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Handwerkskunst in Glashütte

Hüttenabend gefeiert Handwerkskunst in Glashütte

Das Schlendern durch das Museumsdorf Glashütte wird schnell zu einem Geschichtsausflug der besonderen Art. Beim Hüttenabend wurde dies jetzt noch gekrönt mit einem Besuch in der Schau-Manufaktur, wo man sich unter fachkundiger Anleitung in der Kunst des Glasblasens üben darf.

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Langsam füllt sich der Glasklumpen mit Odem und formt sich zur Kugel.

Quelle: Uwe Klemens

Glashütte. Joanna Plewa ist vernarrt. Vernarrt in ihren Wahlheimat-Ort Glashütte. Neun Jahre ist es her, dass sich die gebürtige Polin hier niederließ. Rund 20 Besucher ließen sich am Samstag beim Hüttenabend von ihrer Begeisterung für die Beschaulichkeit des Museumsdorfes anstecken.

Die erste Lektion, die Plewa den Besuchern auf dem Rundgang durch das Dorf erteilt, lautet: „Hier geht alles ganz laaaaangsam. Wer möchte, kann hier den ganzen Tag mit Muße verbringen und dabei von Handwerkerhof zu Handwerkerhof und deren Lädchen schlendern, sich anschauen, wie die Leute hier vor 300 Jahren gelebt haben und sich in die Glasmacherkunst einweihen lassen.“

Besuchermagnet im Ort

55 Menschen sind es, die derzeit in Glashütte zu Hause sind. „500 waren es damals“, erzählt Plewa, die eigentlich Sozialarbeiterin ist und sich mit 55 Jahren zum beruflichen Umsatteln entschloss. „Ich hab’ schon immer als Hobby Mode aus Leinenstoff entworfen und genäht“, erzählt sie. Jetzt gehört ihr Leinen-Kontor zu den Besuchermagneten im Ort, über den Joanna Plewa viel zu erzählen weiß. „Als ich das erste Mal als Besucherin hierher kam, wusste ich: Jetzt hat meine Stunde geschlagen.“ Vier Wochen später war der Umzug perfekt.

Gut eine Stunde später kennen auch ihre Zuhörer viele Details über die Historie und zur Gegenwart des Glasmacher-Ortes. Am Eingang zur „Neuen Hütte“ übergibt sie die Gästegruppe in die Hände von Museumsmitarbeiterin Carolin Bloch und Glasmacherin Stephanie Schulz.

Joanna Plewa berichtete den Besuchern anschaulich aus der Geschichte Glashüttes

Joanna Plewa berichtete den Besuchern anschaulich aus der Geschichte Glashüttes.

Quelle: Uwe Klemens

„,Neue Hütte’ deshalb, weil es drei Vorgängerhütten gab, bevor dieses Gebäude gebaut wurde“, erläutert Bloch, die eigentlich noch Technik und Kultur studiert und sich 2009 als Freiwillige im Sozialen Jahr in Glashütte für die Kulturtechnik der Glasmacherei begeistern ließ. Nun gibt sie dies als Museumsführerin an Wochenenden wie diesem gerne auch an andere weiter. Woraus besteht Glas und seit wann beherrschen Menschen die Glasmacherei? Warum entstand mitten in der Märkischen Streusandbüchse die damals modernste Glasfabrik und welche technischen Innovationen wurden hier geboren? Am Ende des kleinen Hüttenrundgangs wissen die Besucher viel.

1200 Grad heißer Werkstoff

Was ihnen noch fehlt, ist die Erfahrung, wie es sich anfühlt, mit dem eigenen Atem den 1200 Grad heißen Werkstoff zu formen. Glasmacherin Stephanie Schulz, die seit fünf Jahren diese Kunst beherrscht, gibt ihnen die Gelegenheit dazu.

Während sich Kugel für Kugel formt, schauen die anderen Gäste zu und lassen sich dabei mit dem rustikalen „Hüttenmenü“ von Gastwirt Christian Reuner verwöhnen. Am Ende sind die Besucher selbst begeistert dahingeschmolzen wie Glas.

Von Uwe Klemens

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