Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° Sprühregen

Navigation:
Halbzeit bei Sanierung der Kirche

Rangsdorf Halbzeit bei Sanierung der Kirche

Preußisch-gelb ersetzt orange – In diesen Tagen bekommt die Rangsdorfer Kirche einen neuen Außenanstrich. Das neue Dach glitzert bereits in der Herbstsonne. Doch die Arbeit ist nur zur Hälfte geschafft, denn im kommenden Jahr geht es im Innern weiter. Dann werden auch die DDR-Relikte verschwinden.

Voriger Artikel
Vereine fahren zur Siegerehrung nach Ungarn
Nächster Artikel
Schüler lesen aus eigenen Texten

Pfarrerin und Bauherrin in Personalunion: Susanne Seehaus.

Quelle: Christian Zielke

Rangsdorf. Blaumann statt Talar, Arbeitslärm statt Orgelmusik – die Rangsdorfer Kirche ist seit Monaten eine Baustelle. Pfingsten fand dort zum letzten Mal ein Gottesdienst statt.

Geschichte der Kirche

Eingeweiht wurde die Rangsdorfer Kirche am 10. August 1890.

Der damalige Gutsbesitzer Richard Spiekermann hat die bisherige Kirche zuvor komplett umbauen lassen. Der Vorgänger war eine Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert.

1908 schloss der Friedhof um die Kirche. Der Waldfriedhof wurde angelegt.

1917 wird eine der beiden Bronzeglocken konfisziert und zu Kriegsgerät eingeschmolzen.

1986 wurden die Holzbänke entfernt.

 

In dieser Woche bekommt die Fassade einen neuen Anstrich. Er wird etwas heller sein als der bisherige und damit dem historischen Original näher kommen. „Es soll wieder das preußische Gelb aus Spiekermanns Zeiten sein“, sagt Pfarrerin Susanne Seehaus. Jener Gutsbesitzer hat den Rangsdorfern Ende des 19. Jahrhunderts eine Kirche gebaut. Seitdem hat der Zahn der Zeit an dem – im Vergleich zu anderen Kirchen der Region – relativ jungen Gebäude genagt. Das Dach war an einigen Stellen undicht. Im Dachstuhl fanden die Bauarbeiter die für DDR-Zeiten typischen Hinterlassenschaften: asbesthaltige Dämmung und das Holzschutzmittel Hylotox, das bis 1989 in fast allen Kirchen zum Einsatz kam, heute aber im Verdacht steht Krebs zu erzeugen. „Das musste alles raus“, sagt Susanne Seehaus. Anthrazitfarben und mit dunkelblauen glasierten Ziegeln bedeckt blitzt das neue Dach in der Sonne.

Unerwartetes zu Tage fördern

Farbe und Art der Dachsteine haben den Segen der Denkmalschutzbehörde. Überhaupt ist eine Kirchensanierung eine ganz besondere Aufgabe, die manchmal auch Unerwartetes zu Tage fördert. So stieß ein Restaurator an den Holzbalken der Empore und der Apsis im Innern der Kirche auf alte Malereien, die unter den Farbschichten verborgen waren. Ob und wie viel davon eines Tages wieder zu sehen sein wird, ist derzeit nicht klar. „Darüber entscheiden wir im kommenden Jahr“, sagt die Pfarrerin. Dann soll das Innere der Kirche erneuert werden. Das „räudige Grau“ an den Wänden möchte sie gern verschwinden lassen. „Ich wünsche mir eine helle, freundliche Kirche“, sagt sie. Noch weht durch die Rangsdorfer Kirche der Geist der späten DDR. Die polsterbezogenen Stühle erinnern an eine Mitropa-Bahnhofsgaststätte, die Wand- und Deckenlampen hätten auch gut in den Palast der Republik gepasst.

All das passt nicht mehr zu einer jungen und wachsenden Kirchengemeinde. 50 Besucher beim Sonntagsgottesdienst seien keine Seltenheit, sagt Susanne Seehaus, die jedes Jahr bis zu 20 junge Menschen konfirmiert. Im Gemeindezentrum gegenüber finden regelmäßig Veranstaltungen statt. „Wir werden als Kirche gebraucht“, sagt Susanne Seehaus, die seit dem 1. März 2015 in Rangdorf ist. In Frankfurt/Oder, wo sie herkommt, war das anders. „Dort gibt es viele große Kirchen, die ziemlich leer sind“, sagt sie. Auch wenn sie mit der Sanierung der Kirche derzeit als Pfarrerin und Bauleiterin in Personalunion fungiert, hat sie ihre Entscheidung für Rangsdorf nie bereut. „Ich fühle mich sehr wohl“, sagt sie. Vor allem das lebendige Gemeindeleben mit den zahlreichen Ehrenamtlern ist ihr ans Herz gewachsen.

Mitte Oktober bekommt die Gemeinde ihr Herz zurück. Dann sollen die Außenarbeiten abgeschlossen sein, bis sich dann im kommenden Frühjahr erneut die Türen der Kirche für längere Zeit schließen. Im Herbst kommenden Jahres, wenn der Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 500. Jubiläum der Reformation stattfinden, kehren die Rangsdorfer in eine frisch sanierte Kirche zurück.

Info: Am Sonntag findet um 10 Uhr ein Gottesdienst am Rangsdorfer See statt.

Von Christian Zielke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg