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Hilfe für Kinder in Gambia

Luckenwalde Hilfe für Kinder in Gambia

Für seinen inzwischen 19. Hilfsgüter-Container sammelt der Verein „Berufsbildung Gambia“ in Luckenwalde jetzt wieder Spenden. Die Tour ist für nächstes Jahr geplant. In Gambia unterstützt der Verein Schulen und ermöglicht Jugendlichen mit Hilfe deutscher Paten eine Schul- und Berufsausbildung.

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Blick in eine vom Verein „Berufsbildung Gambia“ unterstützte Schulklasse in Gambia.

Quelle: privat

Luckenwalde. Menschen in ihrem Heimatland zu helfen und damit das Leben vor Ort lebenswerter zu gestalten, das ist das Ziel, das sich die Mitglieder des Vereins „Berufsbildung Gambia“ gestellt haben. Seit Jahren sammeln sie – allen voran Vereinsvorsitzende Astrid Pantke - Spendengüter, um sie per Container nach Afrika zu verschiffen. Vor Ort werden die Sachen persönlich verteilt. Damit will der Verein seinen Unterstützern garantieren, dass die Spenden am Ziel ankommen.

Astrid Pantke aus Luckenwalde zwischen den Kindern, denen ihr Verein hilft

Astrid Pantke aus Luckenwalde zwischen den Kindern, denen ihr Verein hilft.

Quelle: Privat

In diesem Jahr war es bereits die 18. Containeraktion. Die Vorbereitungen dafür hatten im Herbst vorigen Jahres mit einem Spendenaufruf begonnen. Alle Güter, die in den Lagerstätten zusammenkamen, mussten sortiert und zu Paketen zusammengesellt werden. Im Dezember wurde dann mit der Beladung des Containers begonnen. „Auch diesmal ließen sich die Helfer von den ungünstigen Arbeitsbedingungen, Regen und Kälte nicht abbringen, ihre Kraft für das Gelingen unseres Vorhabens einzusetzen“, erzählt Astrid Pantke, „neben dem ‚Stammpersonal’ hatten wir Helfer aus Berlin und aus dem Oderbruch. Zusätzlich unterstützten uns Kameraden von der Luckenwalder Feuerwehr, die tatkräftig mit anpackten.“

Krise nach Präsidentschaftswahlen in Gambia

Während das Schiff mit den Spendengütern planmäßig ablegte, schien sich ein größeres Problem anzubahnen. „Gambias Präsident Yahya Jammeh weigerte sich, das Land nach seiner verlorenen Wahl zu verlassen. Die Situation war unsicher und selbst das Auswärtige Amt warnte vor der Einreise“, berichtet die Vereinschefin, „die Spekulationen rissen nicht ab. Ich hatte Kontakt zu Bekannten, die ebenfalls reisen wollten und verunsichert waren. Doch schließlich ließ ich mein Bauchgefühl entscheiden und flog nach Gambia – und das ausgerechnet an einem Freitag, dem 13.“

Im Lager des Vereins stapeln sich jedes Jahr Hilfsgüter, bis sie in einen Container verladen werden

Im Lager des Vereins stapeln sich jedes Jahr Hilfsgüter, bis sie in einen Container verladen werden.

Quelle: Margrit Hahn

Vor Ort herrschte ein Klima der Unsicherheit und Angst, so Astrid Pantke: „Tausende Einheimische flohen wegen einer drohenden Militärintervention außer Landes. Erst nachdem Eingreiftruppen in Gambia einmarschierten und dafür sorgten, dass der neue Präsident sein Amt übernehmen konnte, entspannte sich die Situation.“ Astrid Pantke und ihre Helfer ließen sich davon nicht abhalten, ihre Mission durchzuführen. „Gleich in den ersten Tagen haben wir mit dem Auszahlen der Spenden an bedürftige Familien begonnen. Wir besuchten die Schulen und konnten dabei etliche Patenkinder vermitteln.“

Arbeiten bei Hitze und ohne Wasser- und Stromanschluss

Dann endlich kam der Container in der Hauptstadt Bajul an. Dieser wurde nach langwierigem Bürokratismus, Kontrollen und Verhandlungen am 10. Februar entladen. Im Lager wurden die Güter bei großer Hitze kategorisiert. Es gab weder Strom noch Wasser. „Da bedarf es schon viel Energie, um mehrere Stunden durchzuhalten“, erzählt die engagierte Luckenwalderin, „auch in meiner Wohnung sah es so aus wie in einem Lager – Kartons und Beutel stapelten sich an den Wänden empor.“ Fliesen, Schulmöbel, Schulmaterial, Kochutensilien, Textilien, Haushaltsgeräte und zahlreiche Dinge mehr wurden in die Schulen und zu den Bedürftigen gebracht und fanden dankbare Abnehmer. „Bis zum Ende meines Aufenthaltes in Gambia, den ich um Wochen verlängerte, wurden Beutel und Kartons gepackt und verteilt. Es gab reichlich Arbeit bis zum letzten Tag“, berichtet Astrid Pantke.

Spenden benötigt

Gesammelt werden vom Verein „Berufsbildung Gambia“ Kinder- und Erwachsenenbekleidung, Schuhe, Haushaltswäsche, Spielsachen, Malzeug, Schulmaterial, Zelte, Hygieneartikel, Verbandszeug, Haushaltsgegenstände, Werkzeug, Gartengeräte, Restbestände an Fliesen sowie Fenster, Türen und Farben. Auch Nähmaschinen, Kühlschränke, Generatoren, Computer und gebrauchte Handys werden entgegen genommen.

Neben dem Verteilen der Spenden ging es um die Jugendlichen und Auszubildenden in Gambia mit Paten in Deutschland. „Mit ihnen wurden Gespräche geführt, um den jeweiligen Ausbildungsstand und eventuelle Probleme zu erfahren. Dieses teilen wir dann den Paten mit. Zudem konnten die Jugendlichen Fotos und Briefe mitsenden.“

Spendensammlung hat jetzt wieder begonnen

Trotz aller Anstrengungen: Jetzt soll wieder ein Container gefüllt werden. Ab sofort werden Spenden angenommen, so Astrid Pantke: „Damit wollen wir weiterhin die Lebens- und Lernbedingungen von Kindern und Jugendlichen verbessern und ihnen damit Hoffnung und eine Perspektive für die Zukunft geben.“ Kleinere Spendenmengen können bei Astrid Pantke persönlich abgegeben werden. Größeres wird direkt ins Lager gebracht.

Kontakt zum Verein: Astrid Pantke, Tel. 01 52/12 69 67 08

Von Iris Krüger

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