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Teltow-Fläming Heideschleimfuß statt Maronen
Lokales Teltow-Fläming Heideschleimfuß statt Maronen
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00:31 01.10.2015
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Zesch am See

„Es gibt die Zigeuner mit und ohne Reif, in jedem Fall ist es ein ausgezeichneter Speisepilz, der, in Vergessenheit geraten, nun wegen der deutlich zurückgegangenen Luftschadstoffe wieder in Massen vorkommt“, erläuterte der Pilzsachverständige Holger Görlitz. Er bezeichnet sich selber lieber als Pilzsucher und Sammler, denn Pilze sind seine große Leidenschaft.

Im Hexenstübl wurde am Sonnabend auf einem langen Tisch ausgebreitet, was am Vormittag mehr als 20 Personen auf ihrer gut zweistündigen Pilzwanderung mit Holger Görlitz zusammengetragen hatten. Organisiert wurde die Pilzwanderung wieder vom Verein Am Mühlenfließ. Dessen Vorsitzender Rainer Krawczyk erinnerte an seine Kindheit, als er noch mit seinen Eltern zum Pilzsammeln ging. „Damals wurde sogar noch der Kahle Krempling gegessen.“ Der wurde lange Zeit für essbar gehalten, weiß Görlitz. „Auch ich wurde als Kind von meiner Großmutter mit diesem Pilz gefüttert, der heute als giftig gilt.“ Die Giftstoffe haben eine Langzeitwirkung, führen im menschlichen Blutkreislauf zu Antikörpern und zur Auflösung der roten Blutkörperchen. Symptome treten erst nach mehrmaligem Verzehr und oft Monate oder gar Jahre später auf. Görlitz verglich das Verspeisen dieser Pilze mit „Russisch Roulette“.

Dass es in der Region nur wenige wirklich giftige Pilze gibt, wusste auch der elf Jahre alte Yannick von Klopmann, der seine gesammelten Schätze nachdenklich betrachtete. „Es sind viele dabei, die ich nicht kenne, und ich will nun herausfinden, ob die Pilze essbar sind“, sagte er. Für einen Schulvortrag machte er sich fleißig Notizen, was seinen Großvater Wolfgang Pietzker freute. Der ist stellvertretender Vorsitzender des Vereins Am Mühlenfließ und sieht es auch als Aufgabe, jungen Menschen altes Wissen nahezubringen. Vorbei die Zeit, da Pilze sammeln noch notwendig war, um den Hunger zu stillen. Heute bereichern Pilze den Speiseplan, helfen beim Abnehmen, versorgen die Knochen mit natürlichem Vitamin D.

„Nicht du suchst Pilze, die Pilze suchen dich“, lautet ein altes Sprichwort. Und so jubelte Willi Wehowsky aus Zesch, der seine vielen Steinpilze bequem am Wegesrand und den größten von ihnen sogar mitten auf dem Weg fand. Auch Monika Gambke schien zufrieden. Die Berlinerin bezeichnete Maronen als ihre Lieblingspilze und merkte augenzwinkernd an: „Weil man davon am meisten findet.“ Riesige Parasolpilze standen auf dem Campingplatz. Die Hüte panieren, in der Pfanne braten, die Stiele trocknen und zerreiben, meinten die einen, andere rieten, nur die Hüte einzusammeln und die Stiele stehenzulassen. Beim Safranschirmpilz sammelt der Kenner nur die Stiele. Brotpilze fanden sich massenhaft unter Kiefern, und Görlitz riet, auch den ausgezeichnet schmeckenden Heideschleimfuß zu verwenden. Das Gericht sei, gemischt mit Maronen, eine Wucht. Stäublinge in der Boulette ersetzten das Brötchen. Pilzfreunde notierten sich Rezepte und nebenbei noch das Eisbeinessen am 10. Oktober im Hexenstübl. Hexenstübl-Röhrling nannte Görlitz scherzend den essbaren Hexenröhrling und schmunzelte bei der Frage eines Gastes angesichts der vielen Pilze: „Sie kennen sich wohl hier aus?“ Die Antwort: „Eigentlich nicht, aber ich war mit jemandem unterwegs, der sich auskennt.“

Von Gudrun Ott

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