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Heißer Asphalt

Bundesststraße 101 eröffnet an einem Freitag dem 13. Heißer Asphalt

Sechs Kilometer Asphalt – lange haben Pendler und Jüterbogs Autofahrer auf dieses Stück Straße gewartet. Kurz vor dem dritten Advent wird der letzte Abschnitt der Ortsumfahrung der neuen B101 von Luckenwalde bis Kloster Zinna eröffnet – nun doch am Freitag, dem 13.

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Kloster Zinna. Eigentlich ist die Ortsumfahrung Luckenwalde Süd sogar 8,2 Kilometer lang – zwei Kilometer davon sind schon in Betrieb. Die Straße endet derzeit an einer Ampel, die Eiligen werden noch einmal durch Luckenwalde in Richtung der alten B 101 geschickt.

An der Bundesstraße 101 - genauer der Südumfahrung von Luckenwalde - wird kräftig gebaut. Nicht mehr lange: Am Freitag, dem 13. Dezember soll der Abschnitt eröffnet werden. Die MAZ hat sich auf der Baustelle umgeschaut.

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Obwohl die nagelneue Straße noch nicht freigegeben ist, tummelt sich allerhand Publikum auf dem Asphalt: Die Strecke ist bei Radfahrern und Spaziergängern sehr beliebt, auch Spuren von Autorennen sind auf dem Asphalt zu erkennen – alles illegal natürlich. Aus Sicherheitsgründen wird morgens und abends die Baustellen-absperrung kontrolliert. Passiert auf der Straße etwas, ist jeder für sich selbst verantwortlich. Aber das Problem wird sich von selbst erledigen, denn auf der zweispurigen Straße ist künftig eine Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde möglich. Für Fußgänger, Radfahrer, Mopeds und Traktoren ist die Bundesstraße dann tabu.

Weil die Strecke relativ kurz ist und man schneller fahren kann, bekommt endlich auch die gesamte Ortsumfahrung von Luckenwalde einen Sinn. Bislang trug sie kaum zur Entlastung der Innenstadt bei. Denn die Strecke außen herum ist länger und Autofahrer brauchen in etwa die gleiche Zeit wie durch die Stadt.

Vor gut drei Jahren begannen die Bauarbeiten für die Umfahrung Luckenwalde Süd, nachdem die Archäologen ihre Arbeit getan hatten und das Gelände von Munition und Altlasten beräumt war. Wegen der Brutzeit gab es eine Pause, doch die war eingeplant. Dennoch, „der Zeitpuffer ist verbraucht“, verrät Heiko Nevermann. Er ist als Sachgebietsleiter beim Landesbetrieb Straßenwesen für die Bauüberwachung zuständig. Bauzeitverschiebungen bei der Bahn, viel Niederschlag in den vergangenen zwei Jahren und der Naturschutz kosteten mehr Zeit als zunächst gedacht.

Insgesamt hat die Südumfahrung rund 20 Millionen Euro gekostet. Entlang der Strecke sind zwei alte Panzerbrücken abgerissen worden, die Überbleibsel sieht man noch. Vom alten Bahnhof Forst Zinna ist nichts mehr übrig, ein denkmalgeschütztes Kasernengebäude in Neues Lager stand im Weg und durfte abgerissen werden. Gebaut wurden sieben Brücken, die gewaltigste mit 120 Metern Länge über die Bahnstrecke. Eine wurde für Wildwechsel über Gleise und Bundesstraße errichtet, zwei sind für Landwirtschaft und Forst vorgesehen, drei überqueren Gräben und die Nuthe. Natürlich gibt es Amphibien-Leiteinrichtungen und Schutzzäune für Otter. Auch an den Viehtrieb ist gedacht, die Kühe laufen unter der Bundesstraße hindurch.

Weil das Straßenwasser nicht direkt in den Graben fließt, wurden mehrere Rückhaltebecken angelegt. Die Tragfähigkeit des Bodens musste auf einem 200 Meter langen Stück verbessert werden. Im vergangenen Winter hat man deshalb Schottersäulen in den Torf getrieben und mehrere Monate abgewartet, ob der Damm hält. „Es hat funktioniert“, berichtet Heiko Nevermann. Während der Bauarbeiten neben und über den Gleisen war die Geschwindigkeit der Züge ein halbes Jahr lang auf 120 Stundenkilometer begrenzt. Für die Arbeiter war es trotzdem nicht ganz ungefährlich.

Was den Bauleuten wirklich zu schaffen gemacht hat, waren Diebstähle und Vandalismus. Kabel waren begehrt und Diesel. Gab der Tank der Baufahrzeuge nichts mehr her, wurden Scheiben eingeschlagen. Schmierereien, herausgerissene Schilder – „es war schon extrem“, sagt Heiko Nevermann.

Während die Bauabnahmen in greifbare Nähe rücken, geht es an die letzten Arbeiten. Derzeit wird gepflanzt, Zaunlücken werden geschlossen, Reste von Altlasten entsorgt. Noch nicht ganz fertig ist die Beschilderung in Luckenwalde. Eines ist aber sicher: Am 13. Dezember wird der Verkehr auf der neuen B101 rollen.

Von Martina Burghardt

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