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Heilinstitut feiert 20-jähriges Bestehen

Glau Heilinstitut feiert 20-jähriges Bestehen

Mit einem Tag der offenen Tür wurde das 20-jährige Bestehen des Heilinstitutes in der Friedensstadt Glau gefeiert. Nach wechselvoller Geschichte war das Gesundheitszentrum der Johannischen Kirche am 16. August 1996 wiedereröffnet worden.

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Bei der Gründung 1996 dabei (v. l.): Angela Sonntag, Jutta Müller und Johanna Schuchardt.

Quelle: Elinor Wenke

Glau. Mit einem Tag der offenen Tür und einem gemeinsamen Umtrunk mit langjährigen Patienten, Klienten und Besuchern haben Ärzte und Therapeuten das 20-jährige Bestehen des Heilinstitutes in der Friedensstadt Glau gefeiert. Am 16. August 1996 war das Gesundheitszentrum der Johannischen Kirche wiedereröffnet worden.

Seine Geschichte und das Anliegen seines Erbauers Joseph Weißenberg gehen mehr als acht Jahrzehnte zurück. Menschen gleichzeitig an Körper, Seele und Geist zu heilen, ist die von Weißenberg vorgegebene ursprüngliche Aufgabe. Sein Ausspruch „Krankheit ist Geist“ ist neben seiner Büste im Foyer des Hauses angebracht.

Hintergrund

Die Johannische Kirche wurde 1926 von Joseph Weißenberg gegründet.

Der Glaube an die Heilkräfte Weißenbergs, eine solidarische Nachbarschaft und die Überwindung von Grenzen durch die Liebe gehören zur Lebensphilosophie der Johannischen Kirche.

Das Heilinstitut wurde 1931/32 als Bestandteil der Friedensstadt Glau im Auftrag des damaligen Bewohners Joseph Weißenberg errichtet.

1935 wurde die Kirche von den Nazis verboten, die Friedensstadt enteignet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Friedensstadt zur sowjetischen Garnison. Seit 1994 wird sie von der Johannischen Kirche Stück für Stück wieder aufgebaut.

Heute beherbergt das Heilinstitut unter anderem Arzt-, Zahnarzt-, Heilpraktiker-, Ergotherapie- und Physiotherapie-Praxen sowie die von Jutta Tschacksch betriebene Saunaanlage „Wieder fit“. Auch das urchristliche Heilen durch Handauflegen, in der Johannischen Kirche als „Sakrament der geistigen Heilung“ bezeichnet, wird im Heilinstitut ausgeübt. Ein Blindenleitsystem, Behindertentoiletten und ein Aufzug bieten auch Menschen mit Handicap einen unproblematischen Zugang und Aufenthalt.

Wandel vom hässlichen Entlein zum schmucken Gelände

Heilpraktikerin Angela Sonntag und Physiotherapeutin Johanna Schuchardt gehören zu den Initiatoren der ersten Stunde im Jahr 1996 und sind noch heute mit ihren Praxen etabliert. Gemeinsam mit der Ruheständlerin Jutta Müller, die damals als Kosmetikerin begonnen hatte, erinnerten sie sich an die Anfänge.

Auf Fotos präsentierte Jutta Müller, wie das Gebäude aussah, nachdem die Sowjetarmee das militärisch genutzte Gelände im Jahr 1994 zurückgegeben hatte. Unansehnliche Räume, Keller und Fassaden wurden von der Johannischen Kirche in ein schmuckes und gepflegtes Gebäude umgestaltet, das Dach neu gedeckt, der Balkon aufgestockt. „Wir waren von Beginn an beim Umbau mit dabei“, berichtete Angela Sonntag, „und durften über die Gestaltung der Wände und Fußböden mit entscheiden.“

Stammpatienten fühlen sich gut aufgehoben

„Für mich ist es ein richtiges Hochgefühl, das Haus nach 20 Jahren in so gutem Zustand zu erleben“, freute sich die 74-jährige Jutta Müller, die bei ihren ehemaligen Kollegen vorbeischaute. Johanna Schuchardt, die in ihrer Physiotherapiepraxis inzwischen vier Mitarbeiter beschäftigt, nutzte den Tag der offenen Tür vor allem, um ihren Stammpatienten bei einem Gläschen Sekt für die Treue zu danken.

Zu ihnen gehört zum Beispiel Martina Starroske, die seit 20 Jahren in die Praxis kommt. „Als Gärtnerin habe ich mit Rückenproblemen zu kämpfen und fühle mich hier einfach gut aufgehoben“, sagte die 63-jährige Glauerin. Zu den ältesten, aber fitten Patienten zählt Erika Gregor. Die 89-Jährige wohnt in der Friedensstadt, kommt seit 14 Jahren zum Heilinstitut und dreht noch jeden Tag zu Fuß ihre Runde an der frischen Luft.

Bei einer Film-Dia-Show, zusammengestellt von Clara und Siegfried Sonntag, konnten sich die Besucher im Seminarraum über den Werdegang des Heilinstitutes informieren, während sich die kleinen Besucher beim Kegelumwerfen, in der Hängematte oder auf einem Trampolin austoben durften.

Von Elinor Wenke

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