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Harnröhre erfolgreich erneuert

Neue OP-Methode am Luckenwalder Krankenhaus Harnröhre erfolgreich erneuert

Der Urologe Volko Ebeling geht im DRK-Krankenhaus in Luckenwalde neue Wege. So wird die Mundschleimhaut für eine Rekonstruktion in der Harnröhre genutzt. Zur ersten OP war der Spezialist Roland Dahlem von der Uniklinik Hamburg-Eppendorf mit im Operationssaal.

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Das Operationsteam mit dem Hamburger Spezialisten Roland Dahlem (2. v.r .) und dem Luckenwalder Urologen Volko Ebeling (2.v.l.).

Quelle: Margrit Hahn

Luckenwalde . Im klimatisierten OP-Raum liegt alles bereit. Die Instrumente sind steril, das Operationsteam startklar. Spezialist Roland Dahlem von der Uniklinik Hamburg-Eppendorf setzt den ersten Schnitt und gibt eine kurze Erklärung. Es ist nicht die erste Operation an diesem Tag. Ein Patient wurde gut eine Stunde zuvor bereits erfolgreich an der Harnröhre operiert. Jetzt ist Nummer Zwei an der Reihe. Der Urologe aus Hamburg geht routiniert vor. Er ist in ganz Deutschland unterwegs, um seinen Kollegen in den jeweiligen Krankenhäusern bei den ersten offenen Harnröhrenrekonstruktionen zur Seite zu stehen.

„Ich habe für heute extra schwierige Fälle herrausgesucht“, sagt Oberarzt Volko Ebeling. Der promovierte Urologe ist seit Juni 2008 am Luckenwalder Krankenhaus und war zuvor zwölf Jahre an der Charité in Berlin tätig. Regelmäßig bilden sich Urologen in neuen Behandlungsmethoden und Operationstechniken fort.

Die neueste Errungenschaft für Ärzte und Patienten ist nun die Möglichkeit, offene Harnröhrenrekonstruktionen anbieten zu können. Volko Ebeling war häufiger in Hamburg und hat dort beim Spezialisten für Harnröhrenchirurgie seine Kenntnisse und Fähigkeiten komplettiert, so dass er die neue Methode nun auch am Luckenwalder DRK-Krankenhaus anbieten wird.

Anwendung findet diese Operation bei narbigen Harnröhrenengen. „Eine narbige Verengung der Harnröhre führt zur Harnstrahlabschwächung und zur unvollständigen Harnblasenentleerung. Daraus resultieren wiederum wiederkehrende Harnwegsinfektionen und manchmal sogar zu eine Verschlechterung der Nierenfunktion“, erläutert der Oberarzt. Ursächlich für einen derartigen Harnröhrenschaden sind Unfälle, langwierige Katheterbehandlungen oder anderweitige chirurgische Eingriffe.

In vielen urologische Fachabteilungen erfolgt die Standardbehandlung einer solchen Narbenenge mittels Schlitzung oder Dehnung der Harnröhre beziehungsweise dem Einsetzen eines sogenannten Harnröhrenstents. All diese bisherigen OP-Verfahren führen jedoch oft nur zu kurzzeitiger Verbesserung des Wasserlassens. Bessere Langzeitergebnisse können laut Ebeling mit der offenen Harnröhrenkonstruktion erreicht werden. Und diese wurde jetzt erstmals am Luckenwalder Krankenhaus vorgenommen.

Der Patient erhält eine Vollnarkose, dann wird über einen kleinen Dammschnitt die Harnröhre an der Unterseite direkt über der Narbe längst aufgeschnitten, bis gesundes Gewebe erreicht wird. In die so geöffnete Harnröhre wird dann ein Stück von der Mundschleimhaut als Transplantat eingesetzt. Diese wurde zuvor von der Wangeninnenseite des Patienten entnommen. „Die Mundschleimhaut ähnelt in ihrer Beschaffenheit der Harnröhreninnenhaut. Deshalb eignet sich diese Gewebe hervorragend dazu“, berichtet Ebeling.

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Der Urologe Volko Ebeling geht im DRK-Krankenhaus in Luckenwalde neue Wege. So wird die Mundschleimhaut für eine Rekonstruktion in der Harnröhre genutzt. Zur ersten OP war der Spezialist Roland Dahlem von der Uniklinik Hamburg-Eppendorf mit im Operationssaal.

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Da die Mundschleimhaut schnell wieder verheilt und nur oberflächlich Gewebe entnommen wird, sind die Beschwerden in der Regel sehr gering und die Schleimhaut schnell wieder verheilt. Einen Tag nach der Operation kann der Patient wieder essen und trinken. Bereits fünf Tage nach dem Eingriff können die Patienten das Krankenhaus verlassen.

Die Mundschleimhaut, in diesem Fall war sie vier Zentimeter lang, benötigt etwa drei Wochen, um einzuwachsen. Dann erfolgt eine Überprüfung des OP-Erfolges mittels Röntgenbildes. Die langfristige Erfolgsrate dieser Methode liegt laut Aussage von Ebeling bei mehr als 90 Prozent. „Deshalb wird die offene Harnröhrenrekonstruktion jetzt als Standardverfahren die bisherige Praxis der Harnröhrenschlitzung zunehmend ersetzen“, fügt Ebeling hinzu. Neben drei modernen Harnröhrenoperationen erfolgte an diesem Tag an zwei weiteren Patienten mit Harninkontinenz die Implantation eines künstlichen Schließmuskelapparates eines sogenannten Harnröhrensphinkters.

Dieses OP-Verfahren wird in Luckenwalde bereits seit einigen Jahren mit guten Ergebnissen praktiziert. Chefarzt Klaus Schenke lobt die neuen Verfahren: „Die Urologische Abteilung des DRK-Krankenhauses ist für ihre sehr gute Patientenversorgung bekannt“, sagt Schenke.

Von Margrit Hahn

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