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Handwerk: Die Herrin der tausend Fäden

Liebätz Handwerk: Die Herrin der tausend Fäden

Helena Thieme betreibt in Liebätz seit mehr als zehn Jahren eine Weber-Werkstatt. Zum Tag des offenen Ateliers empfing sie dort Besucher und erklärte ihnen die Kunst der vielen Fäden am Webstuhl.

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Helena Thieme an einem ihrer vier Webstühle in ihrer Werkstatt Liebätz.

Quelle: Iris Krüger

Liebätz. Wenn es in dem kleinen Örtchen Liebätz mal hoch hergeht, dann ist eine mit dabei: Helena Thieme. Egal ob Dorffeste oder Weihnachtsmärkte – ihr kleiner Stand mit handgewebten Erzeugnissen ist fast immer anzutreffen. Und zum jährlichen „Tag des Offenen Ateliers“ empfängt sie Besucher in ihrer Werkstatt.

„Auf Grund des Wetters waren nicht so viele Interessenten wie sonst da“, berichtet die Handweberin. „Das Publikum kam in den ersten Jahren vorrangig aus Berlin. Inzwischen sind es doch eher die Einheimischen, die sich einfach einmal umschauen wollen“, erzählt sie aus Erfahrung, denn sie war bereits elfmal dabei.

Schnupperkurse und Führungen

Es gibt noch viele weitere Veranstaltungen, zu denen Helena Thieme einlädt. So bietet sie Web-Schnupperkurse an, macht Führungen und öffnet ihre Werkstatt für Kaufinteressenten. „Es sind vor allem zwei Sorten von Leuten, die zu mir nach Liebätz kommen. Die einen suchen das exklusive Handgemachte, die anderen interessieren sich für das Handwerk des Webens“, sagt sie.

Helena Thieme selbst hat dieses relativ spät erlernt. „Alles andere, wie Stricken, Nähen und Häkeln, habe ich mir selbst beigebracht. Aber ich wollte auch Weben lernen“, erzählt sie, „allerdings gab es damals in Berlin wenige Möglichkeiten dazu. Bei einer Textilgestalterin erlernte ich zunächst die Grundlagen. Das fand ich so spannend, dass ich unbedingt weiter machen wollte.“ So stellte sich die Frage nach der Anschaffung eines Webstuhles. „Ein neuer war unerschwinglich, daher wollte ich einen gebrauchten kaufen“.

Webstuhl-Suche bis nach Nordrhein-Westfalen

Bis nach Nordrhein-Westfalen führte sie die Reise, um an einen aufzurüstenden Webstuhl zu kommen. „Mein Mann hat diesen repariert, sodass ich mit der Arbeit beginnen konnte“, sagt sie. Sie begann nur mit einem Lehrbuch, was aber für sie zu unbefriedigenden Ergebnissen führte. Eine Bekannte überzeugte sie, 2004 eine Weberausbildung zu beginnen.

Noch während der Ausbildungszeit machte sich Helena Thieme selbstständig als freischaffende Künstlerin und öffnete 2006 ihre Werkstatt in Liebätz. „Diese ist von Mai bis September für die Kundschaft geöffnet“, sagt die 63-Jährige. Allerdings ist das Weben für sie inzwischen eher ein Hobby als ein Beruf. „Leben kann man davon nicht“, gesteht sie.

Herz fürs traditionelle Handwerk

Doch auch wenn sie ihre Arbeit an den Webstühlen langsam zurückfährt, liegt ihr Eines besonders am Herzen: „Mir ist wichtig, dass dieses schöne Handwerk nicht ausstirbt. Daher freue ich nicht über jeden, der sich dafür interessiert, und werde ich so lange weitermachen, wie ich es kann.“

Von Iris Krüger

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