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Helfer für Frank Zanders Weihnachtsfeier

Ludwigsfelde Helfer für Frank Zanders Weihnachtsfeier

Wenn Schlagerstar Frank Zander heute rund 3000 Obdachlose und Bedürftige zu seiner traditionellen Weihnachtsfeier im Berliner Hotel „Estrel“ begrüßt, dann sind auch freiwillige Helfer aus Wünsdorf, Dahlewitz und Ludwigsfelde dabei. Ihnen ist es eine Herzensangelegenheit, die Gäste zu bewirten.

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Mehr als 3000 Gäste hat Show-Star Frank Zander (M.) heute im Berliner Hotel „Estrel“ beim traditionellen Weihnachtsessen für Obdachlose; die bekommen auch Kleidung und kleine Geschenke.

Quelle: Foto: Archiv ZARL-Produktion Rangsdorf

Ludwigsfelde. Freundliche Helfer aus Wünsdorf, Dahlewitz und Ludwigsfelde servieren heute Gänsebraten im Berliner Hotel „Estrel“. Hier lädt Schlagerstar Frank Zander zur 23. von ihm organisierten Weihnachtsfeier für rund 3000 Obdachlose und Bedürftige ein.

Auf der Suche nach einer Weihnachtsfeier für sein Praxisteam stieß Andreas Becker 2010 auf Frank Zanders Weihnachtsessen für Obdachlose. „Im Internet las ich, dass noch Helfer gesucht werden“, erinnert sich der Dahlewitzer Allgemeinmediziner. Das ganze Team war von der Idee sofort begeistert. „Auch wenn es eine Menge Arbeit für meine Frau Iris, das Team und mich bedeutet“, sagt Becker. Alle – von der Arzthelferin bis zur Putzfrau – decken Tische, verteilen Geschenke und servieren Gänsekeulen. „Für ein Gespräch mit den Obdachlosen bleibt da kaum Zeit“, bedauert Andreas Becker. Dennoch spüre er, dass die Gäste den Abend genießen. Mittlerweile ist der Andrang der Helfer so groß, dass das Los entscheiden muss. Voriges Jahr hatte Beckers Praxisteam kein Glück. „Wir waren alle sehr traurig. Umso schöner ist es, dass wir dieses Jahr wieder dabei sein dürfen“.

Oliver Bucheisen: „Nun bin ich aufgeregt wie ein kleines Kind“

Wie Andreas Becker stieß auch Oliver Bucheisen bereits 2010 auf Frank Zanders Facebook-Helfer-Suchseite. Ein Jahr später begann der Ludwigsfelder damit, sich zu bewerben. Bisher bekam der 45-Jährige stets freundliche Absagen. Doch in diesem Jahr war alles anders: „Bis zum 31. Oktober konnte man sich bewerben. Anfang November kam eine Mail, dass ich zum Helfer-Team gehöre.“ Darüber freut sich Bucheisen sehr. „Mir geht es gut. Da kann ich gerne anderen etwas abgeben oder helfen.“

Welche Aufgaben er auf der nun schon legendären Wohltätigkeitsveranstaltung im Hotel „Estrel“ übertragen bekomme, das sei ihm völlig egal. „Hauptsache, ich kann helfen“, sagt Oliver Bucheisen. Aus dieser Motivation heraus war er bislang freiwilliger Feuerwehrmann gewesen. „Doch das geht aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr. Aber es gibt bestimmt noch mehr Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren“, sagt der Krankenpfleger. Er arbeitet im Schichtdienst in der Palliativmedizin. Daher weiß er, wie wertvoll direkte Zuwendung ist. Als seine Chefin davon erfuhr, dass ihr Mitarbeiter als Helfer bei Frank Zanders Weihnachtsessen dabei ist, gab sie ihm spontan frei. „Nun bin ich aufgeregt wie ein kleines Kind“, gesteht Bucheisen. Wie der Tag heute im Detail ablaufen wird, wisse er noch nicht. „Nur dass ich zur zweiten Helfergruppe gehöre, die um 12 Uhr beginnt“.

750 lustige Weihnachtsmannmützen gebastelt

Bereits um 8.30 Uhr ist Anja Miethig im Hotel „Estrel“ verabredet. Hier trifft sich die 46-jährige Wünsdorferin mit ihrer zwei Jahre älteren Schwester Ines Boschan, die aus Bibersdorf bei Lübben anreist. „Wir sind schon das sechste Jahr dabei“, sagt Miethig. Wochenlang haben die Schwestern 750 lustige Weihnachtsmannmützen aus roten Servietten und weißen Tassenuntersetzern gebastelt. „So ganz nebenbei“, stapelt die Polizei-Verwaltungsmitarbeiterin tief. „Die Mützen setzen wir dann auf alle Flaschen, die auf den Tischen stehen“. Vor allem die Kinder der bedürftigen Gäste freuten sich darüber, dass sogar die Getränkeflaschen Mützen tragen.

Um 9 Uhr finde die Einweisung für die ersten Helfer statt, erzählt Miethig. „Die meisten kennen sich, auch wenn wir uns nur einmal im Jahr sehen. Das ist inzwischen schon wie eine kleine Familie.“

Anja Miethig: „Die Leute sind so dankbar und lieb.“

Nach der Einweisung werden die Tische gedeckt. Beispielsweise müssten Tischdecken zugeschnitten werden. „Es wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass alles so aussieht, als würde Daimler-Benz eine Weihnachtsfeier veranstalten“, sagt Anja Miethig. Auf jedes Detail werde geachtet, bis alles top aussieht. Anschließend packen die Helfer noch die großen Taschen mit Geschenken, die zum Schluss an die Gäste verteilt werden.

Während des Essens servieren Anja Miethig und ihre Schwester Gänsebraten. „Von den Promis, die auch Essen servieren, kriege ich da nicht viel mit“. Dazu sei der Saal zu groß, habe sie zu viel zu tun. An 230 Tischen sitzen jeweils zwölf Gäste. „Um die geht es ja eigentlich an diesem Tag.“ Die Leute seien so dankbar und lieb. „Das ist das besonders Schöne an diesem Weihnachtsessen.“ Voriges Jahr habe eine Frau sie beim Servieren am Arm gegriffen und gesagt: „Mach doch mal eine Pause.“ Anja Miethig musste sich auf den Rollator der Frau setzen und mit ihr gemeinsam ein Stück Kuchen essen. „Solche Momente sind einfach nur schön.“

www.obdachlosenfest.de

Von Jutta Abromeit, Christian Zielke, Frank Pechhold

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