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Herr Trebbin besucht Trebbin

Namensvetter auf Spurensuche Herr Trebbin besucht Trebbin

Ein Australier kann mit Fug und Recht von sich behaupten, ein Trebbiner zu sein. Schließlich ist Trebbin sein Nachname. Gerade ist Dennis Trebbin in der Stadt zu Gast. Er ist auf der Suche nach seinen Vorfahren und der Geschichte seines Namens.

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Trebbins Bürgermeister Thomas Berger (r.) überreicht dem Australier Dennis Trebbin Souvenirs aus der Namensvetter-Stadt.

Quelle: Elinor Wenke

Trebbin. „Welcome to Trebbin, Mister Trebbin!“ Diese Situation erlebt Bürgermeister Thomas Berger nicht alle Tage. Er begrüßte gestern einen weitgereisten Gast im Trebbiner Rathaus: Dennis Trebbin aus Australien.
Der 64-Jährige lebt in der Nähe von Brisbane und war jetzt zwei Wochen lang auf Deutschland-Tour. Zuletzt führte ihn der Weg von München nach Berlin und gestern dann in seine Namensvetter-Stadt Trebbin. Am Freitag macht sich Dennis Trebbin wieder auf die Heimreise.

Von den Gastgebern aus dem Trebbiner Rathaus wurde er vom Bahnhof abgeholt und an den Schulen und dem Park vorbei durch die Stadt geführt. Später gab es noch einen Abstecher ins Heimatstübchen. Dennis Trebbin spricht kein Wort deutsch, stattdessen wurde eine lebhafte Unterhaltung auf Englisch geführt. Verblüffend für Thomas Berger, seine Stellvertreterin Ina Schulze und Kämmerer Ronny Haase war zu erfahren: Die Vorfahren von Dennis Trebbin haben tatsächlich in Trebbin gelebt. Sein Urgroßvater Friedrich Trebbin wanderte mit der Familie im Jahr 1872 aus Trebbin aus. Von Hamburg aus ging es mit dem Schiff nach Australien.

Dennis Trebbin packte stolz eine dicke Familien-Chronik aus. 300 Seiten sorgfältig recherchierte Daten, Listen, Namen, Geschichten und Bilder. Das Schiff brauchte damals drei Monate nach Australien, berichtete er. Sein Opa Hermann Otto Trebbin habe noch deutsch gesprochen und ihm als Kind deutsche Lieder vorgesungen, erinnert sich der 64-Jährige.

Neugierig blätterte Berger im Familienbuch und entdeckte plötzlich die Trebbiner Kirche. Schwarz auf Weiß ist festgehalten, dass Friedrich Trebbin 1825 geboren wurde. Ein weiterer Eintrag belegt, dass ein Otto Richard Hermann Trebbin im Jahr 1906 in Prenzlau geboren wurde. „Es ist ein offenes Buch, deshalb sind die linken Seiten immer frei und bieten Platz für neue Informationen“, übersetzte Berger. Kontakte habe Dennis Trebbin auch mit Namensvettern in den USA, mit denen er aber offenbar nicht verwandt ist.

Schon einmal ist in der Clauertstadt ein Gast mit Trebbin als Familienname aufgetaucht. „Aber dass jemand so hieß und auch hier gelebt hat, ist eine absolute Neuigkeit“, erklärte Berger seinem Gast. Laut Dennis Trebbin waren seine Urgroßeltern in Trebbin „Farmer“, betrieben also eine Landwirtschaft mit allerlei Pflanzen und Zuckerrüben. Auch sein Vater sei Gärtner gewesen und habe Blumen produziert.

„Anlässlich unserer 800-Jahr-Feier recherchieren wir die Trebbiner Geschichte. Vielleicht ist der Ur-Trebbiner tatsächlich ein Vorfahre von Ihnen“, mutmaßte Berger vergnügt gegenüber seinem Gast. Und fühlt sich in einer weiteren Vision bestätigt: „Ich habe mir mal den Spaß gemacht, herauszufinden, wo der Anti-Pol von Trebbin liegt – also der Punkt genau gegenüber auf der anderen Seite der Erde“, erzählte er. „Pikt man fiktiv mit einer Nadel durch den Globus, kommt man bei Australien und Neuseeland raus, also in der Heimat von Mister Trebbin.“

Auch Dennis Trebbin war Farmer. Er hat zwei Töchter und einen Sohn, sodass der traditionelle Familienname durchaus Zukunft haben kann.

Berger bedankte sich bei seinem Gast mit typisch Trebbiner Geschenken – unter anderem einem Bildband, T-Shirts und einem Baby-Lätzchen mit der Aufschrift „Ich bin ein Trebbiner“. „Wir können mit Ihrer Hilfe viel über die Geschichte Trebbins herausfinden. Nur wenn wir die Historie kennen, können wir mit der Gegenwart gut umgehen“, formulierte Berger auf Englisch und bot an, weiterhin Kontakt zu halten und Unterstützung zu geben, wann immer sie gebraucht wird. Ronny Haase indes liebäugelte schon mit einer neuen Idee: „Ich könnte mir durchaus eine weitere Partnerstadt in Aus tralien vorstellen.“

Von Elinor Wenke

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