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Teltow-Fläming Herbstputz und andere Dorfaktionen
Lokales Teltow-Fläming Herbstputz und andere Dorfaktionen
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06:20 24.10.2016
Jung und Alt packten beim Herbstputz in Welsickendorf gemeinsam an. Quelle: Victoria Barnack
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Welsickendorf

Zweimal im Jahr treffen sich die Welsickendorfer mit Besen, Harke und Heckenschneider. Jeder der etwa 30 tatkräftigen Helfer startet dann vor seiner Haustür und fegt oder harkt sich bis zur Dorfmitte vor. „Hier trifft man die Leute vom anderen Dorfende, die man sonst das ganze Jahr über nicht sieht“, erzählte Einwohner Uwe Gottwald. Denn wo sich die B101 und die Dorfstraße aus Richtung Gräfendorf und Körbitz kreuzen, endete die große Putzaktion des Dorfes am Wochenende.

Am Sonnabend stand wieder der Herbstputz auf dem Plan, obwohl die Bäume in dem 180-Einwohner-Ort noch nicht wirklich mitspielten und ihre Blätter behielten. Da müssen die Welsickendorfer im nächsten Jahr noch einmal ran. Schließlich treffen sie sich schon in ein paar Monaten wieder zum Frühjahrsputz. „Den gibt es bei uns schon seit 20 Jahren“, berichtete Ortsvorsteherin Marina Grusdat. Seit 2003 hat sie das Sagen im Ort und packt ebenso fleißig an wie die restlichen Helfer, die sich aus allen Himmelsrichtungen zur Dorfmitte vorarbeiteten.

Auf alle ihre Einwohner kann sich Marina Grusdat allerdings nicht verlassen. „Selbstverständlich gibt es auch diejenigen, die uns sagen, was zu tun ist und dann nicht helfen“, sagte sie am Sonnabend während der großen Putzaktion. Dabei bewiesen andere Welsickendorfer, dass es gar keine Ausreden braucht. „Einige, die heute keine Zeit haben, haben schon am Freitag etwas getan“, freute sich die Ortsvorsteherin.

Unterstützung gab es bei dem herbstlichen Arbeitseinsatz auch von der Gemeinde – allerdings eher in maschineller als personeller Form. „Wenn man darauf wartet, dass die Gemeinde alle Orte schön macht, bleibt unser Dorf immer dreckig“, weiß Marina Grusdat. Die Welsickendorfer arbeiten deshalb nach dem Motto: Selbst ist der Mann – beziehungsweise die Frau. Und auch ein paar Welsickendorfer Kinder packen beim Dorfputz mit an. Die meisten Arbeitsgeräte, darunter nicht nur Besen und Harken, sondern Heckenschneider und Frontlader, bringen die Einwohner selbst mit. Die Gemeinde stellt zusätzlich große Hänger und ein Fahrzeug zum Abtransportieren des üppigen Laubhaufens bereit, den die Welsickendorfer schnell zusammengeharkt hatten.

Wesentlich mehr als über Aufräumarbeiten der Gemeinde Niederer Fläming in ihrem Ort würden sich die Welsickendorfer jedoch über andere Sanierungsmaßnahmen in ihrem Dorf freuen. Den Gehweg sehen besonders viele Einwohner als großes Problem. „Er steht schon auf der Prioritätenliste, seitdem ich hier Ortsvorsteherin bin“, sagte Grusdat. Vor allem für die älteren Einwohner besteht Stolpergefahr, wenn sie durch das Dorf laufen.

Unfälle gab es in Welsickendorf bisher aber noch nicht – obwohl die viel befahrene Bundesstraße B101 quer durch den Ort nach Jüterbog und Herzberg führt. Hoffnung auf eine Verbesserung der Straßensituation hat man in dem Flämingdorf allerdings nicht. Denn im Bundesverkehrswegeplan, der bis 2030 Bestand hat, ist der kleine Ort zwar noch verzeichnet, eine Maßnahme ist aber eher unwahrscheinlich, „denn wir stehen ganz weit hinten auf der Liste des erweiterten Bedarfs“, erklärte die Ortsvorsteherin.

Deshalb suchen die Welsickendorfer ihr Heil vorerst im Lokalen. Mit mehreren Leuten wollen sie im November an der Ideenschmiede für das Leitbild der Gemeinde Niederer Fläming teilnehmen und ihre Wünsche einbringen. Dazu gehört auch ein neuer Anstrich des ehemaligen Konsums. „Das Gebäude nutzen wir heute als Gemeinderaum“, erklärte Grusdat. Wöchentlich treffen sich die Dorffrauen dort. Die Senioren sind einmal im Monat da. Außerdem finden regelmäßig Feiern statt. Auch zum Dorffest und von der Feuerwehr wird der Raum genutzt. Die Chancen auf eine Sanierungsmaßnahme stehen deshalb nicht schlecht. Denn die Gemeinde setzt die Prioritäten oft dort durch, wo sich auch von allein etwas tut.

Der Welsickendorfer Gemeindevertreter Uwe Gottwald nennt ein Beispiel. „Einmal haben sich 50 Leute auf dem zugefrorenen Dorfteich getroffen und spontan gegrillt“, erinnerte er sich. Die Spontanität und Aktionsfreude im Ort schreibt er auch der aktiven Ortsvorsteherin zu. „Was im Ort tatsächlich passiert, hängt viel vom Engagement der einzelnen Ortsvorsteher ab“, sagte er.

Von Victoria Barnack

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