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Hirsch verletzt Kind: Was geschah wirklich?

Wildpark Johannismühle Hirsch verletzt Kind: Was geschah wirklich?

Die gute Nachricht: Dem kleinen Mädchen, das im Wildpark Johannismühle (Teltow-Fläming) von einem Hirsch verletzt wurde, geht es gut. Doch wie konnte es überhaupt zu dem Unfall kommen? Dazu gehen die Aussagen weit auseinander.

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Notarzt und Hubschrauber beim Einsatz in Johannismühle.

Quelle: Privat

Klasdorf. Dem Mädchen, das wie berichtet am Sonntag von einem Damhirsch im Wildpark Johannismühle am Auge verletzt wurde, geht es gut. Die Zweijährige wird MAZ-Informationen zufolge in der Kinderklinik des Cottbuser Carl-Thiem-Klinikums behandelt. Dorthin war sie nach dem Unglück mit einem Rettungshubschrauber geflogen worden.

Hirsch verletzt zweijähriges Kind am Auge >

Nun versucht die Polizei zu klären, warum und wie die Kleine und der Hirsch aneinandergeraten sind. Dazu liegen unterschiedliche Zeugenaussagen vor.

Kumpel des Vaters meldet sich bei der MAZ

Montag meldete sich Steve Stern bei der MAZ, „ein Kumpel des Vaters“ des verletzten Mädchens. Stern zufolge habe die Kleine auf dem Weg neben der Freifläche gestanden, wo sich ein weißer Hirsch befand. Plötzlich habe das Tier ausgeholt und das Mädchen mit der rechten Geweihhälfte am Kopf getroffen. „Dabei hat sich die Kleine bloß über den Hirsch gefreut“, so Stern. Nach dem Vorfall habe sein Bekannter aus Wut mit Steinen nach dem Tier geworfen. Dann seien beide zum Eingang gerannt, um dort und per Notruf 110 Hilfe zu holen. Auch Wildpark-Geschäftsführer Julian Dorsch sei sehr hilfsbereit gewesen.

„Wir hätten ihn töten lassen müssen“

Wobei Julian Dorsch den Schilderungen von Steve Stern widerspricht. „Wenn der Hirsch das Mädchen wirklich auf die Schaufeln genommen hätte, dann hätten wir ihn töten lassen müssen, um unsere Besucher und Mitarbeiter zu schützen.“ Andererseits wäre dann das ganze Konzept des Wildparks auf den Prüfstand gestellt worden, sagt Dorsch.

Das es nicht dazu gekommen sei, verdanke man Aussagen couragierter Zeugen, die den Vorfall unabhängig voneinander gegenüber der Polizei „richtig dargestellt haben“. Diese Zeugen „haben genau gesehen“, dass die Eltern des Kindes sich ein Eichhörnchen angeschaut und mit ihren Handys gefilmt hätten. Dann sei das Kind alleine zu den neben dem Weg liegenden Damwild gestiefelt und habe den Hirsch gestreichelt. Darauf hin habe der Hirsch nur verdutzt geguckt und den Kopf gedreht. „Bei dieser Bewegung war der Kopf des Kindes im Weg“, berichtete Dorsch. Anschließend habe die Mutter das Kind weggeschleift, dann habe jemand damit begonnen, mit Steinen nach dem Hirsch zu schmeißen. Dorsch zufolge sei aggressives Verhalten bei Damhirschen eher artuntypisch. „Vielleicht werden die Eltern des Mädchens den Wildpark zivilrechtlich verklagen“, sagt Dorsch. Dann vertraue er darauf, dass die zuständigen Behörden auf die Einsatzdokumentation der Polizei und die Zeugenaussagen zurück greifen.

Ein einmaliger Vorfall

Dorsch zufolge habe es sich in der 20-jährigen Wildpark-Geschichte um einen einmaligen Vorfall gehandelt. „Wenn so etwas zwei, drei Mal im Jahr vorkommen würde, müsste man noch mal über das Konzept nachdenken.“ Die Grundidee besteht darin, die Besucher in ihrer Bewegungsfreiheit einzuschränken und den Tieren den größtmöglichen Raum zur Verfügung zu stellen. „Die Tiere hinter Zäunen zu halten, nur weil der Mensch unvernünftig ist, soll und wird das letzte Mittel sein“, sagt Dorsch. Schließlich hätten die Tiere im Wildpark aktuell die Möglichkeit, sich auf einer mehr als 80 Hektar großen Fläche frei wie in der Natur zu bewegen. „Damit das auch so bleibt, sollte sich jeder Besucher für ein paar Stunden an die im Wildpark geltenden Regeln halten.“

Offizielle Stellungnahme des Wildparks >

Von Frank Pechhold

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