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Hobby-Historiker hält Vortrag zu Vogelsang

Wünsdorf Hobby-Historiker hält Vortrag zu Vogelsang

Hobby-Historiker Mario Hoffmann hat im Bücherstall in Wünsdorf einen Vortrag über die sowjetische Garnison Vogelsang gehalten.Innerhalb der Veranstaltungsreihe „Militärgeschichtlicher Abend in der Bücherstadt Wünsdorf“ drang er mit Bildern und Kartenmaterial in die Geschichte des Standortes ein.

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Hobby-Historiker Mario Hoffmann im Bücherstall in Wünsdorf.

Quelle: Gudrun Ott

Wünsdorf-Waldstadt. In der Veranstaltungsreihe „Militärgeschichtlicher Abend in der Bücherstadt Wünsdorf“ hat Hobby-Historiker Mario Hoffmann am Freitag im Bücherstall einen Vortrag über die sowjetische Garnison Vogelsang gehalten. Mit Hilfe von alten Karten und Dokumenten erläuterte er die Geschichte des Militärobjektes.

Neubaustandort Vogelsang

Vogelsang gehörte mit einer Fläche von 68 Quadratkilometern neben Jüterbog und Wünsdorf zu den größten sowjetischen Garnisonsstandorten in der DDR. Es war ein Neubaustandort, für den im Frühjahr 1949 an die 1470 Hektar Wald gerodet wurden. Weitere 1800 Hektar folgten im November.

Vogelsang war Stützpunkt der 25. Panzerdivision, verfügte über eine eigene Bäckerei, über Klärwerke, Wäscherei, Sauna, Kultur- und Sporteinrichtungen. Die Kinder der Militärs besuchten hier eine eigene Schule. Im Laufe der Zeit wurde der Standort weiter ausgebaut. Zuletzt bestand er aus 15 Militärstädtchen mit rund 500 Gebäuden.

Atomsprengköpfe in Vogelsang

Atomsprengköpfe kamen im April 1995 in der DDR an. Eingeflogen über Templin wurden sie in speziellen Zügen auch nach Vogelsang transportiert, erzählte Mario Hoffmann, der Bilder von zuvor montierten Abschussrampen der Raketen des Typs R-5M zeigte, die diese Sprengköpfe tragen sollten. Nach einem nicht näher bezeichneten schweren Zwischenfall verließ die 72. Ingenieurbrigade schon nach wenigen Monaten im September mit den Raketen die DDR in Richtung Kaliningrad. Das Oberkommando des Warschauer Vertrages war in diese geheime Nuklear-Mission nicht eingeweiht gewesen. Jahrzehnte später erst gaben Moskauer Militärs Einblick in die Staatsaktion, und 1999 berichteten russische Zeitungen erstmals über diese Stationierungen.

Was verbarg sich im Wald?

Als Kind besuchte Mario Hoffmann oft seine Großeltern, die im nahen Storkow-Ausbau wohnten. „Mich hat schon damals interessiert, was sich dort im Wald verbarg“, sagte der 45-Jährige. „Die Russen kamen manchmal an den Zaun und boten alles Mögliche an. Mein Vater hat von ihnen einen ABC-Anzug gekauft. Den konnte er als Angler gut gebrauchen.“

Der Rückbau des Geländes begann im Januar 2004. Alle Nachnutzungsideen scheiterten. Zu ablegen, zu teuer, hieß es. Geblieben sind Führungen, die der Hobby-Historiker im August auf dem Gelände der ehemaligen Garnison wieder anbieten wird.

Zu den Besuchern des Abends gehörten Ralf Thieke und André Riedel. Sie fanden es wichtig, Geschichte zu bewahren. Bald könne sich sonst niemand mehr vorstellen, was sich hier abgespielt hat, so auch David Kumpe aus Hoppegarten.

Von Gudrun Ott

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