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Teltow-Fläming Handwerkermangel verzögert Großprojekte
Lokales Teltow-Fläming Handwerkermangel verzögert Großprojekte
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20:17 09.08.2017
Wegen Fachkräftemangels später saniert: Fontane-Grundschule. Quelle: Foto: Abromeit
Ludwigsfelde

Geld ist zurzeit kaum ein Problem; Baukapazitäten dagegen sind derzeit auch hier in der Region äußerst gefragt. Sie sind so knapp, dass große öffentliche Vorhaben nicht wie geplant fertig werden: Die Theodor-Fontane-Grundschule Ludwigsfelde ist nach einem Schuljahr nicht fertig saniert, der Hortneubau Großbeeren wird nicht mit Schuljahresstart bezugsfertig. Das erklärten die Verwaltungschefs beider Kommunen jüngst den Stadtverordneten beziehungsweise Gemeindevertretern. Die Fertigstellung beider Großprojekte ist nun für September/Oktober angekündigt, so dass sie nach den Herbstferien genutzt werden können.

Grund für die Verzögerungen der Ludwigsfelder Schulsanierung sind einerseits unvorhersehbare Arbeiten und mehr Abstimmungen mit der Denkmalschutzbehörde als geplant. Bei der Sanierung wurden unter anderem die Fassade, die Mosaikverglasung im Hauptflur und die alten Innentüren des Schulbaus von 1955 wiederhergestellt. Der Baufachbereichsleiter und stellvertretende Bürgermeister Torsten
Klaehn hatte vorsorglich erklärt: „Trotz der hohen Einsatzbereitschaft der Bauleute sehen wir für den geplanten Umzug im August Unsicherheiten hinsichtlich der Koordinierung aller Abnahmen unter anderem für die Lüftungsanlage und den Brandschutz.“

Kreishandwerksmeister: Es fehlen einfach alle Gewerke

Ähnlich klangen die Worte des Großbeerener Bürgermeisters Carl Ahlgrimm (CDU) zur letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause: „Traurige Gewissheit ist es inzwischen, dass der Hortneubau leider nicht pünktlich zu Schuljahresbeginn fertig wird. Wir werden uns noch bis Ende Oktober gedulden und für unsere Hortkinder mit den bestehenden Unterbringungsmöglichkeiten begnügen müssen.“

Wust an Arbeit auf den Baustellen wächst ins Unermessliche

Die Erklärung für diese akute Baukapazitätsnot erlebt Kreishandwerksmeister Jörg Peschke jeden Tag: „Niedrigzinsen und Fachkräftemangel  – damit wächst der Wust an Arbeit ins Unermessliche.“ Jeder wolle Werte schaffen, statt sein Geld nutzlos auf ein Konto zu legen. „Ob Handwerker in den Bereichen Heizung, Sanitär oder Elektrik, ob Maurer, Zimmerleute oder Dachdecker, es fehlt einfach alles“, sagt Peschke. Doch Neugründungen im Handwerk  – Fehlanzeige. Er fragt: „Wer soll denn was neu gründen? Die Leute sind doch froh, angestellt zu bleiben, jetzt mit 30 Tagen Urlaub und vernünftiger Bezahlung.“

Hinzu komme, dass Arbeit auf dem Bau zwar immer noch ein Knüppeljob sei, es heute jedoch viel bessere Hilfsmittel gebe als früher. Diese Situation führe dazu, dass sich Firmen einer Branche gegenseitig Arbeitskräfte abwerben. „Und nicht nur das“, sagt der Kreishandwerksmeister, „oft wandern unsere Fachkräfte auch in die Industrie ab, wenn dort besser bezahlt wird.“

Von Jutta Abromeit

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