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Teltow-Fläming Gysi und Schorlemmer im E-Werk
Lokales Teltow-Fläming Gysi und Schorlemmer im E-Werk
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04:25 20.09.2016
Friedrich Schorlemmer, Gregor Gysi und der Journalist Hans-Dieter Schütt bei ihrem Auftritt in Zossen. Quelle: foto: andrea von fournier
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Zossen

Es ist faszinierend zu erleben, wie ein Mann von eher kleinem Wuchs einen so langen Schatten werfen kann. In den er dann locker auch Hochgewachsene stellt. „Die Linke“ hat mit Gregor Gysi (68) Jahrzehnte einen „kleinen Großen“ als Frontmann gehabt. Der zeigte sich am Sonntag gut aufgelegt in Zossen im Gespann mit Friedrich Schorlemmer (SPD), und ob er es nun beabsichtigte oder nicht, auch hier breitete Gysi wieder seinen langen Schatten aus.

Dem Publikum, diesmal an Tischen drapiert, bot sich kaum ein Hinweis darauf, dass die beiden an diesem Tag nach Magdeburg bereits die zweite Station mit ihrem Gespräch anliefen. Die ganz große Bissigkeit Gregor Gysis blieb aus, obwohl es um Existenzielles ging: aktuelle Stellungnahmen zur soeben beendeten Berliner Wahl, Fragen zum DDR-Vorleben der zwei und Reflexionen zu Klima- und Flüchtlingsproblemen, zur deutschen, Europa- und Weltpolitik.

Hintergrund ist ein Buch

Die Veranstaltung war als „Gespräch über Herkunft und Zukunft“ der beiden Persönlichkeiten angekündigt und als Promotion-Tour zum Buch „Was bleiben wird“ von Hans-Dieter Schütt zu verstehen. Journalist Schütt hat Schorlemmer und Gysi vor zwei Jahren zwei Tage lang getroffen und intensiv befragt, im Ergebnis entstand das Buch. Einige der Zossener Besucher hatten es bereits in den Händen, bevor die Gesprächsrunde begann. Parteifreunde Gysis, aber auch viele an Politik und Zeitgeschehen Interessierte und über die derzeitige Weltlage besorgte Gäste verfolgten den knapp eineinhalbstündigen Diskurs, den Schütt moderierte.

Während sich Fragen an Friedrich Schorlemmer vielfach auf seine Vergangenheit als Pfarrer, DDR-Kritiker und Mitbegründer von „Schwerter zu Pflugscharen“ oder seine heutige SPD-Mitgliedschaft bezogen und recht abgegrenzt beantwortet wurden, holte Gysi bei den Antworten gewohnt großzügig aus und kam gern vom Kleinen zum großen Ganzen – ohne jedoch den Faden zu verlieren. Das kennen und schätzen auch die Zossener Zuhörer. Zu gern ließen sie sich das Komplizierte einfach erklären, politische Korrektheit zugunsten der Vernunft ad acta legen. Sätze wie „Da weiß ich auch noch nicht, wie man da rauskommt“ hört man bei ihm wirklich selten.

Klares Bekenntnis gegen die AfD

Ein klares Bekenntnis gegen die AfD, die Beleuchtung der Ursachen ihres Erfolgs und ein sogleich geliefertes Rezept, wie dem der Nährboden entzogen werden kann, waren typisch. Einen Zaun gegen Flüchtlingsströme bauen? „Wir haben mit Zäunen ja unsere speziellen Erfahrungen“, sagt er, lacht und erntet wie so viele Male an dem Abend Beifall. „Der verschafft Dir maximal eine Pause, während es sich dahinter zusammenballt und dann…“. Gysi gibt zu bedenken, dass einst Hugenotten und Polen in Deutschland erfolgreich einwanderten und sich integrierten.

Für eine Entspannungspolitik im Verhältnis zu Russland setzte sich Schorlemmer vehement ein. Gysi beschwor deutsche und europäische Interessen, die im Unterschied zur USA bestünden und dringend artikuliert und verfolgt werden müssten. Dazu bedürfe es charismatischer, denkender Politiker, die man hierzulande mit der Lupe suchen müsse. „Afrikanische Probleme waren vielleicht früher mal afrikanische, heute haben sie uns erreicht“, so Gysi. Deutsche Waffenlieferungen wie nach Saudi Arabien wurden angeprangert.

Gabriel musste sich an Verträge halten? „Verträge kann man kündigen!“, weiß Anwalt Gysi im Applaussturm des Publikums.

Von Andrea von Fournier

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