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Teltow-Fläming Hochzeits-Boom hält an
Lokales Teltow-Fläming Hochzeits-Boom hält an
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14:58 14.02.2017
Julia und René Strissel aus Luckenwalde sorgten mit einem 7,5-Tonner für Aufsehen. Quelle: Elinor Wenke
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Dahmeland-Fläming

Anja Schmolke weiß sofort, welche Hochzeit sie nicht so schnell vergessen wird: „Die beiden waren Mathematiker und fragten mich, ob ich nicht sähe, was das für ein besonderes Datum wäre, der 4.9.16“, sagt die Niedergörsdorfer Standesbeamtin. Ihr sei daran nichts aufgefallen. „Dann erklärten sie mir, dass es sich bei allen Zahlen um aufeinander folgende Quadratzahlen handelt.“ Damit nicht genug. Schmolke erlebte auch das wohl spontanste Paar der vergangenen Hochzeitssaison. Die Brautleute kannte sich zwar schon 26 Jahre, doch dann sollte es auf einmal ganz schnell gehen. „Sie haben mich um 15 Uhr angerufen, hatten alle nötigen Unterlagen bereit und um 16 Uhr wurde schon geheiratet.“

Romantische Anekdoten

Wie Anja Schmolke in Niedergörsdorf haben viele der Standesbeamten in Dahmeland-Fläming romantische und denkwürdige Anekdoten aus dem vergangenen Jahr zu erzählen – und das, obwohl sie zwölf ausgesprochen arbeitsreiche Monate hinter sich haben. Denn der Hochzeitsboom in der Region bleibt ungebrochen. Wurden schon 2015 vielerorts Rekordzahlen in den Standesämtern verbucht, so wurden die 2016 teils sogar noch überboten.

So etwa in Nuthe-Urstromtal. 60 Paare ließen sich trauen – ein neuer Höchstwert für die Standesbeamten in der dünn besiedelten Gemeinde in Teltow-Fläming. Auch in Rangsdorf trauten sich so viele wie nie zuvor. Standesbeamtin Sylvia Schmidt berichtet von einer Zunahme um mehr als 25 Prozent auf 102 Trauungen. Darunter eine, die auch die Beamtin nicht kalt ließ. „Ich erinnere mich gut an den 91 Jahre alten Bräutigam, der seine 88-jährige Verlobte heiratete“, sagt Schmidt.

Zahlen und Fakten

400115 Eheschließungen gab es bundesweit 2015. Für das vergangene Jahr kann das Statistische Bundesamt noch keine verlässlichen Zahlen liefern.

Frauen sind durchschnittlich 31,2 Jahre alt, wenn sie vor den Altar treten. Die Männer sind im Durchschnitt etwas älter: 33,8 Jahre beträgt ihr Ehealter.

27,7 Prozent der deutschen Frauen erwartet „auf jeden Fall“, dass der Mann den Antrag macht.

Ein bis zwei Jahre sehen die meisten Menschen hierzulande als den richtigen Zeitraum an, den man vor der Eheschließung bereits ein Paar sein sollte.

90 Prozent der Verheirateten würden ihren jetzigen Ehepartner noch einmal ehelichen.

9,8 Millionen Ehepaare in Deutschland haben keine Kinder. 8 Millionen hingegen haben Nachwuchs.

163335 Ehen wurden 2015 geschieden. Die Zahl entwickelt sich seit mehr als zehn Jahren rückläufig.

Mehr als 40 Prozent der Scheidungen erfolgen in den ersten zehn Ehejahren. Doch auch nach der Silberhochzeit lassen liegen 15 Prozent der Scheidungen.

Trotzdem: Auf jede Scheidung kommen rechnerisch mehr als zwei Eheschließungen.

Alle Daten: de.statista.com

Eine der 50 Trauungen in Trebbin fand in einem besonderen Look statt: Ein Paar gab sich dort nach fast zwei Jahrzehnten wilder Ehe in mittelalterlicher Tracht das Jawort. Neben den beiden gemeinsamen Kindern des Paares hatte sich die gesamte Hochzeitsgesellschaft und sogar Standesbeamtin Ina Schulze in standesgemäßer Kleidung ins Mittelalter zurückversetzt.

Im Amt Unterspreewald waren die Bräute bei den 75 Trauungen klassischer gekleidet, wie der stellvertretende Amtsleiter Daniel Graßmann berichtet. Für das laufende Jahr erwartet er sogar noch mehr Hochzeiten, mehr als 90 Trauungen sind bereits angemeldet. Es wird somit sicher auch 2017 wieder zu besonderen Momenten kommen – die Eheschließungen des vergangenen Jahres hielten schließlich schon einigen Erzählstoff bereit. „Ich erinnere mich, dass zunächst eine Frau hier heiratete und nur drei Monate später auch ihr erwachsener Sohn von mir getraut wurde“, sagt Graßmann. Zudem hatten binnen weniger Tage gleich zwei Frauen ihre Brautsträuße vergessen.

Auch mit dem Traktor kamen die Brautpaare schon zum Standesamt. Quelle: Hartmut F. Reck

Julia Strissel hatte zur Trauung ihren in dunkelrot und grün gehaltenen Brautstrauß dabei. Doch zum Hingucker bei der Hochzeit mit ihrem René am 10. Juni in Luckenwalde wurden ohnehin nicht die Blumen, sondern das ungewöhnliche Brautfahrzeug. Ein leuchtend orangefarbener 7,5-Tonner holte das frischgebackene Ehepaar vom Standesamt ab und zog die Blicke der Passanten auf sich. Dabei waren Strissels bei weitem nicht die einzigen, die sich für ungewöhnliche Fortbewegungsmittel entschieden.

Nur einen Tag später wurden Heiko Krug und seine Gattin Stefanie zum Blickfang vor dem Luckenwalder Standesamt. Sie kamen – ganz traditionell – getrennt zur Trauung. Braut Stefanie wurde von ihrem Opa Norbert Görig in einem Oldtimer-Bus aus dem Jahr 1952 zum Standesamt gebracht, während Heiko Krug von seinem Chef in einem feuerroten Traktor chauffiert wurde. Beide Paare, sowohl die Eheleute Krug als auch die Strissels, hatten sich für sehr gut gebuchte Hochzeitstage entschieden.

Der beliebteste Termin

„Der beliebteste Termin war der 14. Mai, der Pfingstsonnabend“, sagt Sarina Rath vom Luckenwalder Standesamt. Vier Paare gaben sich an diesem Tag das Jawort„Und auch der 10. und 11. Juni waren als Hochzeitstage schnell vergriffen“, so Rath weiter.

Nicht nur beim Datum gibt es besondere Vorlieben, auch wenn es um die geeigneten Örtlichkeiten fürs Ja-Sagen geht, herrscht unter den Brautpaaren oft überraschende Einigkeit. In den verschiedenen Städten und Gemeinden gibt es zahlreiche attraktive Außenstellen der Standesämter. Im Amt Schenkenländchen etwa ist ein Teil der 73 Ehen im Tropical Islands geschlossen worden. Eichwalde bietet Trauungen auch auf dem Ausflugsdampfer „MS Olympia“ an; 134 Paare sind in der Gemeinde den Bund fürs Leben eingegangen. In Königs Wusterhausen – hier haben im vergangenen Jahr 213 Paare geheiratet – bietet das Renaissance-Schloss eine elegante und festliche Umgebung für den schönsten Tag im Leben.

„Ohne große Zeremonie“

Doch die allermeisten Paare verzichten auf derlei Ausgefallenes, sie heiraten ganz bescheiden in den Trauzimmern und Standesämtern. „Viele möchten eine Trauung ganz ohne große Zeremonie“ sagt die Niedergörsdorfer Standesbeamtin Anja Schmolke dazu, oft werde sogar auf die Hochzeitsfeier verzichtet. Romantik sei dabei aber nicht ausgeschlossen – auch im Büro des Gemeindehauses Niedergörsdorf gehen die Emotionen der Paare unter die Haut, sagt Schmolke. Für sie sind die persönlichen Trauungen in ihrem Büro ab und an eine willkommene Abwechslung zu den Märchenkulissen.

Und schließlich gibt es die Mischform, die ein wenig von allem hat. Heike Kensy, Standesbeamtin im Niederen Fläming, erinnert sich an eine elegante Hochzeitsgesellschaft, bei der viele Gäste weit angereist waren. Das Brautpaar hatte bei der örtlichen Schulküche Werbig das Catering bestellt. Ein regionaler Dienstleister ohne viel Glamour? Weit gefehlt. „Die haben ein Buffet der Spitzenklasse aufgebaut, mit Sektempfang und allem“, sagt Kensy. „Und natürlich waren alle Mitarbeiter dem Anlass entsprechend gekleidet und gestylt.“ Eine romantische Hochzeit als Werbung für die Region – was will man mehr.

Von Saskia Kirf

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