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Teltow-Fläming Hier tappen die meisten in die Blitzer-Falle
Lokales Teltow-Fläming Hier tappen die meisten in die Blitzer-Falle
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17:33 26.02.2018
Dieser Blitzer an der B96 in Dabendorf erwischte den schnellsten Verkehrsrowdy von Teltow-Fläming. Quelle: Zielke
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Dahmeland-Fläming

Es wäre interessant zu wissen, weshalb es der Autofahrer so eilig hatte, den der Blitzer bei Dabendorf irgendwann im vergangenen Jahr erwischte. 50 km/h darf man an der Stelle fahren. Der Autofahrer hatte allerdings – so weist es zumindest das Foto aus, das von ihm geschossen wurde – 132 Sachen auf dem Tacho. Selbst wenn man die Toleranz abzieht, sind das immer noch 78 km/h zu viel. Für den Fahrer bedeutete das eine Menge Ärger, mindestens 600 Euro Bußgeld und wohl drei Monate Fahrverbot. Für die Messstellen des Landkreises Teltow-Fläming bedeutet das auch etwas: Rekord im Jahr 2017 nämlich. Und das will schon etwas heißen.

Denn es gibt ziemlich viele Möglichkeiten, in der Region Dahmeland-Fläming geblitzt zu werden, und entsprechend viele Auto- und Motorradfahrer erwischt es auch. Allein rund 40 fest installierte Blitzer stehen in der Region Dahmeland-Fläming, die meisten im Norden der Landkreise, wo die meisten Menschen leben und arbeiten, und wo auch viele Autos fahren. Die Hälfte der Blitzer wird von den Landkreisen betrieben, die andere Hälfte von Städten und Gemeinden, vor allem Ludwigsfelde und Schönefeld.

Allein der Landkreis Dahme-Spreewald hat mit seinen neun Starenkästen im vergangenen Jahr mehr als drei Millionen Autos und Motorräder kontrolliert und 28 000 von ihnen wegen zu schnellen Fahrens geblitzt. Für Teltow-Fläming liegen konkrete Zahlen noch nicht vor, die sieben stationären Blitzer, die der Landkreis betreibt, lösen aber in der Regel etwas seltener aus. Und spülen auch weniger in die Kreiskasse. Im Schnitt 400 000 Euro hat Teltow-Fläming zuletzt pro Jahr über Bußgelder eingenommen. Dahme-Spreewald kassiert etwa das Dreifache. Im vergangenen Jahr zahlten Kraftfahrer 1,2 Millionen Euro Bußgelder an den Landkreis – das waren sogar noch einmal rund 100 000 Euro mehr als im Jahr davor.

Lukrativster Blitzer steht an der L400

Am lukrativsten ist für den Landkreis weiterhin der Blitzer an der L400. Die Straße ist die kürzeste Verbindung zwischen Königs Wusterhausen und Waltersdorf. Das heißt: Wer aus Königs Wusterhausen oder Wildau kommt und bei Ikea oder Höffner Möbel kaufen will, wird wahrscheinlich die L400 benutzen. Zudem ist die Straße ein wichtiger Zubringer zum A10-Center. Mehr als eine Million Fahrzeuge haben die L400 im vergangenen Jahr befahren, 12 800 davon wurden geblitzt. Das ist jedes hundertste.

Der schnellste Flitzer war dort im vergangenen Jahr mit sage und schreibe 156 km/h unterwegs. Das sind 96 km/h über dem Erlaubten, auch das ist ein mindestens 600 Euro „teurer“ Rekord.

Als ziemlich gute Einnahmequelle erweist sich für den Landkreis aber auch der Blitzer an der B115 bei Prierow, einem Dorf in der Nähe von Golßen. Dort sind zwar deutlich weniger Fahrzeuge unterwegs als etwa auf der L74 bei Halbe, die Straße lädt die Kraftfahrer aber offenbar regelrecht zum Rasen ein, weshalb es bei Prierow gemessen an der Zahl der Fahrzeuge öfter blitzt als anderswo. Fast 8000 Fotos nahm der Blitzer bei Prierow im vorigen Jahr auf. Zum Vergleich: Bei Halbe, wo deutlich mehr Fahrzeuge fahren, blitzte es nur 5200-mal.

Einträglichster Blitzer von TF steht an der B96

In Teltow-Fläming ist der Blitzer an der B96 in Richtung Südring-Center nach wie vor der einträglichste. Jeder vierte, der im Landkreis geblitzt wird, fahre dort in die Fotofalle, heißt es aus der Verkehrsbehörde des Landkreises. Wie viele es allerdings im vorigen Jahr genau waren, teilte der Landkreis bislang nicht mit.

Freilich geht es bei den Blitzern nicht primär ums Geld – auch wenn Wirtschaftlichkeit angesichts der hohen Mieten oder Anschaffungskosten der Geräte eine Rolle spielt. Die Standorte der stationären und auch der mobilen Kontrollen werden in der Regel von der Kreisunfallkommission beschlossen. Zuweilen werden sie von der Politik gefordert, um Raserei einzudämmen und Unfallschwerpunkte zu entschärfen. Schönefelds Bürgermeister Udo Haase (parteilos) etwa hat aus diesen Gründen mindestens zwölf Blitzer in seiner Gemeinde aufstellen lassen, darunter vier in Großziethen, je zwei in Schönefeld und Waltersdorf und einen in Waßmannsdorf.

Schönefeld betreibt mehr Blitzer als LDS

„Das war eine Forderung der Abgeordneten, weil bei uns immer so gerast wurde“, sagt er. Die Blitzer stehen zum Teil weithin sichtbar vor Schulen und Kindergärten. Zudem setzt die Gemeinde ein mobiles Blitzgerät ein. Das ist ein vergleichsweise hoher Aufwand für eine vergleichsweise kleine Gemeinde. „Wir haben aber mehr Verkehr als viele andere Orte. Bei allein zwölf Millionen Flugpassagieren im Jahr ist auf unseren Straßen die Hölle los“, rechtfertigt Haase die Technik-Offensive. Zu vernachlässigen sind die jährlichen Einnahmen allerdings auch nicht: Sie betrugen zuletzt mehr als 700 000 Euro.

In Ludwigsfelde ist man auch ohne Flughafen einen ähnlichen Weg gegangen. Die Stadt hat in den vergangenen zehn Jahren nach und nach Blitzer angemietet. Bis heute sind es neun Stück, die inzwischen in fast allen Ortsteilen stehen. Die Einnahmen beliefen sich in der Vergangenheit immerhin auch auf bis zu 300 000 Euro im Jahr. Außerdem betreibt Ludwigsfelde wie Schönefeld auch einen eigenen mobilen Blitzwagen, der zuletzt auch von Großbeeren angefragt wurde.

Dass sich mit Blitzern allerdings Unfallzahlen oder Raserei nachhaltig reduzieren lassen, sei nicht erwiesen, heißt es bei Verkehrsexperten des ADAC. Was sich aber reduzieren lässt, ist die Zahl der auffälligen Fahrer. 157 Führerscheine hat der Landkreis Teltow-Fläming im vorigen Jahr wegen Verkehrsverstößen einkassiert. Das waren 14 mehr als im Jahr davor.

Von Oliver Fischer

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