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Heinsdorfer bauen eine Kirche aus einer Ruine

Kirchenaufbau gelungen Heinsdorfer bauen eine Kirche aus einer Ruine

Mit der Tatsache, dass ihre Kirche zu DDR-Zeiten geschliffen und bis auf ein paar klägliche Mauerreste abgetragen wurde, konnten sich die Heinsdorfer nie anfreunden. Sie wollten das Gotteshaus wiederhaben. Die Bilanz des von ihnen gegründeten Fördervereins geht inzwischen weit über das ursprüngliche Ziel hinaus.

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Günter Ukro (2.v.r.) mit den übrigen Vorstandsmitgliedern sowie weiteren Aufbauhelfern vor dem Kirchenschiff aus Glas, Holz und Stahl.

Quelle: Uwe Klemens

Heinsdorf. „Mensch, vor zehn Jahren hätte das niemand gedacht!“ Selbst Günter Ukros Stimme bebt, wenn er seinen Gefühlen im wiederauferstandenen Heinsdorfer Gotteshaus Ausdruck verleiht. Dabei ist der Ortsvorsteher des Doppeldorfes Niebendorf-Heinsdorf als heutiger Vorsitzender des Fördervereins am Gelingen des Wiederaufbau der Kirche nicht ganz unbeteiligt. Bei der Vorstandswahl vor wenigen Wochen haben ihm und dem übrigen Vorstand die derzeit 37 Vereinsmitglieder erneut das Vertrauen ausgesprochen.

Achten Bauabschnitt erfolgreich abgeschlossen

Die Bilanz des bislang Erreichten mutet fast an wie Hexerei. Woran vor knapp zehn Jahren selbst im Kreis der Aufbau-Befürworter noch niemand so recht glauben wollte, das hat sich erfüllt: Heiligabend konnten die Heinsdorfer zum ersten Mal seit vielen Jahren in ihrer Kirche wieder das Weihnachtsfest begehen. Mit dem Aufsetzen einer Dachkonstruktion aus Metall, Holz und Glas konnte der achte Bauabschnitt erfolgreich abgeschlossen werden. Im Vergleich mit der Gründungsidee, lediglich den Turm zu sanieren und die Glocke wieder zum Klingen zu bringen, mutet das inzwischen Erreichte an wie ein Wunder.

Blick ins neue Kirchenschiff

Blick ins neue Kirchenschiff.

Quelle: Uwe Klemens

„Ohne die starke Truppe hinter uns wäre das niemals möglich gewesen“, schwärmt Günter Ukro. Die gemeinsam auf der Baustelle verbrachten Stunden vermag kaum jemand mehr zu zählen. Auch das Vorsprechen bei Unternehmen und Fördermittelgebern hat zwar viel Zeit in Anspruch genommen, war aber letztlich nicht umsonst. Insgesamt 200 000 Euro kamen so zusammen, das gesponserte Material und die freiwillig geleistete Arbeit noch nicht einmal mitgerechnet.

Neues Dach und neuer Putz

„Wenn dann, wie zu Weihnachten oder kurz zuvor beim Herbstfest, vor allem ältere Heinsdorfer mit Tränen in den Augen in der Kirche stehen und sagen ,Das wir das noch erleben dürfen’, dann ist klar, dass sich unsere Mühe gelohnt hat. Jeder konnte sehen, dass nicht ein einziger Euro eingesetzter Euro umsonst war“, sagt Günter Ukro.

Die Kirche in Heinsdorf war vor einigen Jahren noch eine Ruine

Die Kirche in Heinsdorf war vor einigen Jahren noch eine Ruine.

Quelle: Uwe Klemens

Mittlerweile sind die Arbeiten am nunmehr neunten Bauabschnitt fortgeschritten. Nach dem Aufsetzen des Daches wurden die Nordwand des Kirchenschiffes und die Turmwände von innen mit einem Schlämmputz versehen und in einem warmen Farbton gestrichen. In den kommenden Wochen sollen im Kirchenraum die Reste des alten Steinfußbodens verfestigt und unter den seitlich angeordneten Sitzbänken soll ein Holzfußboden eingezogen werden. Als letzte Etappe werden dann die verbliebenen, nicht überdachten Mauerreste des alten Kirchenschiffes denkmalgerecht gesichert.

Bereits jetzt ist der Terminkalender für die künftige Kirchennutzung gut gefüllt. Neben Gottesdiensten sind Vorträge und kulturelle Veranstaltungen geplant. Jeden Sonntag ist die Kirche zudem für Neugierige geöffnet.

Von Uwe Klemens

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