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Teltow-Fläming Hobeln und Hämmern mit Erwachsenen-Werkzeug
Lokales Teltow-Fläming Hobeln und Hämmern mit Erwachsenen-Werkzeug
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19:07 02.04.2014
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Jüterbog

Dass plötzlich alle Kinder ihrer ältesten Gruppen von Beruf Bauarbeiter werden möchten, bringt Kita-Erzieherin Heike Peuschke von der Jüterboger Kita „Glühwürmchen“ zum Schmunzeln. „Aber das ändert sich ganz schnell auch wieder“, weiß sie aus Erfahrung. Zurzeit lernen ihre Schützlinge durch Ausprobieren verschiedene Bauberufe kennen. Beim Fliesenleger etwa legen sie bunte Bilder aus kleinen Mosaikstückchen und beobachten außerdem täglich die Sanierungsarbeiten der Wohnblöcke im Kiefernweg, gleich vor der Tür der Kita.

„Durch das Selbst-Ausprobieren von Dingen, die sonst nur Erwachsene erledigen dürfen, sind sie automatisch Feuer und Flamme für einen bestimmten Beruf“, sagt Erzieherin Heike Peuschke. Das Konzept des neuen Projektes „Nachwuchshandwerker“ der Kreishandwerkerschaft Teltow-Fläming geht offenbar voll auf. Damit soll den Jüngsten die breite Handwerkspalette näher gebracht werden. „Wenn Kinder von klein auf an Positives mit dem Handwerk verbinden, erhöht das doch die Chancen, dass sie später selbst eine Ausbildung in diesem Bereich ergreifen“, erklärt Geschäftsführerin Vilma Trempler.

Dem Fachkräfte- und Azubi-Mangel in der Region müsse langfristig begegnet werden, sagt sie. Die Idee für die Bewerbung des Handwerks in den Kitas hatte sie bereits 2013. „Das hat sich aus der Zusammenarbeit mit den Kindern beim jährlichen Maibaum-Stellen ergeben, wo sie ein Programm aufführen“, erklärt sie. Maibaum und Zunftzeichen sind nach den jährlichen Festen noch lange ein Thema bei den Kindern.

Das Interesse an Berufen ist in diesem Alter groß. Vilma Trempler, selbst gelernte Pädagogin, erkannte sofort das Potenzial für die Nachwuchswerbung. „Ich war auf der Suche nach geeignetem pädagogischen Lernmaterial für die Kinder, fand aber für dieses Alter kaum etwas. So entstand die Idee, gemeinsam mit allen Kitas ein solches Material selbst zu erarbeiten.“ Das soll künftig in jedem Jahrgang neu genutzt werden.

Die Kreishandwerkerschaft fertigte dazu kleine Miniatur-Maibäume, für jede der acht städtischen Kitas einen. „Die Kinder probieren nach und nach die verschiedensten Handwerksberufe aus, besuchen Betriebe und basteln am Ende selbst kleine bunte Zunftzeichen für ihren Kita-Mini-Maibaum“, erklärt Vilma Trempler.

Zudem werden die Kitas von Eltern unterstützt. So bringen viele Mütter und Väter Werkzeuge oder andere Anschauungsstücke mit. So konnte auch gestern in der Kita „Spiel mit“ fleißig gewerkelt werden. „Das Projekt ist bei uns längst nicht mehr nur für die älteste Gruppe da. Unsere Jüngeren testen gerade den Tischler-Beruf. Die wollten unbedingt mitmachen“, freut sich Kita-Leiterin Andrea Mehler-Hannemann über den Erfolg der Handwerker-Stunden. So schleifen auch die Drei- bis Vierjährigen konzentriert kleine Holzstückchen, produzieren Hobelspäne und freuen sich diebisch über ihre ersten, selbst eingeschlagenen Nägel. „Nichts fördert die Kinder besser, als eigene Erfahrungen“, sagt die Erzieherin.
Termin: Das Maibaumstellen auf dem Jüterboger Markt findet am Sonntag, dem 27. April, statt.

Von Kathrin Burghardt

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