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Hilfe bei Hausaufgaben oder beim Einkaufen

Rehagen Hilfe bei Hausaufgaben oder beim Einkaufen

Ehrenamtliche Paten helfen in Rehagen Flüchtlingen aus Afghanistan, vor allem in den ersten Monaten in dem Ort. Sie suchen für weitere Familien nun Unterstützung und berichten von Freundschaften, die sich bereits entwickelt haben.

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Flüchtlinge aus Afghanistan mit Paten Gabi Büttner (M.) und Andrea Grant (r.)

Quelle: Gudrun Ott

Rehagen. Wenn Gabi Büttner ihre afghanische Patenfamilie Wahab besucht, werden zu Kaffee oder Tee orientalische Köstlichkeiten serviert, denn es gibt viel zu erzählen. Da ist die neue Wohnung, über die sich alle freuen, da ist die Arbeit in einem metallverarbeitenden Betrieb, die der Vater aufnehmen konnte mit der Aussicht eine Facharbeiterausbildung zu beginnen. In Afghanistan hat der 40-Jährige als Taxifahrer und Teppichknüpfer gearbeitet, um seine Familie durchzubringen.

Glücklich ohne Kopftuch

Die elfjährige Anita ist stolz darauf, dass sie hier das Schwimmen gelernt hat. Ihre drei Jahre ältere Schwester Dina, die vor 15 Monaten, als die Familie nach Deutschland kam, noch Kopftuch trug, fühlt sich endlich frei. „Ich bin nur an einem einzigen Tag mit dem Kopftuch zur Schule gegangen. Alle Kinder guckten zu mir, da habe ich das Kopftuch weggetan. Ich will sein, wie deutsche Mädchen.“ Gerade hat sie die Prüfung in der Kampfkunst Wing Tsun geschafft.

Patin besorgte Arbeit und Wohnung

Die Familie konnte die Flüchtlingsunterkunft verlassen und die Wohnung beziehen, weil Gabi Büttner half. Sie besorgte die Arbeit für den Vater, ging anfangs mit der Familie zu den Ämtern und begleitete die erkrankte Mutter zum Arzt. „Als ich die Patenschaft übernahm, war mir nicht klar, was das an Positivem auch für mich bringen würde“, erzählt die 58-Jährige. „Wärme und Herzlichkeit begegneten mir von Anfang an. Und die zunächst noch mangelnden Sprachkenntnisse haben wir problemlos gemeistert“, lacht sie.

Flucht vor Terroranschlägen in Kabul

Seit einer Woche lebt in Rehagen auch Setara Taheri. Sie floh mit ihren Söhnen Mostafa Rahimi und Mahdi Rahimi aus der Hauptstadt Kabul, in der es immer wieder terroristische Anschläge mit vielen Toten gibt. Der Krieg bei ihnen werde mit jedem Tag schlimmer, das Leben sei ohne jede Hoffnung, erzählt der 17-jährige Mahdi. Anita übersetzt und ergänzt, dass es auch darum so schlimm gewesen sei, weil die Mädchen nicht zur Schule gehen durften. „Ein gutes Leben ist ein Leben ohne Krieg“, sagt Schwester Dina.

Acht Paten für 50 Flüchtlinge

Als es an der Wohnungstür klingelt, kommt Andrea Grant. Sie ist eine von insgesamt acht Paten, die sich in Rehagen um 50 Flüchtlinge kümmern. Aber die Kräfte reichen nicht, es werden mehr Unterstützer gebraucht. Wie eine Patenschaft aussieht, das bestimmt jeder Pate selber. „Es können Spielenachmittage mit den Kindern sein, Hilfe bei den Hausaufgaben oder das gemeinsame Einkaufen im Supermarkt“, so Gabi Büttner. Den geflüchteten Menschen den Neustart ein bisschen leichter zu machen, könne der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein, weiß sie.

Wer eine Patenschaft übernehmen möchte, kann sich an die evangelischen Kirchengemeinde Sperenberg wenden, 033703/7216.

Von Gudrun Ott

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