayda

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