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Hit the Road, Lutz!

10 000 Kilometer auf dem Motorrad Hit the Road, Lutz!

Seit vier Jahren hegte Lutz Heimer den Wunsch, den östlichsten Teil Europas auf dem Motorrad zu erkunden. Nun ist der Stangenhagener Ortsvorsteher von einem vierwöchigen Trip zurück und ist begeistert von der Gastfreundschaft in Russland, dem Baltikum und der Ukraine. Von den politischen Spannungen bekam er nichts mit.

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Lutz Heimer aus Stangenhagen war auf dem Motorrad in Russland und der Ukraine unterwegs. Von Konflikten der Region spürte er nichts

Quelle: privat)

Stangenhagen . Ortsvorsteher Lutz Heimer hat sich einen Traum erfüllt: Er hat Stangenhagen für vier Wochen den Rücken gekehrt und auf seinem Motorrad den weiten Osten Europas erkundet. Mehr als 10 000 Kilometer legte er zurück auf seiner Tour durch Polen Litauen, Lettland, Russland, Kasachstan und die Ukraine – eine politisch derzeit brisante Region.

Los ging es am 13. Juni. Der 54-Jährige hatte Werkzeug, Ersatzteile, drei Reifen und vier Schläuche im Gepäck. Allerdings brauchte er weder für seine Honda Transalp noch für die Maschine seiner Lebensgefährtin irgendetwas davon. Vor vier Jahren hatte das Paar die Idee, eine solche Reise zu unternehmen. „Ich liebe es Motorrad zu fahren. Das gibt einem das Gefühl von Freiheit“, sagt Lutz Heimer. Die östlichen Nachbarn interessieren ihn. „Spanien, Italien oder Frankreich reizen mich nicht“, sagt er.

Ein Jahr lang wurde intensiv geplant, Visa mussten beantragt werden. Der Stangenhagener hätte mit seinen zwei Business-Visa auch bis zu zwei Monate bleiben können. Im Internet hatte er sich zuvor erkundigt, was zu beachten ist. Es sei empfohlen worden, „kleine Präsente“ – also Bargeld – einzustecken. Aber: „Bestechungsgelder brauchten wir fast gar nicht“, sagt Lutz Heimer, „nur in der Ukraine mussten wir an selbst ernannte Militärs, die Kontrollen aufgestellt hatten, 100 Euro bezahlen.“

Ortsvorsteher on the Road

Ortsvorsteher on the Road: Lutz Heimer

Quelle: privat

Täglich legten sie zwischen 300 und 600 Kilometer zurück. Da drückt auch der bequemste Motorradsitz mal. Also fuhren sie hin und wieder im Stehen. Vor Ort suchten sie sich Hotels. „Wir hatten zwar ein Zelt und Campingausrüstung dabei. Aber die Zimmerpreise sind so moderat, dass wir lieber im Bett geschlafen haben. Selbst ein Abendessen kostete nur 2,20 Euro“, sagt Heimer. Erstaunt war der gelernte Kfz-Schlosser, dass es dort mehr Tankstellen als in Deutschland gibt, die Straßen sehr sauber sind und der Liter Benzin nur 50 Cent kostet.

Nur die Hitze hat ihnen zu schaffen gemacht. Kasachstan erlebten sie bei 60 Grad im Schatten. Von abkühlendem Fahrtwind konnte keine Rede ein. Sie knöpften sich die Jacken bis oben hin zu, weil die Sonne so auf der Haut brannte. Trotzdem möchten sie keinen einzigen Tag missen. „Die Landschaft ist fantastisch, die Weite einfach unbeschreiblich und die Gastfreundschaft mehr als herzlich“, berichtet Lutz Heimer. Mit seinem Schulrussisch, ein wenig Englisch und mit Händen und Füßen konnte er sich gut verständigen. In Moskau bekam ein junger Mann von seiner Chefin einen Tag frei, um den Deutschen die Stadt zu zeigen. Und auf russischen Straßen wurden extra Lücken gelassen, damit die beiden Motorradfahrer einscheren konnten. Feindseligkeit gegenüber Deutschen? Fehlanzeige! Politisches sei kein Thema gewesen, berichtet der Stangenhagener Ortsvorsteher.

Lutz Heimer hatte gehofft, pünktlich zum Dorffest wieder in Stangenhagen zu sein – und das ist dem Ortsvorsteher gelungen. Am Nachmittag konnte er Freunden und Nachbarn schon von seinen Erlebnissen berichten. Etliche hundert Fotos sind während der Reise entstanden. Diese wird Lutz Heimer sortieren und später in geselliger Runde präsentieren. Es gibt schon die nächsten Pläne: Wolgograd, das Kaspische Meer oder die Georgische Heerstraße stehen ganz oben auf der Liste.

Von Margrit Hahn

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