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Handwerker klagen über Azubi-Mangel

Spanische Lehrlinge sollen kommen Handwerker klagen über Azubi-Mangel

Ein Durchschnittsalter von über 40 Jahren. Nachwuchs ist nur spärlich in Sicht. Die Tendenz in Betrieben der Region Dahmeland-Fläming ist schon seit Jahren deutlich erkennbar. Immer weniger Jugendliche entscheiden sich für eine Ausbildung im Handwerk.

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Luckenwalde. Als die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Teltow-Fläming, Vilma Trempler, bei der jüngsten Mitgliederversammlung in Klein Schulzendorf über die Ausbildungsplatzsituation informierte, waren die Zahlen dennoch überraschend.

64 Prozent aller Ausbildungsbetriebe im Kreis stehen für das kommende Jahr noch ohne Azubis da. Im Vorjahr waren es zum selben Zeitpunkt nur 57 Prozent. Tremplers Fazit gegenüber der MAZ lautet: „Handwerk ist für die jungen Leute einfach nicht mehr interessant genug.“

Im Dahme-Spreewald sieht die Situation nicht anders aus. 300 Ausbildungsplätze sind im Kammerbezirk Cottbus noch zu vergeben. Vor allem im ländlichen Raum sind die Betriebe unterversorgt. Geschäftsführerin Heidrun Wachner sagt: „Das liegt an der schlechten Anbindung.“ Nach einer kurzen Pause ergänzt sie: „Es liegt aber auch an den Jugendlichen selbst.“ Zu bequem, beklagt sie, falsche Vorstellungen vom Beruf, mangelnde Disziplin. Nach vier Wochen schmeißen viele junge Leute wieder hin oder werden gekündigt.

Um das Loch in den Betrieben wenigstens im Ansatz zu stopfen, verhandelt die Handwerkskammer Potsdam derzeit mit einem andalusischen Partner. Die Idee: Spanische Jugendliche sollen zunächst Deutsch lernen und dann in Brandenburgischen Betrieben ein Praktikum absolvieren. Erweisen sie sich als qualifiziert, können sie im Anschluss in Deutschland ihre Ausbildung machen.

Finanziert wird das Projekt, das im kommenden Frühjahr starten soll, mit EU-Mitteln. Mit rund 800 Euro für den Lebensunterhalt werden die Jugendlichen pro Monat unterstützt. Erweist sich das Vorhaben als erfolgreich, profitieren beide Seiten, sagt Ralph Bürig, Geschäftsführer der Potsdamer Handwerks kammer: „In Spanien ist die Jugendarbeitslosigkeit sehr hoch. In Brandenburg herrscht Fachkräftemangel.“ Ob die Aktion dies ändern kann, ist allerdings unklar. Bürig räumt ein, dass sie das Problem nicht vollends lösen kann.

Bernd Dieske, Inhaber einer Bau-Firma in Langenlipsdorf, sieht das ähnlich. Er nennt es einen Tropfen auf dem heißen Stein. Für eine langfristige Lösung, müsse die Familienpolitik eingreifen. Er sagt: „Wenn keiner Kinder bekommt, kann auch niemand eine Ausbildung absolvieren.“

Von Marion Schulz

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