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Hetzjagd rund ums Schloss

Diedersdorf Hetzjagd rund ums Schloss

In Diedersdorf ist am Sonnabend zum 22. Mal eine Reitjagd veranstaltet worden. Eine Hundemeute hetzt dabei einer Spur aus Pansenlake hinterher, gefolgt von einem Reitertross. Die Veranstaltung ist reiner Sport, Wild wird dabei nicht gejagt.

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Die Jäger nach einer Pause auf freiem Feld.

Quelle: Stephan Laude

Diedersdorf. Die Irish Foxhounds, eingeschlossen in ihrem Transportlaster, bellen schon lange. Sie wirken ungeduldig. Auch Ermahnungen, ruhig zu sein, fruchten nur kurzzeitig. Es dauert, bis sie herausdürfen. Da sind schon die ersten Besucher eingetroffen. Und gleichzeitig dringt die Sonne durch den herbstlichen Morgennebel. Das Wetter spielt wunderbar mit bei der 22. Reitjagd in Diedersdorf. Die Veranstaltung reiht sich ein in eine Vielzahl von Hubertusjagden, die im November stattfinden. Am dritten des Monats ist der Gedenktag für den Heiligen Hubertus, den Schutzpatron der Jagd.

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Der Brandenburg Hunting Club hat am Sonnabend zur Hetzjagd nach Diedersdorf eingeladen. Hunde und Reiter folgten extra ausgelegten Schleppen aus Pansenlake. Hetzjagden auf lebende Tiere gibt es seit 1934 nicht mehr.

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Die Hunde gehören zur „Mecklenburger Meute“ aus Güstrow. Sie sind die Partner der Männer und Frauen vom Schleppjagdverein Brandenburger Hunting Club (BHC) und ihrer Pferde. Gemeinsam jagen sie über die Wiesen und Felder rings um das Schloss. Wobei es sich um eine unblutige Jagd handelt. Die Hunde hetzen nicht Wild, sondern einer Spur von Pansenlake nach, die von drei Schlepplegern gezogen wird. Die Lake befindet sich in Behältern im Schleppgeschirr eines Pferdes und läuft in einem Rinnsal heraus. Neun Schleppen, quasi Etappen, gibt es an diesem Sonnabend. Der Hundemeute folgt der Reitertross. Zwischendurch werden Stopps eingelegt, in denen die Hunde neu „angelegt“ werden. Dann geht’s weiter mit der Nasenarbeit. Gut 15 Kilometer ist die Strecke lang.

Sachkundige Zuschauer

Die Stopps bieten auch den Zuschauern, die mit Autos und einem Kremser unterwegs sind, Gelegenheit, Reiter, Pferde und Hunde aus der Nähe zu beobachten. Die meisten Zuschauer scheinen irgendwie dazuzugehören. Sie haben starke Ferngläser und wissen genau, wo die Jäger einen Weg überqueren. Der sicherste Hinweis für Unkundige: dem Kleinbus mit den Bläsern folgen. Sie springen zwischen den Schleppen von den Sitzen und verkünden mit ihren Instrumenten auch ahnungslosen Spaziergängern, dass gejagt wird.

Sport für Reiter, Pferde und Hunde

Der BHC sieht das Jagdreiten nicht nur für die Reiter als Sport, sondern auch für die Pferde und Hunde. Das Alter der Reiter spielt keine Rolle – am Sonnabend sind sie zwischen 14 und 76 Jahre –, aber fit müssen sie sein. Genau wie die Pferde. Auch die Hunde müssen gut trainiert sein. Mit der „Mecklenburger Meute“ hat der BHC schon mehrmals Jagden veranstaltet. „Wir üben für etwas, das es heute nicht mehr gibt“, sagt BHC-Reiter Oliver Keizers: Hetzjagden. Die sind in Deutschland seit 1934 verboten, wie fast überall in Europa.

Nach der Hetzerei auf der Pansenspur gibt’s für die Hunde richtigen Pansen. Für die Reiter steht Wildschwein auf der Speisekarte.

Von Stephan Laude

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