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Heimatmuseum erweitert Ausstellung

Dennewitz Heimatmuseum erweitert Ausstellung

In Dennewitz bekämpften sich vor 203 Jahren 120 000 Soldaten innerhalb der Befreiungskriege gegen Napoleon. An diese für das Flämingdorf katastrophale Zeit erinnert das Heimatmuseum. Pünktlich zum Heimatfest am kommenden Wochenende ist es um einige Ausstellungsstücke reicher. Außerdem bietet die Flämingtrachtengruppe einen weiteren Anlass zum Feiern.

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Unteroffizier Enle ist das neue Schmuckstück in der Ausstellung des Dennewitzer Heimatmuseums.

Quelle: Victoria Barnack

Dennewitz. Ungewöhnliche Ausstellungsstücke gibt es im Dennewitzer Heimatmuseum bereits seit vielen Jahren. Mit Relikten, die hinter gläsernen Vitrinen verschlossen liegen, wurden die Besucher nur in den Anfangsjahren gelockt. Inzwischen tummeln sich zahlreiche lebensgroße Puppen auf den beiden Etagen des Heimatmuseums. Sie stellen – originalgetreu gekleidet – verschiedene Akteure der Schlacht bei Dennewitz dar.

„Alle Figuren stehen sinnbildlich für Viele und erzählen von menschlichen Schicksalen in der Schlacht“, erklärt Martina Schlanke. Die Dennewitzerin ist eine der wenigen Sachkundigen im Ort und gibt Führungen durch das Museum. Seit Kurzem gibt es dort eine neue Figur.

Napoleon (M) in der Dennewitzer Ausstellung

Napoleon (M.) in der Dennewitzer Ausstellung.

Quelle: Victoria Barnack

Ein ehrematlicher Spender schneidert die Kostüme der Puppen selbst und beschafft auch die detailechte Ausrüstung der Soldaten und Befehlshaber, zu denen auch die Waffen gehören. „Alles in seiner Freizeit“, berichtet Martina Schlanke. Seit Neuestem kann sie den Besuchern auch den sächsischen Unteroffizier Enle vorstellen. Er war einer von mehr als 1000 Toten in den Reihen der sächsischen Truppen. Nun trägt er im Museum wieder seine strahlend weiße Uniform, hat sein altes Kartenspiel dabei und raucht Pfeife.

Die meisten Gäste werden das außergewöhnliche Exponat am Sonntag zum ersten Mal betrachten können. Dann werde das Museum zur Jubiläumsfeier der Dennewitzer Flämingtrachten ganztägig geöffnet, kündigt Martina Schlanke an. Seit 20 Jahren pflegt die Truppe das historische Trachtenwesen des Niederen Flämings. Und zur Eröffnung des Dennewitzer Museums im Jahr 1996 hatten auch die Mädchen, die Frauen und die (wenigen) Männer in den handgefertigten Kleidern und Anzügen ihren ersten Auftritt.

Dennewitzer Flämingtrachten-Gruppe

Dennewitzer Flämingtrachten-Gruppe.

Quelle: Uwe Klemens

Das Heimatfest in Dennewitz steht vor allem im Zeichen der Flämingtracht steht, wird aber auch wieder an die Schlacht von Dennewitz vor 203 Jahren erinnern. Damals wurden die Truppen Napoleons im Fläming zwischen Dennewitz, Niedergörsdorf und Gölsdorf geschlagen. Im Heimatmuseum wird es Führungen dazu geben.

Hintergrund

Die Schlacht bei Dennewitz fand am 6. September 1813 statt. Damals gewannen die Preußen gegen die zahlenmäßig überlegenen Franzosen, auf deren Seiten auch die Sachsen kämpften.

70 000 französische und 41 000 preußische Soldaten trafen aufeinander. Es gab 34 000 Tote, davon 23 000 auf den Seiten der Franzosen. Zudem gerieten 13 500 Mann in Gefangenschaft.

Das große Fest in Dennewitz ist eine von wenigen Möglichkeiten im ganzen Jahr, an dem Gäste das Heimatmuseum spontan besuchen können. „Es ist für uns schwierig, das Museum offen zu halten“, gibt Martina Schlanke zu. Es fehle an Nachwuchs, der sich für die Geschichte des Ortes begeistert und den Betrieb für eine kleine Aufwandsentschädigung im Museum regelmäßig aufrecht erhält. Daher sind Anmeldungen nötig.

Von Victoria Barnack

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