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Heißer Meister: 25 Jahre Kachelofenbauer

Gottow Heißer Meister: 25 Jahre Kachelofenbauer

Unzählige Öfen hat Manfred Schmidt seit seiner Lehre abgerissen oder neu errichtet. „Keiner davon sah aus wie der andere“, sagt er. Inzwischen feiert der 53-Jähre den 25. Jahrestag seiner bestandenen Meisterprüfung. Als Lehrling, Angestellter und im eigenen Betrieb hat er die Höhen und Tiefen der Branche erlebt und einen ganz besonderen Fund gemacht.

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Den Ofen im eigenen Wohnzimmer hat Meister Manfred Schmidt natürlich selbst gebaut.

Quelle: Victoria Barnack

Gottow. Er ist einer von nur 33 seiner Zunft in Brandenburg. Manfred Schmidt aus Gottow gehört zu den wenigen Mitgliedern der Innung des Kachelofen- und Kaminbauerhandwerks im Land. Mit Leidenschaft übt er den Beruf aus, für den sich viele inzwischen zu fein sind. „Denn wer will sich heute noch die Finger dreckig machen“, sagt er.

25 Jahre ist es mittlerweile her, dass Schmidt seine Meisterprüfung erfolgreich abgelegt hat. Heute entwirft und baut er mehr als 20 Öfen im Jahr ganz allein. Dabei wollte er eigentlich etwas anderes lernen. Eine Rot-Grün-Sehschwäche verbaute ihm allerdings den Weg zum Wunschberuf des Elektrikers. Zum Plan B als Maler fehlte ihm die Höhentauglichkeit, berichtet er über seine Suche nach einer Ausbildung. „Mit 15 Jahren hat mich mein großer Bruder dann geschnappt und zum ersten Mal zu einem Ofenbauer mitgenommen“, erinnert er sich, „diesen Beruf habe ich schnell kennen und lieben gelernt.“

Morgens sechs Kilo Holz – und den ganzen Tag wohlige Wärme

Morgens sechs Kilo Holz – und den ganzen Tag wohlige Wärme.

Quelle: Victoria Barnack

Seine Ausbildungszeit verbrachte Manfred Schmidt in Jüterbog. „Schon damals durfte ich eigenständig arbeiten und hatte viel Kundenkontakt“, berichtet der heutige Meister von den zwei Faktoren, die ihn besonders für seinen Handwerksberuf begeistern. Anschließend wechselte Schmidt in einen Betrieb nach Wahlsdorf. „Denn dort hatte ich die Möglichkeit, eine Meisterausbildung zu machen“, sagt er.

Noch angefangen in der DDR beendete er sie nach zwei Jahren 1991 und musste schließlich auch die harten Zeiten des Handwerks miterleben. „Die ersten Jahre nach der Wende waren besonders schwierig“, erinnert er sich. Mit Fliesenarbeiten wurde die Zeit überbrückt, in der viele Menschen ihre DDR-Kachelöfen abrissen.

Heute sind Kacheln wieder gefragt

„Heute ist das zum Glück wieder anders“, sagt Manfred Schmidt. Viele Privatpersonen suchen inzwischen sogar nach den alten Kacheln, die einst im Müll landen sollten. Grund dafür ist vor allem der Wohlfühlfaktor. „Denn wenn ein Ofen im Hintergrund knistert, ist es gleich viel gemütlicher“, findet der Ofensetzer. Die Energieeinsparung ist dabei ein besonders positiver Nebeneffekt, den er auch im eigenen Haus anwendet. „Morgens lege ich sechs Kilo Holz rein und habe den ganzen Tag eine warme Stube“, erklärt er. Mehrere Zehntausend Euro lassen sich die spendabelsten Privatkunden diesen Luxus kosten.

Manfred Schmidt hat Öfen aber auch schon für ganze Dörfer gebaut. Die neu errichteten Dorfbacköfen in Liedekahle und Wildau-Wentdorf stammen aus seinen Händen. Als Dank gab es zur Einweihung nicht nur den monetären Lohn für Schmidt. „Ich habe natürlich auch schon Brot aus diesen Öfen gegessen“, erzählt er. Das schmeckt fast so gut wie sein kuriosester Fund als Ofensetzer. Beim Abriss eines Kachelofens im Haus einer alten Dame fand er als Lehrling zwei große Salamis. „Eine davon habe ich als Finderlohn geschenkt bekommen“, erinnert er sich schmunzelnd, „so geräuchert hat sie super geschmeckt.“

Von Victoria Barnack

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