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„Hochzeitsstation“ im Autowerk

Ludwigsfelde „Hochzeitsstation“ im Autowerk

Mercedes rüstet seine Sprinter-Werke Ludwigsfelde und Düsseldorf um, demnächst sollen dort die Nachfolger des Erfolgstransporters Sprinter gebaut werden. Für die offenen Baumuster aus Ludwigsfelde entsteht in der legendären Halle 142 gerade die neue „Hochzeitsstation“.

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Gespannte Blicke bei Ingenieuren und Produktionsplanern, ob beim Zusammenfügen auch alles klappt wie gedacht.

Ludwigsfelde. Gespannte Blicke nicht nur an der neuen „Hochzeitsstation“, sondern überall an den Produktionslinien im Ludwigsfelder Sprinter-Werk von Mercedes Benz. Nach ungewöhnlich langen Betriebsferien von sechs Wochen geht es seit Montag nicht nur um den jährlichen Wiederanlauf der Produktion nach Wartung und Instandhaltung. In diesem Jahr wurden und werden neue Industrieroboter in die Werkhallen integriert und Abschnitte umstrukturiert, damit auf den Fertigungslinien neben dem bisherigen Sprinter künftig auch das Nachfolgemodell produziert werden kann, Arbeitstitel „VS 30“.

Gleich treffen Karosse und Fahrgestell an der neuen „Hochzeitsstation“ aufeinander

Gleich treffen Karosse und Fahrgestell an der neuen „Hochzeitsstation“ aufeinander.

Quelle: Jutta Abromeit

Die Planung dafür läuft seit 2013, umgerüstet wird seit April. Gerade entsteht in Halle 142 die neue „Hochzeitsstation“ – für Autobauer mit dem Zusammenfügen von Karosse und Fahrgestell einer der spannendsten Produktionsabschnitte. Eigens dafür kam Sarah Krieger zu Jahresbeginn aus dem Schwesterwerk Düsseldorf nach Ludwigsfelde. Sie leitet die Montageplanung, ihr Team von elf Mitarbeitern baut die neue „Hochzeit“ parallel zur bisherigen auf, erklärt sie und schaut zum Hallendach. Dort kommen die fertigen Karossen mit komplettem Fahrerhaus vom Innenausbau angeschwebt.

Auf dem Boden rollt von der Seite ein großer gelber Mechanisierungsrahmen elektronisch gesteuert in Position. Er trägt das Fahrgestell: Vorder- und Hinterachse, verbunden über Gelenkwellen, Motor und Getriebe. Etliche Augenpaare verfolgen, wie das Fahrerhaus unten ankommt. „Es muss einfach passen“, meint Sarah Krieger.

Fertige Sprinter verlassen das Mercedes-Werk Ludwigsfelde

Fertige Sprinter verlassen das Mercedes-Werk Ludwigsfelde.

Quelle: Jutta Abromeit

Ob das tatsächlich so ist, das beobachten nicht nur ihre Kollegen und Planungsingenieure, Meister und Mitarbeiter der Montage, sondern auch Ingenieure von Zulieferfirmen. Sie prüfen und messen, bis alle Parameter der neuen Industrieroboter in den vorgegebenen Toleranzen liegen. „In dieser Phase der Produktionsumstellung sind alle Beteiligten extrem auf das gegenseitige Fachwissen angewiesen, sowas geht nur im Team“, sagt Wirtschaftsingeneurin Sarah Krieger. Sind das Fahrerhaus und das Gestell verschraubt, bewegt sich das halbfertige Auto weiter zur Endmontage.

Sarah Krieger erklärt: „Künftig können sowohl die alten als auch die neuen Sprinter auf den umgerüsteten Produktionslinien gebaut werden.“ Dieser Wechsel werde nicht pro Schicht eingestellt, sondern je nach Kundenbestellung fertigten die Roboter einen alten oder neuen Sprinter, so Krieger. Ab wann das so sein wird, wissen weiterhin nur Werksangehörige. Ein Sprecher aus der Unternehmenszentrale in Stuttgart sagt: „Zum neuen Produkt gibt es derzeit noch keine Aussage.“ Auf alle Fälle aber laufe die Produktion Ende der Woche wieder im Regelbetrieb, so Peer Braun, Sprecher des Werks Ludwigsfelde. Das heißt: In jeder Schicht rollen wieder mehr als 200 Sprinter der offenen Baumuster aus den Werkhallen im Industriepark Ludwigsfelde. Parallel dazu rüstet Daimler das Werk Düsseldorf auf das neue Fahrzeug um, von dort kommen die geschlossenen Transporter-Modelle.

Von Jutta Abromeit

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