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Helfer gegen Sprachbarrieren in Luckenwalde

Ehrenamtliche Laien-Lehrer Helfer gegen Sprachbarrieren in Luckenwalde

Die Bereitschaft in Luckenwalde ist groß, Flüchtlingen in ehrenamtlicher Arbeit Deutschkenntnisse beizubringen. 20 interessierte Laien-Lehrer trafen sich zu einer ersten Informationsveranstaltung.

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Anke Habelmann (l.) informiert über geplante Deutschkurse.

Quelle: Wenke

Luckenwalde. Mit so viel spontaner Bereitschaft, als Laien-Lehrer Flüchtlingen die deutsche Sprache beizubringen, hatte Anke Habelmann, die neue Flüchtlingskoordinatorin der Stadt Luckenwalde, gar nicht gerechnet. 20 Frauen und Männer trafen sich in der Bibliothek am Bahnhof zur ersten Konferenz, um sich über Ziele und Modalitäten der ehrenamtlichen Lehrerstunden zu informieren, unter ihnen Rentner, aber auch Berufstätige in verschiedenen Branchen.

„Ich freue mich, dass so viele gekommen sind“, sagte Anke Habelmann, die selbst aus der Hotelbranche stammt und in Brück (Potsdam-Mittelmark) bereits einen Laien-Deutschkurs leitet. Die sogenannten Integrationskurse in Deutsch seien den Flüchtlingen mit Bleiberecht vorbehalten. „Das ist nur ein kleiner Anteil von Flüchtlingen, viele möchten aber unbedingt Deutsch lernen“, sagte sie. Dafür werden Ehrenamtliche gesucht, die ihnen erste Kenntnisse der deutschen Sprache beibringen. „Man muss nicht als Lehrer zertifiziert sein und es gibt für die Flüchtlinge in diesem Kurs auch kein Zertifikat“, sagte Habelmann, „die Flüchtlinge sollen fit gemacht werden, um sich im Alltag zurechtzufinden und verständigen zu können.“ So sollen sie befähigt werden, im Supermarkt einzukaufen, einen Arztbesuch ohne Dolmetscher zu managen oder in einer Behörde die Familie ordnungsgemäß vorzustellen.

„Es gibt verschiedene Lehrmethoden“, sagte Anke Habelmann aus Erfahrung „Jeder muss für sich die beste rausfinden. Sie können sprechen, schreiben, hören, singen oder schauspielern“, motivierte sie die Besucher. Neben den Vokabeln sollen auch deutsche Regeln wie Pünktlichkeit, deutsche Festtagsbräuche oder das Verhalten im Straßenverkehr vermittelt werden. Die Kurse sollen idealerweise außerhalb des Wohnheimes stattfinden, um eine Unterbrechung aus dem Flüchtlingsalltag zu ermöglichen. Angeboten wurden bislang der Bürger- und Kieztreff und das Haus Sonnenschein; in Aussicht stehen Heimatmuseum, Jobcenter und Bibliothek.

Noch gab es unter den Interessenten viel Klärungsbedarf. Wie geht man mit Unpünktlichkeit um? Ist man als Laien-Lehrer versichert? „Ehrenamtliche sind abgesichert, die Haftpflicht ist vom Land gedeckt“, wusste Evelin Kierschk, die seit vier Jahren an der Arndt-Schule Deutschhilfe anbietet. Wer bezahlt das Unterrichtsmaterial? „Für die Erstausstattung würde die Stadt aufkommen“, erklärte Anke Habelmann. Sie sammelt nun bis Anfang Januar die Terminangebote der Laien-Lehrer, stellt diese zusammen und lädt dann zum nächsten Treffen ein.

Von Elinor Wenke

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