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Hochzeit 1956 – zum Ärger der Schwiegermutter

Diamantene Hochzeit in Blankensee Hochzeit 1956 – zum Ärger der Schwiegermutter

Vor 60 Jahren gaben sich Sigrid und Siegfried Lehmann das Ja-Wort. Die Mutter der Braut war damals gar nicht angetan von der Entscheidung ihrer Tochter für den Pianisten. Doch es entwickelte sich ein harmonisches Familienleben. Nun feiern Sigrid und Siegfried Lehmann in Blankensee ihre diamantene Hochzeit.

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Sigrid und Siegfried Lehmann.

Quelle: Margrit Hahn

Blankensee. Sigrid und Siegfried Lehmann sind seit 60 Jahren verheiratet. „Eigentlich wollte ich nur meine Schwiegermutter ärgern“, berichtet Siegfried Lehmann lachend.

Diese hatte in ihrer Frauenrunde kundgetan, dass sie eine Verbindung zwischen ihrer Tochter und dem Konzertpianisten nicht dulden würde. Das hatte er erfahren und sie daraufhin angerufen. „Ich habe ihr gesagt, dass ich mit Sigrid gern im Grunewald spazieren gehen möchte“, so der heute 84-Jährige. Sigrid kannte er seit Jahren durch die Johannische Kirche. Und es hat tatsächlich gefunkt. Am 15. November gaben sich die beiden gebürtigen Berliner das Ja-Wort.

Glück mit der Schwiegermutter

Allerdings wurde die Hochzeit nur im kleinen Kreis gefeiert, denn die Mutter von Siegfried Lehmann war kurz zuvor bei einem Unfall ums Leben gekommen. Die Trauung fand deshalb zu Hause im Familienkreis ohne großes Brimborium statt.

Im Nachhinein steht fest: Nicht nur mit seiner Frau, auch mit der Schwiegermutter hat er das große Los gezogen: „Wir haben uns wunderbar verstanden und sind sogar zusammen in den Urlaub gefahren.“

Trebbins Vize-Bürgermeisterin Ina Schulze, Sigrid und Siegfried Lehmann sowie Blankensees Ortsvorsteher Stefan Tzschentke (v l)

Trebbins Vize-Bürgermeisterin Ina Schulze, Sigrid und Siegfried Lehmann sowie Blankensees Ortsvorsteher Stefan Tzschentke (v. l.).

Quelle: Margrit Hahn

Die Wohnung in Berlin-Schöneberg teilte sich das Paar mit seinen Brüdern. „Es war wie in einer WG. Bei uns war immer was los“, sagt die gelernte Buchhändlerin. Siegfried Lehmann, der in Berlin Musik studierte und Konzerte gab, wünschte sich eine Solokarriere als Pianist. Doch bei einem Sturz von der Leiter brach er sich zwei Finger. Damit war sein Traum geplatzt. Er wurde Chorleiter und Organist und leitete viele Jahre den Johannischen Chor Berlin.

Umzug 1993 nach Blankensee

1993 zogen Sigrid und Siegfried Lehmann nach Blankensee. Eigentlich hatte der Musiker nur nach einer Lagerhalle gesucht, um Instrumente unterzubringen. Doch als man ihnen die ehemalige Scheune anbot, entschieden sie sich, das Gebäude auszubauen und ihren Lebensmittelpunkt nach Blankensee zu verlagern. „Ich habe 62 Jahre in Berlin in ein und derselben Wohnung gewohnt“, stellt Lehmann fest. Doch auch in Blankensee fühlen sich er und seine Frau wohl, wobei sie einmal in der Woche in die Hauptstadt fahren, um Großstadtluft zu schnuppern.

Ihre diamantene Hochzeit feiern sie am Freitag mit ihren drei Kindern und acht Enkeln bei Gänsebraten und Klößen. Alle in der Familie sind musikalisch. Während Siegfried Lehmann Lehrern auf der ganzen Welt in Kursen beigebracht hat, wie man Kindern das Musizieren lehrt, hat er sich bei seinen eigenen Kindern lieber zurückgehalten. „Das geht selten gut“, weiß er aus Erfahrung.

Von Margrit Hahn

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