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Händler: Hamsterkäufe sind kein Problem

Dahmeland-Fläming Händler: Hamsterkäufe sind kein Problem

Die Bundesregierung ermuntert die Bevölkerung zu Hamsterkäufen – auch vor dem Hintergrund eines möglichen militärischen Konflikts. Ein alter Hut, heißt es bei den Katastrophenschutzbeauftragten der Dahmeland-Fläming-Region. Die Landkreise bereiten sich seit Langem auf den Katastrophenfall vor – und die Händler sehen Hamsterkäufern gelassen entgegen.

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Die Vorratshaltung mit Lebensmitteln ist durch die aktuelle Diskussion wieder in den Fokus gerückt.

Quelle: Fotolia

Dahmeland-Fläming. Frank Hennig versteht die Aufregung nicht. Alle Welt spricht dieser Tage vom neuen Katastrophenschutzprogramm der Bundesregierung und angeblich empfohlenen Hamsterkäufen. Genau weiß es ja noch keiner, das Programm wird erst am Mittwoch vorgestellt. Aber selbst wenn es eine entsprechende Empfehlung enthält – es wäre nur konsequent, sagt Hennig, seines Zeichens Zuständiger für Katastrophenschutz beim Landkreis Teltow-Fläming. „Solche Empfehlungen gibt es seit dem Bestehen der Bundesrepublik, sie werden jetzt nur in einem neuen Gesetzt konkretisiert.“

Beratung im Bundeskabinett

Das Bundeskabinett will nach Medienangaben am Mittwoch die „Konzeption zivile Verteidigung“ beschließen. Darin soll unter anderem stehen, dass die Bevölkerung im Notfall – auch im Kriegsfall – zum Selbstschutz fähig sein soll, um eine ausreichende Versorgung mit Lebensmitteln für einige Tage sicherzustellen. „Das hatten die Leute früher im Blut, es ist nur in Vergessenheit geraten, weil durch die Werbung suggeriert wird, dass alles immer zu haben ist“, so Hennig.

Bei den Landkreisen befasst man sich hingegen seit Jahren mit dem Thema Vorsorge. In den Katastrophenschutzzentren skizziert man, was etwa im Fall eines mehrere Tage währenden Stromausfall passiert, und wie man in solchen Fällen ein funktionierendes öffentliches Leben gewährleisten kann. „Für alles kann man nicht Vorsorge tragen, aber die Führungsebene in Teltow-Fläming ist vorbereitet“, sagt Frank Hennig.

Dahme-Spreewald erarbeitet Sonderplan

In Dahme-Spreewald ist man derzeit dabei, einen Sonderplan zum Thema zu erarbeiten. Unter anderem hat der Landkreis Partnerschaften mit Unternehmen geschlossen, die größere Mengen Dieselkraftstoff vorhalten, sagt Kreisbrandmeister Ronald Judis. Zur Vorsorge gehöre auch, dass der Landkreis ein Notstromaggregat besitzt, mit dem etwa die Paul-Dinter-Halle in Königs Wusterhausen als Notunterkunft hergerichtet werden kann.

Lebensmittel könne der Landkreis aber nicht vorhalten. „Dafür sind die Leute selbst verantwortlich“, sagt Judis. Dass die Bundesregierungen ihre Empfehlungen jetzt publiziert, überrasche ihn nicht. „Mich überrascht nur, dass man in der Öffentlichkeit überrascht tut.“ Tatsächlich steht auf der Seite des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz schon lange ein Ratgeber zum Download, der 60 Seiten umfasst und eine Liste von Lebensmitteln enthält, mit denen man sich im Notfall zwei Wochen lang versorgen kann. Einziger Unterschied zum Konzept der Regierung: Im Erklärtext ist kein Krieg erwähnt.

Kreisbrandmeister: „Vorratshaltung ist selbstverständlich“

Grundsätzlich findet auch Gerd Heine, Kreisbrandmeister von Teltow-Fläming, eine gewisse Vorratshaltung selbstverständlich. „Wir haben selbst Eintöpfe und Bockwurst im Keller, wir frieren Brot ein. Damit übersteht man schon ein paar Tage", sagt er.

Empfehlungen zur Bevorratung

Der Ratgeber „Katastrophenalarm“ des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, Vorräte für 14 Tage vorzuhalten. Pro Person sind das folgende Mengen:

Getränke: 28 Liter. Darin enthalten ist auch Wasser zur Zubereitung von Lebensmitteln.

Kohlehydrate: 5 Kilo.

Gemüse: 5,6 Kilo.

Obst: 3,6 Kilo.

Milchprodukte: 3,7 Kilo.

Fisch, Fleisch und Eier: 2,1 Kilo.

Die Einzelhändler der Region sehen möglichen Hamsterkäufen gelassen entgegen. Aus dem Marktkauf in Luckenwalde heißt es, dass aufgrund der täglichen Warenlieferung steigende Nachfrage kein Problem sei. Die Edeka, die ein Logistikzentrum in Mittenwalde betreibt, verweist auf das eigene Prognosesystem. „Damit können wir schnell auf derartige Situationen reagieren. Sonst wäre für uns auch das Weihnachtsgeschäft nicht zu bewältigen“, so eine Sprecherin.

Frank Hennig empfiehlt ohnehin, stets einen Vorrat an nicht verderblichen Lebensmitteln beim Einkauf mit zu berücksichtigen. „Dann ist es auch kein Hamsterkauf mehr.“

Von Oliver Fischer

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